Pacer ist eine neue Hoffnung für Wipeout-Fans

Wenn Sony nicht liefert, tun es eben andere.

Wipeout-Fans haben's seit vielen Jahren nicht leicht. Ihr letzter Grund zur Freude war die Wipeout Omega Collection, die 2017 auf der PS4 erschien. Und selbst die enthielt nicht mehr als die zuvor veröffentlichten Titel Wipeout HD, HD Fury und Wipeout 2048 für Sonys aktuelle Konsole. Davon abgesehen... stellt euch hier Stille mit nicht mehr als einem leisen Grillenzirpen im Hintergrund vor, während in größeren Abständen ein Titel wie Redout vorbeirauscht. Viel ist hier aber nicht los. Ein Umstand, den demnächst ein Spiel wie Pacer erneut korrigieren will.

Die Geschichte von Pacer reicht eine Weile zurück, im Jahr 2015 ging es unter dem Namen Formula Fusion auf Steam in den Early Access. Seitdem hat sich nach anfänglicher Kritik einiges getan und am 17. September 2020 steht jetzt der finale Release unter neuem Namen auf dem PC an - und ebenso auf PlayStation 4 und Xbox One.

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Euer Gefährt kann euch auch um die Ohren fliegen.

Ich hatte die Möglichkeit, einige Runden auf den vier Strecken einer Preview-Version des Rennspiels zu drehen und wenn euch in letzter Zeit ein neuer Anti-Grav-Racer gefehlt hat, dann merkt euch Pacer vor. Die Gleiter rauschen hier in dem hohen Tempo über die Pisten - wie schnell, hängt von der gewählten Klasse ab -, das ihr kennt und liebt, und euer Boost und auf der Strecke verteilte Boost-Pads verleihen ihnen noch mehr Geschwindigkeit.

Hohes Tempo und den Finger am Abzug

Die Kurse sind im Grunde ausufernd genug, um euch ausreichend Spielraum zum Manövrieren zu geben, ohne dass ihr wie ein Flummi von einer Bande zur anderen knallt. Was euch nach zu vielen Einschlägen explodieren lässt, denn euer Gefährt hält nicht alles aus. Vor allem in den höheren Fahrklassen braucht ihr schnelle Reaktionen, um euer Gefährt präzise über die Kurse zu lenken. Eine echte Herausforderung, hier nicht in die Streckenbegrenzung zu krachen!

Die vier spielbaren Strecken präsentieren sich visuell abwechslungsreich, führen euch durch futuristische Schauplätze und Städte, ebenso durch abgelegene Regionen. Sie wirken teils sauber, andere Stellen hinterlassen einen eher schmutzigeren, düsteren Eindruck. Im Großen und Ganzen sind sie aber schön anzuschauen, wenn euch denn die Zeit dafür bleibt, den Blick schweifen zu lassen. Was bei diesem hohen Tempo kaum der Fall ist, Aufmerksamkeit ist gefragt.

Hinzu kommen einige Waffensysteme, über die ihr euch ein paar Gedanken machen solltet. Es ist ein weiteres Element, das neben den präzisen Bewegungen eine Rolle spielt und in der Lage ist, euch oder Gegner buchstäblich aus der Bahn zu werfen. Im Großteil der Quick-Play-Modi des Spiels lässt sich das auf Wunsch deaktivieren, wenn ihr es nicht haben möchtet. Außer in der Zerstörung-Variante, denn da geht's, nun, ums Zerstören - und dazu braucht ihr Waffen!

Und wie läuft's?

Die PC-Preview-Version lief bereits sehr gut auf meinem Rechner (Ryzen 7 1800X, 16 GB RAM, GeForce GTX 1060), wenngleich es in den Ultra-Einstellungen nicht mehr ganz so sauber über den Bildschirm flutschte - dafür sieht's dann am besten aus. Mehr Probleme als die anderen bereite zudem die Sonashahar-Strecke. Sie scheint aufgrund der Stadtkulisse anspruchsvoller zu sein als die anderen. Oder sie ist noch nicht komplett optimiert. Warten wir ab, wie es zum Launch aussieht.

Zum Fahren sind indes mehrere Gleiter verfügbar, die natürlich über unterschiedliche Werte verfügen und sich gegen im Spiel verdiente Credits anpassen lassen. Nicht allein farblich, es gibt verschiedene Loadouts und Einstellungsmöglichkeiten, zum Beispiel legt ihr bei den Waffen mehr wert auf die Verteidigung oder auf die Kontrolle der Strecke - und ähnliche Dinge. Das macht alles ein wenig individueller und passt die Gefährte an euren Spielstil an.

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Rauf und runter geht es auf vielen Strecken, in der Zukunft gibt's wilde Kurse.

Neben den Quick-Play-Events bekommt ihr in der finalen Version noch einen Online-Multiplayer-Modus und eine Solo-Kampagne. Letztere war in der Vorschauversion noch nicht verfügbar, den Entwicklern zufolge arbeitet ihr euch darin vom Neuling Schritt für Schritt durch zehn Rennteams an die Spitze.

Die lange Entwicklungszeit scheint Pacer nicht geschadet zu haben und nach der Kritik an dem, was vor ein paar Jahren als Formula Fusion in den Early Access ging, ist den Entwicklern auf jeden Fall zugute zu halten, dass sie ihr Projekt nicht aufgaben und es weiter verbesserten. Pacer hinterlässt den Eindruck, dass es das Zeug zu einem würdigen inoffiziellen Wipeout-Nachfolger hat. Wie weit es dieses Potenzial ausreizt, zeigt dann der Test.

  • Entwickler / Publisher: R8 Games / R8 Games
  • Plattformen: PC, Xbox One, PlayStation 4
  • Release-Datum: 17. September 2020
  • Sprache: Deutsch, Englisch und weitere

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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