Ratchet and Clank: Rift Apart - Der spielbare Pixar-Film

Wann ist endlich Juni?

Partystimmung! Die Tore öffnen sich und Ratchet und Clank treten vor ein riesiges Publikum, das was zu feiern hat. Was? Das ist nicht ganz klar, aber egal, es kann sich nur um eine weitere Heldentat des Duos handeln. Eine eigene Parade bekommen sie am Anfang von Ratchet & Clank: Rift Apart spendiert, von dem ich mir letzte Woche insgesamt 40 Minuten Gameplay anschauen konnte.

Zum einen wie gesagt vom Anfang des Spiels mit der Parade. Die dient dabei zugleich als Tutorial, während ihr über die schwebenden Paradewagen Stück für Stück weiter nach vorne hüpft. Entlang der Route seht ihr Massen an jubelnden Zuschauern, hier und da feuert ihr ein wenig Konfetti oder ein paar Feuerwerksraketen ab. Ihr zertrümmert Kisten und findet darin Schrauben, schwingt euch auf den nächsten Paradewagen.

Wenn die Party mal wieder eskaliert

Bis auf einmal ein eher unfreundlicher Typ vor euch steht und mit seiner Waffe auf euch zielt. "Ratchet, ich denke nicht, dass das ein Teil der Show ist", merkt Clank an. Recht hat er. Was bis dahin noch eine Zelebrierung ihrer vorherigen Heldentaten war, erfordert jetzt neue von ihnen. Immer mehr Feinde tauchen auf, ihr ballert mit eurer Waffe auf sie oder gebt ihnen im Nahkampf ein paar Ohrfeigen.

Um euch herum schweben ihre Dropships und setzen Nachschub ab. Im Allgemeinen ist viel los in dieser Stadt, über und unter euch schweben dutzende Raumschiffe im Hintergrund herum und erzeugen so ein Gefühl der Lebendigkeit. Denkt ein wenig an Star Wars' Coruscant, aber mit nicht ganz so viel Verkehr am Himmel. Eine große Herausforderung stellt das hier noch nicht dar, es ist wie gesagt das Tutorial, das aber hübsch in den Anfang eingebunden ist und dabei nicht zu aufdringlich wirkt und euch aus dem Geschehen reißt. Ihr habt zum Beispiel keine Pausen im Spiel, wenn es euch was erklärt - vielmehr ploppen kleine Infofenster auf und sagen euch, was zu tun ist und wie ihr Dinge einsetzt.

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Erst das Vergnügen, dann die Arbeit.

Sind eure Feinde erst einmal bezwungen, scheint sich das Chaos zu beruhigen. Vorerst. Clank präsentiert Ratchet ein Geschenk, das er für ihn hat. Ein Gerät, mit dem er durch die Dimensionen reisen kann, um seine Heimat zu finden. Dummerweise schnappt Dr. Nefarious ihnen das Ding vor der Nase weg und versucht dann zu flüchten. Dabei hängt er mit seinem Raumschiff am Paradewagen fest und zieht diesen mit sich durch die futuristische Stadt, während er Stück für Stück auseinanderbricht. Darauf befinden sich natürlich Ratchet und Clank, die sich ihren Weg nach vorne bahnen, doch ihre Verfolgung findet erst einmal ein jähes Ende und sie landen vor dem Bahnhof...

Rivet und Clank sind auch ein gutes Duo

Szenenwechsel. Die Präsentation springt zu einem späteren Level. Rivet, die neue Lombax-Kämpferin, und Clank sind auf dem Weg zu einem fremden Planeten. Eine trockene, wüstenartige Welt, auf der ihr außerhalb einer Siedlung landet. Hier könnt ihr zum Beispiel Waffen und Ausrüstung kaufen oder verbessern. Beide befinden sich auf der Suche nach dem Fixer - ein riesiger Roboter -, der aber selbst ein wenig Fixing benötigt, denn er ist nicht in Betrieb.

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Rivet wirkt bisher wie eine prima Ergänzung.

Mit Rivet habt ihr hier zwar eine neue Protagonistin, erwartet mir ihr aber keine Revolution in Sachen Gameplay. Sie stellt nicht alles auf den Kopf und wie mit Ratchet kloppt und schießt ihr euch durch die Gegner. Um die Siedlung vom Landeplatz aus zu erreichen, nutzt sie eine Art Energieseil, um sich zu einer Plattform zu schwingen und dort einen Wandlauf durchzuführen, gefolgt von einem weiteren Sprung. Weiterhin gibt's... ich nenne sie mal "On Rails"-Sequenzen. Ihr gleitet mit Rivet über Schienen, weicht herumfahrenden Wagen aus, springt über Lücken, ihr kennt das Spielchen. An einer Stelle könnt ihr einen Dimensionsriss nutzen, um auf eine auf normalem Weg unzugängliche Schiene zu gelangen und eine große, goldene Schraube einzusammeln, bevor ihr wieder zur Hauptroute kommt.

Auf dem Weg zum sogenannten Hurlshot, den Rivet und Clank brauchen, um den Fixer zu fixen, begegnet ihr dann noch ein paar Weltraumpiraten. Die heißen nicht allein so, die Verhalten und sprechen auch so und sehen piratenmäßig aus. Sie attackieren euch mit Schilden und Schwertern, daher müsst ihr einen Weg finden, mit dem sie euren Beschuss nicht abwehren. Zum Glück habt ihr Zugriff auf ein umfangreiches Arsenal an Waffen und Gadgets. Dazu zählt zum Beispiel der Topiary Sprinkler, eine Art Sprinkleranlage, die auf umstehende Gegner feuert und diese für begrenzte Zeit bewegungsunfähig macht, indem sie sie mit Blättern überwuchert. Hübsch anzuschauen, gleichzeitig verschafft es euch eine kleine Atempause oder gibt euch die Gelegenheit, ein paar Volltreffer zu landen.

Piraten, Gadgets und eine waghalsige Flucht

In der Gameplay-Präsentation nutzt Rivet ein buntes Zusammenspiel verschiedener Gadgets und Waffen, um mit den Piraten kurzen Prozess zu machen. Sie richtet elektrischen Schaden an, wirft mit Bomben um sich, ein anderes Gadget bringt Clank-ähnliche Roboter in den Kampf, die euch unterstützen, und so weiter. Und die Ricochet feuert ein Geschoss ab, dass einen Gegner gleich mehrmals hintereinander trifft. Noch mehr Optionen im Kampf verschaffen euch die orangefarbenen Risse. Während lilafarbene Risse euch in andere Welten beziehungsweise Dimensionen führen, geht es durch die orangefarbenen Risse an andere Stellen in unmittelbarer Nähe. So wechselt ihr unmittelbar im Kampf die Position und landet so zum Beispiel direkt hinter einem oder mehreren Gegnern, um ihnen in den Rücken zu fallen. Ebenso sind sie nützlich, um sich in brenzligen Momenten aus der Schusslinie zu befördern.

Auch hier zeigt sich erneut ein reges Treiben, im Hintergrund ist immer was los. Raumschiffe schwirren durch die Gegend, feuern um sich und bekämpfen sich. Die Welten um euch herum wirken - zumindest ausgehen von dem, was zu sehen war - alles andere als statisch. Sie tragen ihren Teil zu einem lebendig wirkenden Universum bei. Ein Universum, zu dem auch die optionalen Pocket Dimensions zählen. Das sind kleinere Zwischendimensionen, die ihr hier und da entlang eures Weges findet. In diesem Level schnappt sich Rivet einen Käfer und fliegt mit ihm die Route entlang, um Schrauben einzusammeln und am Ende einen neuen Helm als Belohnung zu bekommen.

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Die Risse nutzt ihr zu eurem Vorteil.

Am Ende erreichen beide den Fixer, dem aber nicht daran gelegen ist, euch zu helfen. In Wahrheit hat er ganz andere Probleme. "Nichts kann repariert werden", gibt er von sich und geht sofort in den Aggro-Modus. Eine waghalsige Flucht durch den Level beginnt. Ihr rutscht über Schienen und fliegt durch die Luft, während um euch herum Höhlen zusammenbrechen und ihr seinem großen Laserstrahl ausweicht. Waghalsig, spektakulär. Wie die beiden die Situation am Ende lösen? Nein, das verrate ich euch nicht, das erlebt ihr dann selbst.

Insomniac zeigt mit Ratchet and Clank: Rift Apart, dass sie ihr Handwerk verstehen

Was von der ersten Sekunde an auffällt: Insomniac beherrscht sein Ratchet-and-Clank-Handwerk einfach grandios. Die Qualität der Grafik, die Detailfülle des Spiels, die Animationen, der Humor, die Kameraschnitte und -Bewegungen, einfach die gesamte Inszenierung... Pixar bekäme es nicht besser hin. Wenn ein Spiel einem interaktiven Pixar-Film am nächsten kommt, dann ist es die Ratchet-and-Clank-Reihe - und Rift Apart dank PS5-Power im Hintergrund noch einmal mehr.

Auf der einen Seite ist Ratchet and Clank: Rift Apart ein Technik-Showcase. Es ist einmal mehr enorm detailverliebt und sieht einfach zauberhaft aus. Die schnellen Wechsel zwischen den Welten, die Animationen, alles wirkt im gezeigten Gameplay wie aus einem Guss. Ganz ehrlich: dachte ich mir bisher noch, "ja, ein neues Ratchet & Clank, das wird schon serientypisch ganz gut sein", habe ich nach der Präsentation richtig Bock drauf, das zu spielen. Nicht allein aus dem Grund, weil ich ein Faible für Science-Fiction-Dinge habe, vielmehr weil das hier wie ein toller, unterhaltsamer Augenschmaus und wie ein Gute-Laune-Spiel aussieht. Wenn ich bedenke, dass der Stream nicht die bestmögliche Qualität bot, freue ich mich schon darauf, das auf meinem Fernseher zu erleben. Auf der anderen Seite steht das etablierte Gameplay. Das wirkt zwar nicht revolutionär, aber warum groß was auf den Kopf stellen, wenn es bisher gut funktionierte? Ihr habt ein paar einfallsreiche, witzige Waffen und Gadgets, Risse als zusätzliche, taktische Option in Kämpfen und ein rasantes Tempo. Kurz: ein Spiel, auf das sich jeder freuen kann, der bisher das Glück hatte, eine PS5 zu bekommen. Und falls nicht, ist ein Grund mehr, sich darauf zu freuen.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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