Probiert mal dringend Splitgate aus. Danken könnt ihr mir später!

Free-to-play Halo-Multiplayer mit Portal-Gun.

Hey! Kurzer Aufruf zum Wochenende: Spielt mal bitte kurz in Splitgate rein, sofern euch eure Arena-Shooter-Allergie nicht direkt ins Krankenhaus schicken würde. Ich wäre von selbst nie darauf gekommen, aber kurz bevor ich ihn mit dem Weserkurier vom Fensterbrett gewedelt habe, hat mir ein Vogel gezwitschert, dass mir Splitgate - nicht SLIPgate - vermutlich viel Spaß machen würde.

Kurz angeschaut, Optik für unattraktiv befunden... aber dann trotzdem mal runtergeladen. Schon in der ersten Partie war mir klar, dass ich dieses Spiel nicht so schnell wieder weglegen würde. Ich habe seit Jahren nicht mehr solchen Spaß mit einem Arena-Shooter gehabt. Es ist die Sorte Free-to-play-Spiel, bei dem man dankbar ist, Geld für einen Season Pass herausschmeißen zu können, weil man sich einbildet, auf diese Weise etwas zum Erhalt des Games beigetragen zu haben. Und glaubt mir, bei einem Gesicht wie diesem ist man auf Hilfe anderer angewiesen:

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Oder etwa nicht?

Was es ist? Nun, wir können schlau tun und über eine ausgiebige Erklärung der Mechaniken kommen. Oder ich sage einfach "Halo mit Valves Portal-Kanone" und ihr könnt direkt dazu übergehen, das Ding für ein durchzocktes Wochenende auf Steam, PlayStation 4 und 5 oder Xbox One und Series S/X runterzuladen. Was für eine Zeitersparnis für mich und euch!

Obwohl, so ganz hätte ich meinen Job dann doch nicht gemacht. Und es würde sich diesem Spiel gegenüber auch unfair anfühlen, so viel Spaß wie das macht, ohne dass man sich lange einarbeiten müsste. Also zum Grundsätzlichen: Zunächst einmal müsst ihr an diesem Bildschirm vorbei und ich bin mir bewusst, dass das für nicht wenige von euch ästhetisch und/oder philosophisch abschreckend sein dürfte.

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Huargh!

Aber traut mir, es lohnt sich, denn Spiele mit einer solchen unmittelbaren Sogkraft und einem so schönen Spagat zwischen simpel und tiefschürfend sieht man nicht mehr allzu oft. Wir haben hier einen Shooter in symmetrischen Arenen ohne Klassen (sehr erfrischend!), dessen Bewegungsmodell mit der Rasanz eines Call of Duty oder auch Battlefield nichts zu tun hat. Das hier ist eher ein dezent flinkeres Master-Chief-Geballer mit Jetpack-getriebenem Doppelsprung und viel Zielfernrohr statt echtem ADS. Auf Knien geschlittert wird nicht, niemand poppt irgendwelche Ults oder Gadgets, ihr fegt einfach nur mit Shotgun und Battle Rifle durch die Gegend, als wäre es 2003.

Es ist aber auch wichtig, dass Splitgate sich derart auf einen blanken, vergleichsweise gemächlichen Kern reduziert. Denn ein Shooter, in dem man mit Q und E ein lila und ein gelbes Portal an entsprechend gekennzeichnete Wände, Decken und Fußböden schießt, durch die das eigene Team dann laufen oder schießen kann, verbiegt einem ganz schön das Gehirn.

Die Möglichkeiten sind mannigfaltig: Schafft einfach einen zweiten Blickwinkel vom anderen Ende der Arena an eurer Sniper-Position, so wie im nächsten Bild. Oder nutzt die Portale als schnelle Rückzugsweg oder als Flankieroption. Auch konservieren sie beim Durchschreiten eure Bewegungsenergie. Wenn ihr durch eines dieser interdimensionalen Tore in einer Wand rennt oder fallt, schießt ihr aus dem anderen mit großer Geschwindigkeit wieder heraus. Das fühlt sich einfach fantastisch an, aber es ist auch... nun ja... eine ganze Menge. Immerhin machen eure Gegner das auch. Immer dran denken: Ihre Portale zerstört ihr durch Granatenwürfe!

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Links in der Ferne mein lila Portal, rechts das orangene. Zwei Feuerlinien in die Arena hinein.

Jedenfalls sorgt dieses Regelwerk in all seinen verschiedenen Spielmodi, von denen es schon eine ganze Menge gibt, für reichlich zum Schreien komische Situationen. Viele Kämpfe gewinnt man nicht allein durch Zielwasser und Reflexe, sondern weil man ein Portal so clever setzte, dass man plötzlich hinter dem Gegner steht, der einen noch in 100 Meter Entfernung wähnt. Das ist so wahnsinnig cool und dürfte für viele, viele "100.000 IQ!!1"-Memes gut sein.

Spielmodi gibt es gesagt eine Menge, die das Spiel sukzessive mit eurer Progression freischaltet. Zu Beginn reicht einem eigentlich schon Team-Deathmatch, aber schnell spielt man auch Oddball, wo man einen Ball halten und wegrennen muss, oder eine VIP-Variante, in der die Zielperson keine Portale verschießen kann. King of the Hill, Gun Game, Domination und und und kommen im weiteren Verlauf hinzu - und wenn man die nicht will, schmeißt man sie einfach aus seiner Matchmaking-Rotation.

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Man fühlt sich soooooooo clever!

All diesen Spaß bietet Splitgate, das sich noch bis zum 27. Juli als offene Beta bezeichnet, ohne dass ihr einen Pfennig bezahlt. Geld gebt ihr nur für Kosmetisches aus. Der Einstieg ist einfach, die Faszination der Portalmechanik und das gefällige Bewegungsmodell sowie arcadige Gunplay halten lange genug gefangen, dass man auch ein paar der Tiefen ausloten möchte. Schon jetzt ist Crossplay , was auch auf lange Sicht Mitspieler (und Kanonenfutter für Maus und Tastaturspieler) garantieren dürfte. Wobei es daran ohnehin nicht mangelt, aktuell. Allein auf Steam sind zu jedem Zeitpunkt schon fünfstellige aktive Userzahlen unterwegs.

Also: Die Frage, wie man eine Portal-Gun wohl sinnvoll in einem Arena-Shooter unterbringt, ist endlich beantwortet. So wie hier und nicht anders. Und jetzt spielt das Ding endlich. Was habt ihr zu verlieren?

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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