Seit beinahe einem halben Jahrzehnt hat Roger Ebert schon Probleme mit der aufgebrachten Spielergemeinde. Mehrfach wiederholte der weltbekannte Filmkritiker, Videospiele seien Filmen und Literatur gegenüber inhärent minderwertig und dass sie, auch aufgrund der Interaktivität, keine Kunst sein könnten. Nun hat Ebert seine Meinung dazu relativiert und gesteht einen Irrtum seinerseits ein.

„Mein grundlegender Irrtum war, zu glauben, ich könnte auf vollkommen theoretischer Basis eine überzeugende Debatte führen“, so Ebert in seinem Blog (via Kotaku).

„Ich habe behauptet, Videospiele könnten schon aus Prinzip keine Kunst sein. Dies war eine törichte Position, besonders weil sie sich scheinbar auch auf die gesamte unbekannte Zukunft der Spiele bezog“, so der Filmkritiker weiter.

„Dies wurde mir vermutlich hunderte Male aufgezeigt. Wie könnte ich da widersprechen? Es ist durchaus möglich, dass ein Spiel eines Tages große Kunst sein kann.“

„Wer bin ich, zu behaupten, Spiele hätten nicht das Potential, Kunst zu werden? Eines Tages? Unter den tausenden Antwortenden gab es keine Einigkeit über auch nur ein einziges aktuelles Spiel, das ein unangreifbares Meisterwerk ist. Shadow of the Colossus kam dem am nächsten. Ich schätze, das ist der Titel, mit dem ich anfangen sollte.“

„Unangreifbares Meisterstück“? Weil es auch so viele Filme und Bücher gibt, über die sich alle Menschen einig sind? Ihre Basis, Herr Ebert, ist noch immer eine viel zu theoretische.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Deputy Editor - Eurogamer.de

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.