PlayStation 5 Abwärtskompatibilität getestet - und sie ist fantastisch!

Wichtige PS4- und PS4-Pro-Spiele laufen besser als je zuvor.

Es ist einer der wichtigsten Bestandteile der PlayStation-5-Erfahrung - und doch wussten wir bis zum heutigen Testembargo so wenig darüber. Wie gut ist die Abwärtskompatibilität der neuen Konsole? Erhalten wir die gleiche Erfahrung mit älteren Titeln, einschließlich ihrer Leistungseinschränkungen? Oder ist die Nachricht positiver: Spiegelt die PlayStation 5 die bemerkenswerte Fähigkeit der Xbox Series X wider, bestehende Spiele dramatisch zu verbessern? Heute ist das Rätsel endlich gelöst, und es gibt gute Nachrichten: Die Abwärtskompatibilität der PlayStation 5 ist ausgezeichnet.

Während man das Gefühl hat, dass es in einigen Szenarien etwas rauer aussieht und sie nicht die volle Bandbreite an Bonus-Extras genießt, die Microsoft bei der Series X verschwenderisch einsetzt, liefert die PlayStation 5 dort, wo es darauf ankommt. Wenn ein Spiel mit einer unbegrenzten Framerate läuft oder die Option hat, eine 30fps-Obergrenze abzuschalten, erhält man die gleiche transformative Erfahrung wie bei der Xbox Series X. Tatsächlich ist der Leistungsmultiplikator aus Gründen, auf die wir später eingehen werden, höher, wenn man PS5 gegenüber PS4 Pro mit Series X gegenüber One X vergleicht. Darüber hinaus gibt es die gleiche offenbarende Steigerung der CPU-Leistung, was bedeutet, dass die oft glanzlosen Modi mit "hoher Bildrate", die in vielen PS4-Pro-Spielen zu finden sind, jetzt alle ihre 60 Bilder pro Sekunde erreichen.

All dies schließt noch nicht mit ein, dass Sony damit begonnen hat, spezifische PlayStation-5-Patches für wichtige First-Party-Titel auf den Markt zu bringen. Wir werden uns diese in Zukunft genauer ansehen, aber die Schlagzeilen sind einfach genug: Sucker Punchs beeindruckendes Ghost of Tsushima läuft jetzt mit 60 Bildern pro Sekunde fehlerfrei auf PlayStation 5 - und es ist einfach brillant. Ebenso transformativ ist der PS5-Patch für Bend Studios Days Gone: Auch hier sind es wunderbar stabile 60 Bilder pro Sekunde. Es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis The Last of Us Part 2 ein ähnliches Upgrade erfährt?

Ein umfangreicher Test der Abwärtskompatibilität auf der PlayStation 5 mit einer Reihe von PS4- und PS4-Pro-Titeln.

Blicken wir auf nicht verbesserte, ältere Titel, handhabt die PlayStation 5 CPU-gebundene Spiele genauso gut wie die Xbox Series X in fast allen Szenarien. Nehmen wir zum Beispiel den Modus mit hoher Bildrate von Rise of the Tomb Raider (und auch dessen Fortsetzung Shadow) auf der PS4 Pro. In anspruchsvolleren Bereichen konnten die alten Jaguar-CPU-Kerne einfach nicht mithalten, was zu einer stark schwankenden Leistung führte. Das Gleiche passiert im Lite-Modus von Final Fantasy 15 und auch im Paris-Level von Hitman, wenn die Bildrate freigeschaltet wird. In all diesen CPU-beschränkten Situationen liefert die PlayStation 5 durchgehend eine vollständig stabile Bildrate von 60 Bildern pro Sekunde. Und natürlich haben wir uns auch Just Cause 3 noch einmal angeschaut. Es ist legendär CPU-limitiert, mit großen Explosionen und physikalischen Ereignissen, die die Bildrate unterhalb von 20 Bildern pro Sekunde schicken. Es ist nicht überraschend, dass die PS5 von Anfang bis Ende hartnäckig an der ursprünglichen Zielvorgabe von 30 Bildern pro Sekunde festhält - und ich muss sagen, ich liebe das Spiel. Dark Souls 3? Feste 1080p60.

Wir haben auch Crysis Remastered getestet, das einen 1080p-Leistungsmodus für doe PS4 Pro hat, der die Rendering-Auflösung im Wesentlichen reduziert und dann die Bildrate freigibt. Die Pro hat damit eine ziemlich stürmische Zeit - und im Dorflevel in der zweiten Mission fällt die Leistung auf unter 30 Bilder pro Sekunde ab. Lassen wir Checkpoint-Stotterer außen vor, rendert die PlayStation 5 das Spiel mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde. Wir können nur hoffen, dass Crytek das Spiel aktualisiert, um die Leistung in allen Modi freizuschalten, einschließlich der Qualitäts- und Raytracing-Optionen. Wir vermuten, dass die PS5 (und in der Tat auch die Series X) alle diese Modi mit voller Bildrate ausführen werden.

GPU-mäßig sehen die Zahlen vielversprechend aus. Die PS4 Pro wurde mit einer 4,2TF-GPU ausgeliefert, während die 10,3TF der PS5 effektiv einen 2,45-fachen Multiplikator bei der Rechenleistung liefern. Das ist höher als der bei der Series X festgestellte Anstieg, während die Pro-Titel in der Regel auch bei niedrigeren Auflösungen liefen als entsprechende Xbox-One X-Spiele. Um es ganz offen zu sagen: Weniger zu rendernde Pixel und ein höherer Multiplikator in der Grafikleistung bedeuten, dass die Leistungssteigerung gegenüber der Series X verbessert wird. Schaut euch Sekiro: Shadows Die Twice an. Es lief ohne Framerate-Begrenzung auf der PS4 Pro, und es nutzte Checkerboard-Rendering, um 1800p zu erreichen, während die One X die gleiche Pixelzahl mit nativem Rendering lieferte. Unterm Strich erreicht PS5 60 Bilder pro Sekunde, während die Series X eher 50 bis 60 Bilder pro Sekunde liefert. In diesem Fall hat Sekiro eine ausgezeichnete Checkerboard-Lösung, die sich hervorragend mit dem nativen Rendering der Xbox messen kann - aber die Leistungsverbesserung ist spürbar.

Abwärtskompatibilität ist auch für die Xbox Series X ein wichtiges Thema - und die Verbesserungen in Bezug auf Leistung, Ladezeiten und sogar Auflösung können tiefgreifend sein.

In dem auf dieser Seite eingebetteten Video wurden weitere Titel getestet (Knack mit 60 Bildern pro Sekunde im Hochauflösungsmodus zu spielen, während die PS4 Pro nur zwischen 20 und 30 schaffte, war ziemlich spaßig), der Gesamteindruck ist allerdings schon einmal der, dass die PS5-Abwärtskompatibilität funktioniert. Es fehlt ihr allerdings an den Feinheiten und den ausführlichen Tests der Microsoft-Lösung. Es gibt keine wirkliche Alternative zur innovativen Auto-HDR-Technologie der Xbox und auch die 16-fache anisotrope Filterung wird bei kompatiblen Titeln auf der PS5 nicht in dem Ausmaß, wie es auf den Serie X/S-Konsolen der Fall ist, erzwungen. Bei einer kleinen Auswahl von Titeln wie Sleeping Dogs :Definitive Edition oder Doom Eternal (beide liefen bei uns gut) erscheint manchmal auch eine Warnmeldung, wenn man sie startet.

Bei einigen Spielen kam allerdings das Gefühl auf, dass sie nicht die volle Leistung des neuen PS5-Prozessors abrufen können. Die legendäre Disc-Version von Assassin's Creed Unity mit ihrer ungebremsten Bildwiederholrate erzeugt auf der Xbox Series X ein fehlerfreies Erlebnis mit 60 Bildern pro Sekunde. Im Disc-Code der PlayStation 4 ist eine ähnlich unbegrenzte Framerate ebenfalls enthalten, aber in bestimmten Spielbereichen und in Zwischensequenzen mit hoher Tiefenschärfe bricht die Leistung ein - manchmal sogar in Bereiche zwischen 30 und 40fps. Könnte es sein, dass es einen Kompatibilitätsmodus gibt, der die GPU-Taktrate auf die PS4-Basis-Spezifikation beschränkt? Wir wissen, dass dies eine Option ist, die den Entwicklern jetzt zur Verfügung steht, da sie ihre neuen PS4-Titel für die PS5 zertifizieren. Und das erklärt vielleicht, was mit AC Unity vor sich geht. Benutzer des gepatchten Spiels mit seiner 30fps-Deckelung werden damit zum Glück kein Problem haben.

Natürlich lohnt es sich, die Einschränkungen der Abwärtskompatibilität hervorzuheben - und hier ist es dasselbe wie bei der Xbox Series X. Spiele, die ihre Leistungsziele bereits auf der PS4 erreichen (seien es 30fps oder 60fps), werden auf der PlayStation 5 keine Verbesserung sehen. Alle Spiele mit 30fps werden auf der PS5 nicht automatisch schneller laufen, es sei denn, der Entwickler springt mit einem Patch ein - ziemlich unwahrscheinlich bei Spielen, die nicht aktuell sind. Um es einfach auszudrücken: Nein, man kann Bloodborne nicht mit 60 Bildern pro Sekunde laufen lassen oder gar die fragwürdigen Probleme mit dem Frame-Pacing lösen.

Im Endeffekt hatten wir jedoch eine Menge Spaß dabei, Spiele aus der PlayStation-Bibliothek herauszusuchen und zu sehen, wie gut sie auf der PlayStation 5 laufen, vor allem da die Ergebnisse so einheitlich positiv waren. Die OG-Disc-Version von The Evil Within besaß ursprünglich eine wirklich schreckliche Leistung - die PlayStation 5 behebt das. Erinnert ihr euch noch, wie schlecht die Performance von Until Dawn auf der PS4 war? Ja, auch dieses Spiel läuft mit 60fps auf der PS5. Oder möchtet ihr lieber Assetto Corsa Competizione mit 60fps genießen? Die Auflösung ist im Vergleich zur Xbox One X/Series X zwar sehr niedrig, aber besagte Bildrate ist selbst bei 20 Autos im strömenden Regen eine sichere Sache.

Nach einigen verwirrenden Mitteilungen von Sony vor einer Weile, gefolgt von monatelanger Funkstille, sind die Aussichten also gut. Die PlayStation 5 bietet eine vergleichbare Abwärtskompatibilität mit Titeln der letzten Generation, wie es bei der entsprechenden Funktion von Microsoft der Fall ist. Der Lösung von Sony mangelt es etwas an der Finesse und den himmelhohen Auflösungen der Series X bei der Wiedergabe von One-X-Versionen, aber sie hat eindeutig ihre eigenen Stärken. Vor der Einführung der Xbox One X im Jahr 2017 erreichten viele Xbox-Spiele eine Auflösung von 900p gegenüber ihren 1080p PS4-Äquivalenten. Die Series X kann diese 900p-Grenze nicht überschreiten, 1080p bekommt man dagegen auf der PlayStation 5. PS4-Pro-Spiele müssen sich zwar mit niedrigeren Auflösungen als die One-X-Äquivalente abfinden, bei unbegrenzten Framerates wird der Leistungsschub allerdings höher ausfallen.

Die Kernaussage dieses Artikels ist jedoch, dass PS4-Benutzer und -Benutzerinnen, die auf die PS5 aufrüsten wollen, sich entspannen können. Eure Spiele werden funktionieren - und sogar noch mehr als das.

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Über den Autor:

Richard Leadbetter

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Technology Editor, Digital Foundry  |  digitalfoundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.

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