Super Mario Galaxy • Seite 2

Eins für die Ewigkeit

Stellenweise erinnert der Levelaufbau gar an ein Zelda, wenn Ihr etwa zunächst einige kleine Aufgaben erledigen müsst, bevor sich eine Tür für Euch öffnet. Gleichermaßen trefft Ihr aber auf ganz klassische Plattforming-Passagen in 2D und 3D, vergleichbar mit den Old-School-Levels aus Super Mario Sunshine. Nur länger und verzwickter.

Denn ein vollkommen neues und deshalb umso kritischeres Spielelement ist die veränderbare Schwerkraft - egal, ob Ihr Euch gerade auf einem winzigen, kugelrunden Planeten oder auf einem riesigen Himmelskörper befindet. Letztere beanspruchen übrigens mehr als die Hälfte der Spielzeit für sich, also lasst Euch nicht von Screenshots oder Videos täuschen, die das Fliegen durch's düstere Weltall in den Mittelpunkt stellen.

Die Schwerkraft ist deshalb so wichtig, weil Ihr auch über die "Unterseite" von Planeten laufen könnt, die Ihr auf den ersten Blick häufig nicht seht. Außerdem erklimmt Ihr dank der jedem Himmelskörper eigenen Anziehungskraft problemlos eigentlich zu hohe Ebenen - indem Ihr in deren Kraftfeld springt und Euch quasi ansaugen lasst. Das erfordert im wahrsten Sinne, um die Ecke zu denken. Doch dank des langsam ansteigenden Schwierigkeitsgrad und der nahezu optimalen Balance, stoßt Ihr nie auf unlösbare Situationen.

3
Bienen-Mario erweist Bienen-Königin einen Gefallen. Wirklich.

Besonders schön ist, dass Euch das Spiel die Wahl gibt, wie Ihr es spielen wollt: Ihr könnt in fast sämtlichen Levels ohne allzu große Schwierigkeiten von Start zu Ziel rennen, ohne Euch etwas genauer anzuschauen, weil alles selbsterklärend ist. Aber ebenso gut jede Ecke genauestens untersuchen, locker ein, zwei Stunden pro Galaxie aufwenden. Zumal Ihr fast immer die Wahl zwischen mehreren Welten habt.

Steuerung und Grafik setzen Super Mario Galaxy schließlich die Krone auf. Dass es das bestaussehendste Wii-Spiel ist, sollte offensichtlich sein: Die bunten, abwechslungsreichen Galaxien, die detailreich modellierten und gewohnt stark animierten Figuren, die einmaligen und stets überraschenden Endgegner, die Euch selbstredend alle eigene Taktiken abverlangen.

Aber auch das nicht direkt Sichtbare stimmt. Mit dem Zeiger der Wiimote sammelt Ihr (oder ein zweiter Spieler) weit entfernte Sternenteile auf. Schüttelt Ihr den Controller, führt Mario einen Drehangriff aus. Für die übrigen Aktionen hätte es genauso ein herkömmliches Gamepad getan, doch gerade das Zeigen auf den Bildschirm stellt eine äußerst gelungene Erweiterung dar.

4
Jeder Boss ist etwas ganz besonderes.

Bei jedem normalen Spiel wären wir spätestens jetzt an der Stelle angelangt, an der Kritikpunkte genannt werden müssten. Betonung auf normal, da Super Mario Galaxy nichts enthält, das die Bezeichnung Kritikpunkt ernsthaft verdienen würde. Ja, man kann die Kamera nicht immer per Hand drehen, was hin und wieder schön gewesen wäre. Und auch wenn das Spiel im Prinzip nicht schwierig ist, so ist es manchmal einen Tick zu unnachgiebig - beispielsweise, wenn Ihr bei einer einzigen Berührung bestimmter Gegner umgehend das Zeitliche segnet. Aber das wäre Haarspalterei. Nichts davon kann das durch und durch perfekte Spielerlebnis gefährden.

Denn nichts anderes ist der Titel. Perfekt. Manch einer mag sagen, es gäbe kein perfektes Spiel. Vermutlich hat derjenige Super Mario Galaxy noch nicht gespielt. Oder er hängt sich an Winzigkeiten auf, die jeder Spieler, der einfach nur Spaß haben will, nicht einmal bemerkt.

Super Mario Galaxy ist ein Meisterwerk in jeder Hinsicht. Es ist das Spiel, mit dem ich in diesem Jahr am meisten Spaß hatte. Das Jump'n'Run, mit dem ich seit zehn Jahren am meisten Spaß hatte. Es ist ein Spiel, mit dem Ihr zugleich in Nostalgie schwelgen und ein unglaublich modernes Abenteuer erleben könnt. Das man nicht verpassen darf und das man lieben wird. Eins für die Ewigkeit.

10 /10

Da Ihr immer so lieb und artig seid, spendieren wir Euch gleichzeitig den ersten Teil der Komplettlösung.

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Fabian Walden

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