Ratchet & Clank: Rift Apart - Test: Einer der besten Kaufgründe für eine PS5

Ein Feuerwerk der guten Laune.

So sieht Brillanz in Spieleform aus. Ein Showcase für die neue Technik und in puncto Spielbarkeit und Präsentation hervorragend umgesetzt.

In Zeiten, in denen viele Studios darum bemüht sind, immer noch einen draufzusetzen und Spiele immer länger zu machen - ich blicke unter anderem in deine Richtung, Assassin's Creed Valhalla -, bin ich froh, dass es Titel wie Ratchet & Clank: Rift Apart gibt. Knackig und gegenüber Open-World-Abenteuern vergleichsweise kurz, wenngleich nicht zu schnell vorbei. Insomniac findet exakt die richtige Balance, ohne dass es auf der einen Seite gehetzt oder auf der anderen Seite in die Länge gezogen wirkt.

Und wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir im Grunde nichts ein, was ich am Spiel groß zu kritisieren hätte; Dinge, über die ich mich geärgert habe. Ich hatte immer gute Laune beim Spielen von Rift Apart, fühlte mich nie über- und ebenso wenig unterfordert. Das perfekte Spiel also? Okay, das sieht für jeden anders aus, für mich kommt's nah ran. Rift Apart ist zum einen ein technischer Showcase für Sonys PlayStation 5. Das Gute ist, dass es sich nicht alleine darauf verlässt.

Ratchet & Clank: Rift Apart zeigt den Generationssprung der Konsolen

Es veranschaulicht auf die beste Art, was zum Beispiel dank der SSD in der Konsole möglich ist. Rift Apart kommt buchstäblich ohne Ladezeiten aus, wenn ihr erst einmal direkt im Spiel drin seid. Allein das sorgt für ein verstärktes Mittendrin-Gefühl, weil ihr keine Ladezeiten habt, die euch in spannenden Momenten aus das Geschehen herausreißen, das Erlebnis geht so noch mehr in Richtung Film und zu diesem Spiel passt das wie die Faust aufs Auge.

Wie ich in meiner Vorschau zuletzt sagte, fühlt sich Rift Apart für mich an wie ein spielbarer Pixar-Film. Das betrifft mehr als die Qualität der Grafik, es ist die Fülle an Details, mit der das Spiel vor allem in seinen Kämpfen nicht geizt. Zeitweise überflutet es den Bildschirm mit Effekten, herumfliegenden Teilen, Trümmern, Partikeln und so weiter, ohne dass die Performance in irgendeiner Situation merklich in die Knie gehen würde. Und es ist vor allem die Darstellung der Charaktere, ihre Animationen, ihre Mimik und Gestik, ihre Überzeichnung, die mich hier an Animationsfilme denken lässt. Wenn ich einen Gegner mit der Blitzkanone wiederholt treffe, fängt der nach ein paar Treffern an, Zeichentrickfigur-artig zu zucken und komische Geräusche von sich zu geben, während der Körper von Blitzen umhüllt ist. Es ist dieses kleine bisschen mehr an Liebe zum Detail, das andere Spiele vermissen lassen. Insomniac hat diesbezüglich sein Handwerk über die Jahre hinweg perfektioniert und das zeigt sich in Rift Apart auf eine eindrucksvolle Art.

Die Welt des Spiels wirkt zu jeder Zeit echt und greifbar - es gibt nichts, was den Eindruck hinterlässt, dass es nicht explizit dazu passen würde. Der stetige Wechsel durch die Dimensionen sorgt dabei nicht allein für visuelle Abwechslung, ihr lernt bekannte Charaktere von einer anderen Seite kennen. Nach und nach an bestimmten Punkten durch mehrere verschiedene Dimensionen hintereinander zu fliegen - ganz ohne Ruckler und Ladepausen -, ist einfach ein tolles, spektakuläres Erlebnis. Ja, dahinter steckt im Grunde nicht mehr als eine einfache SSD mit ihrer Schnelligkeit, aber es reicht aus, um mich in der Hinsicht zu faszinieren und an den Bildschirm zu fesseln. Es beeindruckt mehr, als einfach eine bessere Grafik zu haben, ein echter Generationssprung. Wenn ich daran denke, wie mich je nach Spiel die Ladepausen in der Vergangenheit genervt haben, freue ich mich nach diesem Spiel umso mehr auf die spielerische Zukunft auf den neuen Konsolen.

Mit Flexibilität und Dynamik durch die Dimensionen

Was die spielerische Umsetzung der Dimensionsrisse beziehungsweise -wechsel anbelangt, habt ihr zum einen die größeren, die im Grunde als Teil der Story Pflicht sind. Dann gibt's die eher kleineren, orangefarbenen als Abkürzung, die euch ebenso auf eurem Weg weiterbringen oder zu kleineren Secrets führen. In den Kämpfen spielen sie nicht so die riesengroße Rolle, wie ich es mir vorher ausgemalt hatte, zumal es nicht in jeder größeren Auseinandersetzung welche gibt. Und dann gibt's noch die lilafarbenen, kleineren und optionalen Risse, in denen es darum geht, einen kleinen Parcours zu bewältigen, um neue Ausrüstungsgegenstände für Ratchet und Rivet freizuschalten. Sie fördern ein wenig euren Entdeckerdrang abseits der Hauptrouten, insgesamt bleibt die Zahl der Collectibles aber recht übersichtlich.

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Nahtlos und aufregend: der Wechsel zwischen den Dimensionen begeistert. (Ratchet & Clank: Rift Apart Test)

Die Zahl der Risse, die sich in den Gefechten taktisch einsetzen lassen, ist zwar gering, vermisst habe ich sie hier dennoch nicht zu sehr. Dafür sorgt die Flexibilität des Kampfsystems in Rift Apart, das Zusammenspiel aus dem umfangreichen Waffenarsenal und dem Bewegungsrepertoire von Ratchet und Rivet. So ergibt sich eine enorme Dynamik, zumal sich für manche Gegner spezifische Waffen eher eignen als für andere. Es gibt welche für den Nah- und für den Fernkampf, andere Gadgets sind nützlich für Crowd Control und Support. Je nach Situation bleibt es dann euch überlassen, ob ihr euch zurücklehnt und eure kleinen Helfer die Arbeit erledigen lasst oder ob ihr euch mit ins Getümmel stürzt. Die kleinen, Clank-artigen Roboter bringen euch zum Beispiel wenig bei fliegenden Gegnern, da sie die nicht erreichen, da müsst ihr schon selbst aktiv werden.

Es ist jedenfalls toll, so viel Flexibilität zu haben. Keine der Waffen und Gadgets fühlt sich sinnlos an, jede hat ihren Zweck, mit dem sie euch weiterhilft. Klar, am Ende hat jeder so seine Favoriten, doch es gab nichts, was ich nicht eingesetzt hätte. Was zugleich an der klugen Verteilung der Munition liegt. Sie ist nicht so in Massen verteilt, dass ihr ständig das Maximum von allem habt. Und gleichzeitig nicht so rar, dass ihr euch auf ein paar wenige Schießeisen beschränkt, weil ihr für den Rest nichts bekommt. So spornt euch das Spiel dezent dazu an, alles einmal auszuprobieren und herauszufinden, wie es sich für euch anfühlt. Von Granaten über eine Art Minigun bis hin zur Schrotflinte, fliegenden Mini-Bombern, einem Scharfschützengewehr - natürlich alles auf die Sci-Fi-Art umgesetzt - und einer Waffe, die Feinde kurze Zeit in Eiswürfel verwandelt, ist alles dabei, was Spaß macht und Chaos anrichtet.

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Wie ein spielbarer Animationsfilm. (Ratchet & Clank: Rift Apart Test)

Hinzu kommt wie gesagt die Dynamik der Charaktere, die durch die Gegend gleiten, springen oder ein Ausweichmanöver vollführen, bei dem sie nicht getroffen werden können. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Treffererkennung hier enorm präzise funktioniert. Bei manchen Schüssen, die haarscharf an mir vorbeigingen, dachte ich mir, dass das in anderen Spielen vermutlich als Treffer durchgegangen wäre. Wenn es hart auf hart kommt und euch verschiedene Gegnertypen konfrontieren, hüpft ihr wie ein junger Hase übers Schlachtfeld, werft an die eine Stelle schnell einen Partypilz - feuert auf alle in der Nähe -, an die andere Position einen Sprinkler, der Feinde vorübergehend in grüne Blätter einhüllt und kampfunfähig macht, bevor ihr zur Schrotflinte übergeht und dem nahestehenden Nefarious-Schergen eine Ladung aus nächster Nähe ins Gesicht jagt. Von Zeit zu Zeit ein wenig stressig, weil ein Treffer euch ordentlich zusetzen kann, aber es ist eine Freude, sich präzise von einem Schergen zum nächsten zu bewegen und sie auszuschalten und dabei zu wissen: wenn ich getroffen wurde, dann lag's an mir, weil ich einen Fehler gemacht habe.

Das Next-Gen-Feeling in Rift Apart

Das macht manche Kämpfe durchaus zur Herausforderung, bei der ihr alles im Überblick behalten, im richtigen Moment ausweichen und die passenden Waffen/Gadgets einsetzen solltet, um mit der Gegnermenge zurechtzukommen. Herauszufinden, welche das sind, macht großen Spaß und treibt euch an. Mein Ärger war groß, wenn ich dumme, vermeidbare Fehler machte und Lebensenergie einbüßte, aber die Freude umso größer, wenn ich Gefechte weitestgehend unversehrt überstand. Nicht falsch verstehen: Rift Apart ist nicht bockschwer, auf der normalen Schwierigkeitsstufe findet Insomniac exakt den richtigen Spot aus Anspruch und Zugänglichkeit. Lest den Kampf, versteht ihn und agiert entsprechend, dann kommt ihr hier prima zurecht.

In seiner Gesamtheit fühlt sich das Erlebnis in Rift Apart definitiv nach Next-Gen an. Und das auf mehreren verschiedenen Ebenen. Dazu zählen auch die zu erwartenden Dinge, wie zum Beispiel die bessere Grafik, höhere Auflösung und stabilere Framerate dank modernerer Hardware. Vor allem sind es aber andere Features, die den Unterschied machen. Die angesprochene SSD. Keine Ladezeiten, alles geht nahtlos ineinander über und das fühlt sich einfach toll an. Zumal das Gameplay des Spiels mit seinen Dimensionswechseln exakt darauf ausgerichtet ist, so vom schnellen Speicher profitiert und zeigt, dass es gleichermaßen Auswirkungen aufs Gameplay hat, denn ohne SSD wäre das so schwer umsetzbar.

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In den Kämpfen fliegen die Fetzen. (Ratchet & Clank: Rift Apart Test)

Weiterhin war es für mich die erste echte Begegnung mit den adaptiven Triggern und dem haptischen Feedback des DualSense. Und das fühlt sich ziemlich gut an. Je nach Waffe habt ihr einen spürbaren Widerstand, wenn ihr den Trigger leicht bis zum ersten Druckpunkt durchdrückt. Beim normalen Blaster feuert ihr so präzise, einzelne Schüsse ab. Drückt ihr ihn voll durch, sind es später bis zu drei Schüsse mit mehr Streuung. Und das gilt für fast alle Waffen. Wenn ihr sie abfeuert, sorgen die feinfühligen Vibrationen gleichzeitig dafür, dass ihr das Gefühl habt, tatsächlich einen Abzug zu betätigen, der eurem Finger was entgegenzusetzen hat. Ihr spürt unterschiedlich starke Vibrationen, abhängig von der Art der Waffe. So sehr, dass man die Augen schließen und sagen könnte, welche Waffe da gerade abgefeuert wird.

Und dann wäre da die allgemeine Präsentation des Spiels, die einfach fantastisch ist. Die erwähnten Animationen, die Designs, die großen Level, die Detailfülle, die Kameraschnitte und -bewegungen, alles was so dazugehört... all das passt wunderbar zusammen, mir sind keinerlei störende Pop-ins oder Einbrüche der Framerate aufgefallen. Im Zusammenspiel mit den nicht vorhandenen Ladezeiten entsteht so wahrlich der Eindruck, einen Animationsfilm zu spielen. Wenn ihr Perfektion in Sachen Design und audiovisuelle Präsentation sucht, seid ihr bei Rift Apart exakt an der richtigen Stelle. Standardmäßig läuft das Spiel übrigens in 4K30fps, so spielte ich es auch in der Testphase - und das lief wunderbar. Noch nicht ausprobieren konnte ich die beiden Performance Modi (dynamische 4K mit 60fps sowie dynamische 4K mit 60fps und Raytracing), die mit dem Day-One-Patch hinzukommen.

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Rivet ist das Beste, was Ratchet und Clank passieren konnte. (Ratchet & Clank: Rift Apart Test)

Und abschließend noch ein paar Worte zu Rivet. Sie ist ein toller Neuzugang, wenngleich sich ihre Fähigkeiten nicht im Geringsten von Ratchet unterscheiden. Das ist ein klein wenig schade, denn so habt ihr das Gefühl, rein spielerisch betrachtet nicht mehr als eine Ratchet-Kopie vor euch zu haben. Ein paar Unterschiede, ob in den verfügbaren Gadgets, Waffen oder Fähigkeiten, wären eine willkommene Abwechslung gewesen. Auf der anderen Seite müsst ihr euch nicht zwischendrin umgewöhnen, wenn der spielbare Charakter wechselt - es gibt wie immer zwei Seiten, ich hätte mir etwas mehr Variation gewünscht. Was nichts daran ändert, dass Rivet eine tolle Persönlichkeit hat, ihre Geschichte gut erzählt ist und sie eine perfekte Ergänzung für das bisherige Duo darstellt, ihm in Zukunft hoffentlich erhalten bleibt.

Ratchet & Clank: Rift Apart Test - Fazit

Ihr hattet bereits das Glück, eine PlayStation 5 kaufen zu können? Dann holt euch dieses Spiel! Hat euch bislang das Pech verfolgt, ist Rift Apart der beste Grund, am Ball zu bleiben und sich eine zu sichern. Das neue Abenteuer von Ratchet, Clank und Rivet ist von Anfang bis Ende exzellent ausgearbeitet, fühlt sich an wie ein ausgedehnter Animationsfilm, der exakt die richtige Länge hat, ohne langweilige Passagen zu bieten, und dabei einfach Unterhaltung pur liefert. Die Geschichte überzeugt mit spannenden Wendungen, die Setpieces sind toll und die spielerische Einbindung der SSD-Möglichkeiten zeigt, wie essenziell diese Hardware in den neuen Konsolen ist. Ich kann gar nicht genügend lobende Worte dafür finden, was Insomniac mit Ratchet & Clank: Rift Apart auf die Beine gestellt hat. Auf der einen Seite ist es dieses tolle Beispiel dafür, wie Spiele von den neuen Technologien profitieren, auf der anderen präsentiert es sich als der bisherige, spielerische Höhepunkt der Reihe mit einer überfälligen Auffrischung in Sachen Charaktere. Eine exzellente Ergänzung für jede PS5-Spielesammlung.

Im PlayStation Store bekommt ihr Ratchet and Clank: Rift Apart als Standard Edition und Digital Deluxe Edition, eine physische Version ist bei Amazon.de erhältlich.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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