Playstation 3 - Die Network Titel

Von Tekken 5 bis zu flOw

Playstation Home ist wie eine Bombe eingeschlagen. Selbst schlimmste Sony-Kritiker – zum Beispiel ich – verstummten ob so eines kühnen und genialen Masterplans, der in Zukunft das Online-Verhalten der Konsolenspieler maßgeblich verändern könnte.

Doch die Konkurrenz von Microsoft besitzt noch andere Qualitäten, als die rudimentären Community-Funktionalitäten. Neben dem gut funktionierenden Mehrspieler-Service, kann auch Xbox Live Arcade überzeugen, da es geschickt Retro-Titel mit technisch hochwertigen Neuentwicklungen verknüpft. Microsoft gelang es so über 60 Millionen Dollar Umsatz zu generieren, der zu einem großen Teil auch den anderen Herstellern zu Gute kam. Logischerweise möchte Sony hier nicht zurückstehen und präsentiert mit dem Playstation Store einen ganz ähnlichen Service.

Im Gegensatz zum Xbox-Pendant gibt es aber keine Größen-Beschränkungen, weshalb es schon im Startlineup ein paar echte Next-Generation-Titel und eine ganze Menge Playstation-1-Hits für die PSP zu bestaunen gibt. Doch bevor wir uns aber auf die Playstation 1 Titel stürzen, haben wir uns die anderen Network Games zu Gemüte geführt und geben Euch einen Überblick, bei welchen Games Ihr bedenkenlos zugreifen könnt.

Tekken 5 Dark Resurrection

tekken
  • Entwickler: Namco
  • Preis: 9,99 Euro
  • Demo: Nein

Gut gegen Böse, Tekken gegen Virtua Fighter - der ewige Kampf zwischen den Popcorn-Spielern und den Kombo-Profis wird gleich zu Beginn ihres Lebenszyklus auf der Playstation 3 ausgetragen. Denn neben Segas neustem Taktik und Grafik-Hit Virtua Fighter 5 (hier der Testbericht), fand auch Tekken 5 Dark Resurrection seinen Weg in die Startaufstellung. Dabei ist ein direkter Vergleich nicht ganz fair. Denn die Technik dieses Prügel-Hits ist nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit, doch dafür bekommt man für ein geringes Taschengeld ein erstklassiges Beat'em'Up, das gerade mal vor einem halben Jahr als Vollpreistitel für die PSP erschien. Noch dazu wurde die Auflösung und viele 3D-Modelle an die Leistungsfähigkeit der Konsole angepasst.

Leider existieren noch immer ein paar hässliche Texturen und kantige Kämpfer. Auf der anderen Seite stimmt hingegen die Präsentation. Mit umfangreichem Story-Modus und schicken CGI-Sequenzen für jeden einzelnen Kämpfer, lässt der Titel die Konkurrenz ganz schön alt aussehen. Oben drauf noch erstklassige Animationen und eine gigantische 35-Mann starke Kämpfer-Riege und das Spiel ist so gut wie gekauft. Schließlich bietet der Titel ein solides Gameplay mit ein paar Serien-typischen Macken, zu denen vor allem die Erfolge von so genannten „Button-Mashern“ gehören.

Ach ja, erstmals gibt es den fiesen Obermotze Junpachi zu spielen. Der Schlingel kostete uns zwar eine Menge nerven, aber als zusätzliche Spielfigur passt er einfach hervorragend in das Line-Up. Wer also den Tekken-Stil mag und nicht bis zum exklusiven sechsten Teil abwarten kann, wird sich mit Freude auf diesen kostengünstigen Download stürzen. Let's Fight!

Wertung: 5/5 Locos

flOw

flow
  • Entwickler: ThatGameCompany
  • Preis: 7,99 Dollar (Euro-Preis folgt)
  • Demo: Nein

Es gibt Spiele, die gar keine sind. Zumindest nicht im üblichen Sinne. Auf der Wii finden sich eine ganze Reihe solcher Anwendungen, die zwar aussehen, als könnte man mit ihnen spielen, doch ohne ein Ziel noch Punkte-System daherkommen. Doch Nintendo steht mit diesem Ansatz nicht alleine da. Auch Sony packt einen Titel ins Portfolio, der sich kaum an die üblichen Konventionen hält. Nach dem Laden wird man direkt in das Spiel geworfen und muss selbst herausfinden, um was sich die Handlung eigentlich strickt. In flOw mimt man ein filigranes Gebilde, das in einer Ursuppe nach dem Sinn sucht. Ein Treiben zwischen Ebenen und gesteckten Zielen, die nirgends definiert werden.

Das „Spiel“ beginnt, sobald der Spieler den Controller in die Hand nimmt und über die SIXAXIS-Steuerung eine Bewegung auslöst. Durch das Drehen und Bewegen des Controllers schwimmt Euer zartes, fast schon Amöben-artige Pendant durch das zähflüssige Material. Berührt es einen roten Einzeller, verschwindet es in der Tiefe und wird auf eine andere Ebene befördert. Schnappt es sich einen blauen Einzeller, rauscht es wieder ein Stockwerk nach oben. Um einen herum schwimmen andere Lebensformen, bruchstückhafte Erscheinungen und ausgewachsene Gegenspieler. So entsteht langsam ein Ziel im Kopf des Handelnden. Sobald nämlich ein kleinerer Organismus gefressen wird, wächst der eigene Körper und entwickelt sich so vor unseren Augen.

Damit der Titel trotz seiner sphärischen Schönheit nicht zu einem aufgehübschten Pac-Man verkommt, reihen sich unterschiedliche Entwicklungsformen in das Geschehen ein. Diese bestimmen das Äußere des Geschöpfs und welche Attacken es auslösen kann. Schließlich sind die teilweise Bildschirm füllenden Fressfeinde allesamt verwundbar. Erwischt man bei einem Angriff einen ihrer Knotenpunkte, werden sie schwächer. Gelingt es alle zu erwischen, lösen sie sich auf und können verputzt werden. Das wars! Euer Geschöpf wird immer größer respektive kleiner, wenn es unter einem Angriff leidet – aber es gibt weder ein Ziel noch den Tod. In einem gigantischen Loop gefangen, entscheidet der Spieler selbst, wie lange er Teil dieses Experiments sein möchte. Ich habe die Zeit genossen, doch die abfälligen Kommentare meiner Kollegen machen klar: Ohne einen Probe-Flow kann der Versuch auch nach hinten losgehen.

Wertung: 3/5 Locos

Go! Sudoku

sudoku
  • Entwickler: Sony
  • Preis: Kostenlos. Weitere Puzzle 2,99 Dollar (Euro-Preis folgt)
  • Demo: Grundversion

Genau wie bei Shigeru Miyamoto spielt der „Wife“-Faktor in meinem Leben eine nicht unwichtige Rolle. Meine Freundin ist nämlich ein großer Puzzle-Fan, der schon mal ganz gern meine hochgezüchtete Xbox-360 blockiert, um stundenlang Bejuweled zu spielen. Da sie sonst aber nur einen verächtlichen Blick auf meine ganzen Action-Games wirft, bin ich froh, ab und zu eine Runde mit ihr zu wagen. So hängt ihre Begeisterung für ein neues technisches Spielzeug ganz klar an der vorhandenen Spielauswahl ab. Interessanterweise findet sie typische „Frauen“-Spiele wie Die Sims oder Nintendogs langweilig, mit dem nachvollziehbaren Argument, dass sie eben lieber selbst ein Bild malt, als ihrer elektronischen Puppe Befehle zu erteilen. Doch bei Tetris & Co. bekommt sie feuchte Hände und sitzt stundenlang vor der Glotze. So lief meine Präsentation der Playstation 3 nach dem üblichen Muster ab.

Gleich nachdem ich ihr die optischen Vorzüge samt Klavierlack näher gebracht hatte, präsentierte ich ihr stolz Motorstorm und Resistance. Während der Renntitel dank Neigungssteuerung zumindest eine lobende Erwähnung bekam, fiel der Shooter mal wieder glatt durch. Aber ein Blick in das Game-Menu reichte und sie hatte bei Go! Sudoku Lunte gerochen. Innerhalb weniger Sekunden saß sie dann also vor der teuren Hardware und spielte mit Begeisterung einen Titel, den es kostenlos in jeder Tageszeitung gibt.Und nur kurze Zeit später – mir erschien die Zahlenrätselei wie eine Ewigkeit – hatte sie die kostenlosen Puzzle durch, zückte ihre Creditkarte und kaufte für 2,99 Dollar 250 weitere Flächen. Ich selbst saß nur sprachlos daneben und bestaunte ihren Enthusiasmus, der auch von der Online-Highscore nicht halt machte. Wer also daheim noch eine Rechtfertigung für eine 600 Euro teure Hardware braucht, zeigt seiner Liebsten einfach dieses simple Stück Software, das scheinbar selbst die kritischsten Frauen begeistern kann. Meine Kollegin übrigens auch.

Wertung: 3/5 Locos

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Über den Autor:

Kristian Metzger

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