EA Sports' Peter Moore

"Ich bin eine Frau."

Wir übersetzen kaum Texte unserer britischen Kollegen direkt (btw: Sorry guys, it really was a goal, but you would have lost anyway. Rooney… well, he sucked.). Manchmal aber kommt ein Interview des Weges, das so frisch ist, dass es fast sträflich wäre, es euch vorzuenthalten. Deshalb hier, ungekürzt und nach bestem Wissen und Gewissen 1:1 ins Deutsche übertragen, eine denkwürdige Begegnung zwischen Ellie Gibson – stellvertretende Chefredakteurin bei Eurogamer.net – und Peter Moore. Was der für euch ist, könnt ihr euch aussuchen – der Xboss, Mr. Dreamcast oder der Typ mit dem Halo-2-Tattoo –, hier jedenfalls spielt er in der aktuellen Rolle als Chef von EA Sports. Wusstet ihr, dass er eine Frau ist? Eine starke und unabhängige noch dazu? Ich habe es immer vermutet, aber es von ihm selbst zu hören…

Ellie Gibson: Hallo Peter. Danke für dieses Interview. Das letzte Mal, als wir uns trafen, wurde das Ganze ja ein wenig seltsam.

Peter Moore: Das letzte Mal wolltest Du mich zu etwas anstacheln... Du hast über die Eisläuferin Katarina Witt gesprochen.

Ellie Gibson: Da war irgendwas mit Unterwäsche.

Peter Moore: Hattest Du mich nicht gefragt, ob sie echt sind?

Ellie Gibson: Ich habs dann nicht genutzt und so wird es als das "Unpublizierbare Peter Moore Interview" in die Geschichte eingehen.

Peter Moore: Ich bin sicher, dass es noch in den Archiven schlummert.

Ellie Gibson: Es wird 50 Jahre, nachdem du und ich tot sind, veröffentlicht. Wie auch immer, was bringt dich auf die E3?

Peter Moore: Erstmal hatte ich wohl kaum eine Wahl... Nein, wir hatten eine tolle Pressekonferenz. Von Need for Speed bis Dead Space - und dann war ich auch noch auf der Bühne, zusammen mit Joe Montana, von dem du vielleicht nicht weißt, dass er der Quarterback den San Francisco 49ers ist.

Ellie Gibson: Ich weiß nicht mal, was ein 49er ist.

Peter Moore: Sie sind ein Football-Team.

Ellie Gibson: Ist er ein Stürmer oder ein Torwart?

Peter Moore: QUARTERBACK. Hebt den Ball auf und wirft ihn. Er bringt Spielfluss, was hier auf dem US-Markt wichtig ist. Für unsere ja irgendwie wichtige Madden-Marke. Wir zeigten Mixed Martial Arts, EA Sports Active 2, dann schlossen wir das Ganze mit Madden ab. Natürlich wollte ich auch sehen, wie es so mit den Motion-Control-Geschichten steht und Sony scheint ja eine Menge Betonung und Relevanz auf 3D zu legen. Es geht natürlich darum, dass wir auf allen wichtigen Plattformen mit Motion Control vertreten sind, aber dabei gleichzeitig selektiv vorgehen und sicherstellen, dass die Spielerfahrung zu der Technik passt.

Ellie Gibson: Wenn wir schon bei EA Sports Active sind: Was hältst Du von Ubisofts "Your Shape"?

Peter Moore: Ich konnte nicht zu der Pressekonferenz von Microsoft gehen, weil die immer zeitgleich mit unserer Vorbereitungsphase liegt. Was dachtest du darüber?

Ellie Gibson: Ich dachte, dass es wirklich gut aussieht und ich sollte das beurteilen können, schließlich bin ich eine Frau und damit die Zielgruppe.

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Fitness in der Matrix.

Peter Moore: Das bist du.

Ellie Gibson: Ich repräsentiere alle Frauen.

Peter Moore: Natürlich tust du das. Was mich angeht, ich weiß nicht so genau, wo da die richtige Fitness bleibt. Nicht, dass ich Yoga nicht zählen würde. Ich hab mal Yoga gemacht und das schmerzt jetzt noch. Aber es gibt scheinbar keinen richtigen Cardio-Teil in Your Shape. Vielleicht muss ich mir das noch mal genauer anschauen.

Ellie Gibson: Nervt es dich, dass Ubisoft jetzt auf euren Zug mit aufspringt? Oder nicht so sehr, weil ihr ja auf den Zug von Wii Fit aufgesprungen seind und das Ganze jetzt ein Zug auf einen Zug auf einem Zug ist?

Peter Moore: Weshalb ja auch das Gewicht das Ganze jetzt zum Einsturz bringt... Oder auch nicht. Wii Fit zeigte uns, dass es einen Markt für das interaktive Fitness gibt. Aber Active und Wii Fit sind komplett unterschiedliche Spielerfahrungen. Wir nahmen uns die bereits etablierte Basis der bereitwilligen Konsumenten und lieferten ein Produkt, dass mehr auf den Cardio-Workout setzt.

Eine anschwellende Welle hebt alle Schiffe an. Je mehr interaktive Fitnessprodukte wir auf den Markt bringen können, desto besser, weil wir hier am Kuchen von jemand anderem knabbern, wenn du so willst: dem des Fitness-Geschäfts. Wir gehen hier nicht an die Verkäufe von, sagen wir mal, Madden. Wir reden hier von Leuten wie dir, die einfach viel zu tun haben... Sagen wir mal, ich hab jetzt 25 Minuten Zeit vor dem Fernseher. Ich möchte meinen Workout machen, ich möchte nicht für das Fitnessstudio bezahlen und Sport auch nicht zwischen all den anderen Leuten machen. Ich will das so tun, wie ich es will und dabei mein eigener Herr sein.

Ellie Gibson: Du klingst wie eine starke, unabhängige Frau, Peter.

Peter Moore: Ich bin eine Frau. Ich bin Chaka Khan.

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Martin Woger

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