Red Dead Redemption • Seite 2

Wow!

Was folgt, sind viele, zum Teil extrem spannende und abwechslungsreiche Aufträge. Ihr überfallt Züge, kämpft mit Soldaten gegen Rebellen oder müsst komplette Gangsterbanden auslöschen. Das Spiel bleibt dabei aber immer auf dem Boden der Tatsachen und driftet nicht in Richtung Grand Theft Auto ab. Red Dead Redemption ist ein Western, wie er im Buche steht und erinnert bei seiner Erzählstruktur an moderne Klassiker wie Erbarmungslos oder Open Range. Eine epische, ca. 20 Stunden lange Geschichte, die sich mal nicht um Rache dreht, sondern um die Vergebung der eigenen Sünden. Und dabei einige interessante Story-Twists liefert.

Neben Bonnie trifft John auf weitere schön verschrobene und mehrdimensionale Charaktere, die nicht in eine Schublade passen. Verblendete Rebellen, drogenabhängige Wissenschaftler, eloquente Scharlatane und verrückt gewordene Schatzsucher geben sich hier die Klinke in die Hand. Abgehoben genug, um euch bei der Stange zu halten, aber nicht so durchgeknallt, dass ihr aus der Story herausgerissen werdet. Ein zum Teil erschreckendes Gesellschaftsbild einer wilden Zeit.

Denn das angehende 20. Jahrhundert ist eine kalte, harte Welt. Der technologische Fortschritt ist nicht mehr aufzuhalten, aber das Leben im Wilden Westen ist immer noch rau. Die Ordnungshüter schauen oft weg, wenn Bürger auf der Straße überfallen werden, eine Frau um Hilfe schreit oder ein Dieb ein Geschäft ausraubt. "Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott" ist die Devise. Also nimmt John das Gesetz selbst in die Hand und drückt damit der Welt von Red Dead Redemption seinen Stempel auf.

In allererster Linie geschieht das mit Waffengewalt. Das Kampfsystem von Grand Theft Auto IV wurde dabei stark überarbeitet. Auf Knopfdruck visiert John seine Gegner an und das Spiel schwenkt in die Schulterperspektive. Das Auto-Aiming und damit auch der Schwierigkeitsgrad lässt sich dabei in drei Stufen regulieren. Auf Casual verfolgt John automatisch sein Ziel, auf Normal nimmt er es nach dem Knopfdruck nur kurz ins Visier und auf Expert müsst ihr ganz allein zielen. Wie in GTA IV gibt es ein Cover-System, das sich aber nicht ganz auf Höhe der Zeit bewegt. Es dauert einfach zu lange, sich wieder zu lösen oder von einer Deckung zur nächsten zu hechten.

Dafür werden die Trefferanimationen durch die neueste Euphoria-Engine perfekt in Szene gesetzt. Wenn mit einem satten Knall die Kugel den Lauf verlässt und mit enormer Wucht in die Gegner einschlägt, reißt es sie physikalisch korrekt vom Pferd, wirft sie von Dächern oder lässt sie in den Abgrund stürzen. Um den Gegnerhorden Herr zu werden, könnt ihr auf Knopfdruck in den Dead-Eye-Modus schalten. Diese aufgemotzte Zeitlupe ermöglicht es, auch mehrere Gegner auf einmal und/oder aber bestimmte Körperteile zu markieren, die nach dem Auslösen dann in einem Kugelhagel untergehen.

Die KI macht dabei einen vernünftigen Job, versucht euch zu umgehen und geht einigermaßen geschickt in Deckung. Erwartet keine Taktik-Wunder, aber für einen Open-World-Titel ist das Ganze gar nicht so schlecht. Noch beeindruckender ist euer Arsenal. Da der Titel im Jahr 1910 angesiedelt ist, gibt es neben klassischen Revolvern und Flinten auch halbautomatische Pistolen und Schrotflinten. Die rund Zwanzig Waffen unterscheiden sich durch Kraft, Genauigkeit, Kapazität, Feuer- und Nachlade-Geschwindigkeit. Ab und an dürft ihr euch sogar hinter eine Gatling-Gun klemmen und damit gleich Dutzende Feinde auf einmal bekämpfen.

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Kristian Metzger

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