PS5 vs. Xbox Series X: Abwärtskompatibilität - Wie gut laufen die alten Spiele?

Super!

Ich war nie ein besonders großer Fan von Abwärtskompatibilität. Nett zu haben war sie in jedem Fall, aber es war nie ein Feature, das meine Kaufentscheidung beeinflusst hätte oder über das ich sonstwie in Aufregung geraten wäre. Mittlerweile ist das ein bisschen anders, denn Abwärtskompatibilität bedeutet auf den neuen Konsolen vor allem, dass man all die schönen Spiele, die die letzte Konsolengeneration so richtig zum Föhnen gebracht haben, endlich in ihrer Bestform erleben kann.

Mit Series X und PS5 erlebt man einige wirklich schöne Überraschungen, wenn man noch recht frische Favoriten einlegt, an denen sonst die Bildrate, Tearing oder schwankende Auflösung nervten. Das ist wirklich ein zweiter Frühling, den einige Spiele hier erleben. Und vielerorts wird nachhaltig die alte Debatte endgültig beigelegt, ob 60fps wirklich so viel besser sind als 30.

Xbox Series X: Microsoft gibt den Routinier in Sachen „Backcompat“

Ja, natürlich kann die Series X das. Microsoft hat immer einen großen Aufriss um die positive Abwärtsbewegung gemacht und das wird nun mit der Series X/S intensiviert. Kein Spiel aus meiner 400+ Titel-Sammlung wird als inkompatibel angezeigt. Ich habe ganz alte Dinge installiert wie Panzer Dragoon Orta, ich installierte 360-Perlen wie Castlevania: Lords of Shadow und natürlich One-Dinge in Hülle und Fülle. Bis jetzt lief schlicht alles und das in aller Glorie, die man erwarten kann. Zu den Ladezeiten kommt noch mal ein eigener Artikel, aber ich kann schon mal vorwegnehmen, dass die alten Spiele jetzt fast wie Module früher laufen - es gibt keine Ladezeiten mehr. Das und auch das Upscaling, das manchmal schon per Patch nachgereichte "Pseudo"-HDR und natürlich sehr oft eine hohe Framerate steigern das Vergnügen an den Klassikern. Euer Stapel der Schande geht nicht in Rente, er lockt nun noch viel mehr, zumal ja alles schick in einer Oberfläche sortiert auf euch wartet.

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Castlevania: Lords of Shadow - Immer noch ein schönes Spiel, jetzt praktisch ohne Ladezeiten und Ruckler.

Verändert es jetzt komplett das Game und kann ich bei irgendwas sagen "so habt ihr X oder Y noch nie gesehen!"? Nein, das nun wieder auch nicht. Es ist schön noch mal in Red Dead 2 wieder auszureiten, in Forza Horizon 4 in vollem Tempo herumzuheizen, ein wenig Ray-Tracing in das neue Watch Dogs reingepatched zu bekommen, das ist alles super. Wenn es vorher mal ein wenig ruckelte, dann tut es das jetzt scheinbar nicht mehr. Wen das in dem einen oder anderen Spiel zutiefst beleidigte, der hat jetzt die Chance sich zu versöhnen. Gerade Sekiro zum Beispiel profitiert massiv von den felsenfesten 60 Frames, das Spiel wir nun sogar etwas einfacher, weil man bei den Timings nicht mehr "zwischen den Frames" arbeiten muss.

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Sekiro spielt sich schon fast zu gut, wenn man die anderen Timings gewohnt war.

Am Ende ist es so als hätte man seinen PC für die neuesten Games, die noch auf sich warten lassen, aufgerüstet. Also spielt man all die alten Sachen und freut sich, dass sie auch ein wenig von der Ausgabe profitieren und ja, 60 Hz (oder sogar mal 120) und/oder 4K je nach Spiel sind in vielen Spielen eine feine Sache.

Einen Pluspunkt hat die Xbox aber auf jeden Fall gegenüber der PS5: Aus welchem Grund auch immer ist der Klassiker Shadow Complex Remastered eines der drei oder so Spiele der PS4-Zeit, das nicht auf der PS5 läuft. Auf der Xbox schon. Wenn das kein Futter für die Fanboy-Wars ist!

Neue First-Party Glorie auf der PS5

Es läuft bekanntlich ganz ähnlich wie bei der Series X - Spiele, die mit unbegrenzter Bildrate laufen statt mit einem 30fps-Cap erreichen auf der PS5 im Regelfall stabile 60 - und erreichte ein Spiel schon vorher feste 60, aber musste dafür hier und da dynamisch die Auflösung herunterskalieren, so kommt das auf der neuen Konsole seltener bis gar nicht mehr vor. Das wäre die Standard-Abwärtskompatibilität, die im Grunde für alles funktioniert, von Just Cause 3 über Hitman bis hin zu Dark Souls 3, das nun auch in 1080p60 spielbar ist. Bloodborne? Leider nein. 1080p30 ist hier das höchste der Gefühle.

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Ghost of Tsushima, so wie es eigentlich gedacht war?

Und dann gibt es da die Gelegenheiten, zu denen Sony dedizierte Patches liefert, um das Spiel gewissermaßen von Hand für die neue Konsole zu optimieren. Hier ist es tatsächlich ein Stück weit transformativ, was hier passiert. Nehmen wir zum Beispiel Ghost of Tsushima, das nun mit perfekten 60 Bildern pro Sekunde läuft und sich dadurch so wahnsinnig viel besser anfühlt, dass ein gewisser Next-Gen-Effekt nicht von der Hand zu weisen ist. Ähnliches könnte man auch über Days Gone sagen, dass dank Patch ebenfalls nicht weniger toll läuft, am Ende aber nunmal einfach Days Gone bleibt. Aber ich habe mir sagen lassen, dass nicht wenige das Spiel super finden - und sie werden es auf PS5 dank Abwärtskompatibilität noch einmal komplett neu entdecken, so viel besser spielt es sich.

Diese Spiele noch einmal neu aufzurollen, hat mir in den vergangenen Tagen eine Menge Spaß gemacht und ich kann kaum erwarten, wie das wird, wenn The Last of Us 2 noch einmal per Patch aufgebohrt würde. Es ist wahrlich eine gute Zeit, mit gut gefüllter PS4-Bibliothek in die nächste Generation zu gehen.

In den nächsten Tage werden wir uns viele Dinge noch mehr in Ruhe ansehen und dann weitere Artikel dazu bringen, auch von Digital Foundry werden wir sicher noch mehr dazu hören.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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