Portal

Ein Tor in die Zukunft?

"Willkommen im Aperture Science Enrichment Centre" sagt eine freundliche Stimme. Sie klingt weiblich, und künstlich. "Schauen wir uns einmal einige Probleme an, die Ihnen als eines der Testsubjekte begegnen werden," fährt sie fort. Eine Zeichnung erscheint. Ein Raum ist zu sehen, eingeteilt in zwei Hälften, getrennt durch einen großen Abgrund. Auf der einen Seite ich, auf der anderen Seite eine Tür. "Sie werden möglicherweise dazu aufgefordert, einfache Dinge wie etwa einen Ausgang zu lokalisieren. Diese Aufgaben können unüberwindbare Elemente enthalten." Ich schaue auf den Abgrund. Unüberwindbar, in der Tat. "Doch dank des Aperture Science Handheld Portal Device ist das Unmögliche einfach", spricht die Stimme freundlich. So, als wüsste sie, was ich gerade denke.

Die Zeichnung kommt in Bewegung. Das schwarze Männchen schießt mit der Waffe ein Portal an die Wand neben dem Ausgang, und eine an die Wand neben sich. Dann läuft es einfach hindurch und kommt neben dem Ziel wieder heraus. Das Unmögliche ist einfach. In der Tat.

Was eine geniale Spielidee ist, wird mit Valves kommendem Portal Realität: Dynamisches Teleportieren, wo man will, wann man will. Zusammen mit den Moddern, die für Portal-Quasi-Vorgänger Narbacular Drop verantwortlich sind, arbeitet man an diesem außergewöhnlichen Projekt. Die Entwicklung ist bereits weit fortgeschritten, trotzdem möchte Valve nichts zur Story sagen. Bekannt ist nur: Ihr spielt eine brünette Frau in einem orangefarbenen Ganzkörperanzug und seid im Aperture Science Enrichment Centre unterwegs, um die Portal-Gun auszuprobieren. Ihr seid also die ganze Zeit in düsteren, geschlossenen Räumen unterwegs. Einziges Ziel: Zum nächsten Ausgang kommen.

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Gesellschaft bekommt Ihr dabei keine. "Ich denke nicht, dass man für 90 Prozent des Spiels irgendjemand anderen als sich selbst sieht ", meint Doug Lombardi. Die einzigen Gesprächspartner sind Computer, wie etwa die nette, aber kühle weibliche Stimme, die Euch anfangs einweist. Anzeichen von anderen Testsubjekten, die irgendwann mal in den Räumen unterwegs waren, gibt es nur in Form von wirrem Gekrakel an den Wänden. Ob sie es weit geschafft haben?

Wahrscheinlich nicht. Denn Portal ist schwer. Verdammt schwer. Die Gedanken, auf die man kommen kann, sind theoretisch unbegrenzt. Alles kann durch die Portale bewegt werden. Man selbst, alle beweglichen Objekte, die hindurch passen. Die Erstellung eines solchen Portals ist dabei sehr einfach. Linksklick für ein blaues, Rechtsklick für eine orangefarbenes Portal. Doch wie soll man diese am besten benutzen? Das ist die große Denkfrage, die sich durch das gesamte Spiel zieht.

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Stellen wir uns den gleichen Raum wie zu Anfang vor. Boden, Abgrund, Boden, Ausgang. Nur ist diesmal einer der in Portal häufig gesehenen Gegner auf der anderen Seite vorhanden: Ein computergesteuerter Geschützturm. Sein Laser zeigt, in welche Richtung er gerade „blickt“. Erfasst er Euch, nimmt er Euch ins Visier und beginnt, gnadenlos zu feuern. Jeder Treffer beeinträchtigt Eure Bewegungen, lange überlebt Ihr den Beschuss nicht. Was also tun?

Ihr könntet den Kampf ganz umgehen und das erste Portal in die Nähe der Tür pflanzen, und durch das zweite direkt neben den Ausgang gelangen. Vielleicht überlebt Ihr es. Vielleicht auch nicht. Ihr könntet auch das Ausgangsportal an eine der endlos langen Wände am Abgrund setzen, und das Anfangsportal direkt unter den Geschützturm. Er fällt hindurch, kommt an der Steilwand wieder heraus und stürzt seinem Ende entgegen. Problem gelöst. Alternativ könntet Ihr auch ein Portal direkt über den Kopf des Geschützturms setzen und durch das zweite einen Gegenstand fallen lassen. Was passiert, dürfte klar sein.

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Simon Holthausen

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