Retro auf Raten - Wii Virtual Console

Cybernator, Light Crusader, Rolling Thunder 2

Riesenroboter sind einfach cool. Kollege Kristian „Warhammer 40K“ Metzger wird mir da sicher zustimmen und unter Euch gibt es sicher auch den einen oder anderen, der sich des Charmes eines Battletech oder Gundam nicht entziehen kann. Während aber die Animeserien in der Regel pfeilschnelle und teilweise transformersartige Metallungetüme bevorzugen, stehe ich mehr auf Spiele, die sich beim Steuern so anfühlen, als müssten erst einmal einige Dutzend Tonnen Metall in Bewegung versetzt werden.

Es muss bei jedem Schritt krachen und rumpeln, die Erde muss beben und ein ganzes Arsenal projektilgestützter Armageddon-O-Matics an Bord haben. Laser sind für Sissys und dieser Art der eher trägen Zerstörungswut kommt die Mech Warrior-Serie einfach am besten entgehen. Und natürlich Cybernator von Konami.

Cybernator

  • Plattform: Super Nintendo
  • Entwickler: Konami
  • Erschienen: 1992
  • Kostenfaktor: 900 Punkte
  • Wii-Mote Unterstützung: Nein

Auch wenn Cybernators Roboter nicht ganz so groß sind – höchstens 3 bis 4 Meter –, schafft der Shooter es doch perfekt, das Gefühl zu vermitteln, dass etwas sehr Schweres durch die Gegend stampft. Eine Cockpit-Perspektive könnt Ihr vom Super Nintendo natürlich kaum erwarten und so lässt man es aus der Seitenansicht krachen. Mit jedem Schritt donnert es, der Metallpanzer bewegt sich glaubwürdig animiert und nach jeder etwas ruppigen Landung geht das Ungetüm erst mal in die Knie.

Diese Detailverliebtheit macht einen Großteil des Charmes aus. Die krachende Gattling-Gun stößt mit jedem Schuss einen Schwall Hülsen aus und wenn Ihr mal wieder nicht getroffen habt, bleiben sogar Schäden in der Umgebung zurück. Nicht schlecht für ein 16-Bit Spiel. Der Spielablauf passt perfekt zum nicht ganz so schnellen Tritt des Mechs. In den meisten Levels bestimmt Ihr selbst das Tempo und zu schnell solltet Ihr auch nie vorpreschen.

cyber

Wie in der schnöden Wirklichkeit habt Ihr nur ein Leben zu verlieren und wer ohne Rücksicht voranhastet, wird dies trotz der großzügigen Energieliste auch in kürzester Zeit tun. Cybernator ist nicht einfach und dies gilt besonders für die Weltraumlevel, die als Abwechslung klassische Shoot'em'Up-Kost bieten. Das Trägheitsmoment beim Flug fühlt sich zwar gut an, nur die schiere Größe des Sprites macht das Ausweichen des vehementen Feindfeuers nicht gerade einfach.

Damit Ihr aber auch wisst, warum Ihr überhaupt unterwegs seid, hat Konami nicht nur eine Geschichte auf die ersten drei Zeilen des nun ja nicht mehr mitgelieferten Handbuch gedruckt, sondern zieht selbige als roten Faden durch das ganze Spiel. Immer wieder melden sich die Heimatbasis oder Eure sich als Kanonenfutter andienenden Kollegen und versorgen Euch mit dem Stand der Dinge. Diese Gespräche wurden in Japan mit netten Anime-Porträts versehen, in der Europafassung gibt es diese nicht. Auch keine anderen Bilder. Warum? Das weiß allein Konami.

Trotz dieser schrägen Zensur sollte das keinen Ballerspieler von dem Rumpelausflug abhalten. Es ist sicher kein Super Contra, bringt aber wertvolle Abwechslung in das Genre und wird Euch dank des fair-knackigen Schwierigkeitsgrades eine ganze Weile im Mechsessel halten.

Goldmünzen: 4/5

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

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