Orcs & Elves

John Carmack macht auf Fantasy

Ganz ehrlich? Bei einem Namen wie Orcs & Elves kommt mir eigentlich nur "Platt & Dumm" in den Sinn. Mobile Games durchlaufen zwar die Entwicklung der Computer- und Videospiele der letzten Jahrzehnte in Zeitraffer, doch gerade bei der Titelentwicklung hätte das EA Mobile Team etwas mehr Ideen-Reichtum springen lassen können, als zu diesem Allerweltsnamen zu greifen.

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Orcs & Elves spielt sich wie Dungeon Master. Äh, wer kann sich daran noch erinnern?

Da hinter dem Fantasy-Zuckerguss ein wirklich einmaliges Rollenspiel lauert, dessen Spielmechanik schon beim hierzulande nie erschienenen Doom RPG für Begeisterung sorgte, habe ich mir etwas mehr Kreativität erhofft. Aus Angst vor der Indizierung wurde der innovative Doom-Ableger dem deutschen Publikum zwar vorenthalten, doch der internationale Erfolg hat dafür gesorgt, dass das Spiel wahrscheinlich sogar einen Konsolen-Ableger bekommt.

Um den beiden Titeln noch etwas mehr Gewicht zu verleihen, sollte erwähnt werden, dass Doom-Erfinder und id-Software-Chef John Carmack höchstpersönlich Hand angelegt hat. Die Basis für beide Projekte ist die alte Ego-Shooter-Engine, die gerade auf den neueren Geräten einen hervorragenden Eindruck macht. Es geht aber nicht in Echtzeit in den Kampf mit Monstern und Geistern, sondern Schritt für Schritt - ganz wie beim Klassiker Dungeon Master. Die Story hinter der Suche nach Glück, Reichtum und natürlich dem Weltfrieden ist ebenso banal wie der Name. Trotzdem sorgen einige nette Dramaturgie-Kniffe wie zum Beispiel ein sprechender Zauberstab nicht nur für ein paar witzige Dialoge, sondern auch für einen guten Erzählrhythmus, der den Spieler lange bei der Stange hält.

Die Spielmechanik ist dabei solide und ausgeklügelt. Zug um Zug bewegt sich der Spieler in der dreidimensionalen Welt voran und kann rundenweise seine Vorgehensweise planen. Wie schon beim Vorgänger stehen der Kampf gegen das vielfältige Monstervieh und die mannigfaltigen Schalterrätsel im Vordergrund. Ähnlich wie bei der Rollenspiel-Konkurrenz kann der Spieler selbst entscheiden, ob er lieber im Nahkampf per Schwert und Keule oder aber mit einer der Zauberfähigkeiten zuschlägt. Ab und an steigt der Held im Level auf und kann dann noch prächtigere Ausrüstung tragen. Keine großen Überraschungen, aber für ein Handy-Spiel recht komplex und einfach in der Handhabung.

Während der Vorgänger mit der Idee, aus Doom ein Rollenspiel zu machen, die Lacher auf seiner Seite hatte, fällt es bei Orcs & Elves schwerer, sofort mit dem Titel warm zu werden. Zu abgegriffen ist das Szenario und zu wenige Überraschungen hält es für Konsolenspieler bereit. Allein das solide Spielprinzip und die witzigen Dialoge können aus der Masse etwas herausstechen und machen aus Orcs & Elves eine echte Kaufempfehlung. Rein spielerisch wäre zwar noch ein wenig mehr drin gewesen, doch für ein Handy-Spiel schlägt sich Orcs & Elves hervorragend. Vielleicht wagt sich Herr Carmack das nächste Mal an etwas Ungewöhnliches - Standartware gibt es ja von id Software schon zuhauf.

8 /10

Orc & Elves ist ab Januar erhältlich.

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Über den Autor:

Kristian Metzger

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