Razer Viper Ultimate Cyberpunk Test - Goldstück für Silberhände

Geht links wie rechts. Richtig Cyber eben.

Razer Viper Ultimate Cyberpunk Edition Test - Hier hatten in der Vergangenheit ja öfter mal ein paar Linkshänder nach entsprechenden Mäusen gefragt und nachdem dieses Jahr gleich mehrere davon zur Redaktion dazugestoßen sind - ich dachte, bei dieser Laune der Natur handele es sich um ein begrenzteres Phänomen, dabei seid ihr offenbar ÜBERALL - wollte ich auch in Sachen Hardware mal für ein wenig mehr Repräsentation sorgen.

Deshalb teste ich heute die neue Razer Viper Ultimate, hier passend zu CD Projekts neuem RPG im schicken Cyberpunk-Look. Eine symmetrische und insgesamt sehr auf dem Boden gebliebene Maus mit exzellenter Wireless-Technologie, die auch an Rechnern funktioniert, die nicht mit 4 Prozent Auslastung eine Rakete zum Mars und zurück fliegen können. Der größte Haken gleich vorweg: 180 Euro sind kein Pappenstiel. Dann wiederum, wer sich mit nüchterneren Designs zufrieden gibt, ist mit 150 Euro Straßenpreis dabei und dann auch allerbestens bedient - auch wenn ich sagen muss, sowohl das Cyberpunk-Gelb als auch die Quartz-Pink-Version sehen schon ziemlich verlockend aus.

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Mehr braucht man nicht. Nicht im Bild, das kleine USB-Dongle, das entweder ins Dock oder direkt in den PC gesteckt wird, und zum Transport hinter einer kleinen Klappe an der Unterseite der Maus verschwindet.

Ist die Packung erstmal auf, freut man sich über einen sehr aufgeräumt präsentierten Inhalt: Maus, Basisstation mit USB-Steckplatz für den beigefügten Sender-Dongle mit Razers proprietärer Hyperspeed-Technologie und ein konkurrenzlos weiches Textilkabel sind alles, was man braucht. Das Ding ist binnen Sekunden installiert. Schön auch, dass auch bei Razer die Verpackung mittlerweile ganz bleibt und theoretisch Tausendmal auf und zugemacht werden kann, ohne dass man sie zerfleddern würde.

Die Hyperspeed-Technologie, die die Bewegungen des Nagers an den Rechner übermittelt, sei 25 Prozent schneller als der nächstbeste Wettbewerber, womit sicherlich Logitechs Lightspeed-Übertragungsmethode gemeint ist, aber ich bin ziemlich sicher, dass wir hier von Werten reden, die nur in Prozent ausgedrückt wirklich imponieren, nicht aber wirklich spürbar sind. Der Sensor schafft 20.000dpi und ist damit natürlich wahnsinnig irrwitzig übermotorisiert, zumindest bis die Spiele derartigen Mäusen mit kräftigerer Sensibilitätsdrosselungsmöglichkeiten mal gegensteuern und die theoretisch höhere Genauigkeit auch mal nutzbar machen.

Fünf Tasten (sieben, wenn man so fingerfertig ist, die gespiegelten Seitentasten mit dem Ring- oder dem kleinen Finger zu bedienen. Aus Versehen passierte mir das nie) reichen fürs Wesentliche, aber viel wichtiger ist, wie sie sich anfühlt, wenn man sie über die Matte schiebt. Wie schon bei der von Benjamin getesteten Logitech G Pro X Superlight ist auch diese Maus wahnsinnig leicht. Allerdings bringt die Viper mit 76 Gramm ein Mü mehr auf die Waage.

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Deutlich mehr Blingbling als sonst auf meinem Schreibtisch zu finden ist. Leider geil.

Das ist nichts, was man wirklich merken würde, wenn man beide kurz hintereinander benutzt. Aber den Unterschied zu meiner letzten Maus, einer Logitech G502, spüre ich extrem. Die hatte, wie ich damals dachte, schon den "Sweet Spot" in Sachen Gewicht ganz gut getroffen - 114 Gramm hatte sie, wenn man die zusätzlichen Gewichte nicht einlegte. Was Leichteres hatte ich bis zu dem Zeitpunkt nie für sinnig gehalten oder in Erwägung gezogen. Und jetzt habe ich seit etwa drei Wochen die Viper in Betrieb und muss sagen, dass ich jedes Gramm, das Razer weghobelte, sehr genieße.

Bis zu 70 Stunden soll die Maus schaffen und obwohl ich an der Laufzeit nichts zu meckern habe, denke ich, dass das vielleicht ein wenig hochgegriffen ist, wenn man in erster Linie und mit 1000 Hz Polling spielt. Im Office-Betrieb hat sie seit heute Früh um 9:00 Uhr gut 5 Prozent Ladung gelassen, beim Spielen dürften es deutlich mehr sein. Da die Ladestation aber stets bereitsteht und bestens aussieht, habe ich hier nicht weiter zu meckern.

Weil ich gerade eine Hunt-Showdown-Pause einlege und gerade vermehrt schnelleres spiele - Apex Legends und Cold War in erster Linie -, bilde ich mir ein, durchaus von der neuen Leichtgängigkeit zu profitieren. Über meine große Stoffmatte gleitet die Viper wunderbar angenehm und wo ich erst dachte, das zusätzliche Gewicht der alten Maus sei vielleicht sogar hilfreich bei Zielkorrekturen - immerhin haben die meisten Spielfiguren, auf die man anlegt, ebenfalls eine gewisse Trägheit -, muss ich nun sagen, dass ich mir die Rückkehr zu einer schwereren Maus gerade nicht so gut vorstellen kann.

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Schwarz wäre auch eine Variante. Wobei mir hier umso mehr auffällt, dass Razer gerne mal sein Logo umgestalten dürfte.

Allerdings sollte dazu gesagt sein, dass die Viper recht klein daherkommt, beziehungsweise ihr "Hinterteil" nicht ganz so ausladend ist und ich deshalb mit meiner mittelgroßen (vielleicht knapp darunter) Hand keinen wirklichen Palmgrip machen konnte - aber auch nicht musste, immerhin schiebt sich dieses Ding deutlich leichter. Was hier passiert, ist irgendwas zwischen Claw und Finger Tip - und ich habe die Umstellung nicht einmal gemerkt. Vielleicht ist es auch das, was mir den Eindruck vermittelt, dass ich etwas besser treffe als zuvor?

Apropos "schieben": In dieser Preisklasse dürfte sich langsam einbürgern, zumindest optional Keramikgleitfüße anzubieten. Die Kunststoffgleiter sind nach drei Wochen noch makellos, aber das geht noch ein Stück mehr Premium - wobei sich das dann auch wieder beim Gewicht bemerkbar machen dürfte. Wir werden sehen. Razer hatte zuletzt ja angefangen, erste Tastaturen mit PBT-Tastenkappen auszustatten, vielleicht schwappt diese Qualitätsoffensive bei der Verarbeitung ja irgendwann auch auf Mausgleiter über.

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Die Verarbeitung ansonsten ist top! Die Mecha-Tactile-Buttons - Razers proprietäre Mikroschalter-Lösung - klicken wunderbar uniform und schmeicheln den Fingern, nach drei Wochen sehen sowohl Gehäuseschale als auch die weiche seitliche Gummierung aus wie am ersten Tag sodass ich denke, von der Viper wird man länger etwas haben.

Nachdem ich bei meiner letzten Razer-Maus noch über die Synapse-Software die Nase rümpfte und ich auf deren Installation mit am wenigsten Lust hatte bei diesem Test, muss ich nun sagen: Mittlerweile ist sie ziemlich gut. Sie muss nur an sein, wenn man was ändern will, will nicht ständig neue Zusatz-Apps herunterladen und macht sich wirklich gar nicht bemerkbar. Tatsächlich tut sie sich in erster Linie durch ordentliche Bedienbarkeit hervor, wenn man mal wieder etwas an einem der bis zu fünf auf der Maus gespeicherten Profile ändern will und sie dann wieder wochenlang nicht zu Gesicht bekommt. So sollte es sein.

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Und noch ein Hingucker, der hier auch gerne stehen dürfte.

Razer Viper Ultimate Cyberpunk Edition Test - Fazit

Der einzige Kritikpunkt, der mich manchmal nervte - und damit meine ich drei Mal in diesen drei Wochen -, war dass die Viper ab und an aus dem Schlafmodus nur durch aus- und wieder anschalten mit dem Button an der Unterseite zu wecken war, was definitiv so nicht vorgesehen ist. Sicher auch nur eine Software-Frage. Davon abgesehen ist das hier mein neuer Liebling auf dem Schreibtisch. Bei der Menge an Mäusen, die sich hier angehäuft hat, ist es schon eine Auszeichnung, dass sie nicht zurück in den Schrank zu den anderen muss, um meinem letzten Standardgerät wieder zu weichen.

Der schmissige Cyberpunk-Look hilft, das gebe ich zu. In drei Wochen Intensivnutzung habe ich mich an dem Giftgelb noch längst nicht sattgesehen und das türkise LED am unteren Rand der Ladestation lässt sie optisch beinahe schweben. Ich habe die Viper gerne in der Hand, beziehungsweise unter den Fingerspitzen und habe tatsächlich das Gefühl, in hitzigen Situationen auf dem Posten zu sein. Schwerere Mäuse werden es bei mir ab sofort nicht mehr so einfach haben. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich glaube, über diese Maus könnten sich Rechts- und Linkshänder einig werden.

  • Hersteller: Razer
  • Plattformen: PC
  • Release-Datum: erhältlich
  • Preis: ca. 180 Euro in Sondereditionen, ab 100 Euro in Schwarz

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel. test

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