Sam & Max: Situation: Comedy

Zwerchfell-Belastung: Kritisch!

Vor knapp eineinhalb Monaten veröffentlichte Telltale Games den von vielen Adventurefans sehnlichst erwarteten Nachfolger von Sam & Max: Hit the Road!. Angst hatte man aber auch. Angst, dass das ambitionierte Entwicklerteam den unvergleichlichen Humor und das absolut einmalige Schnüfflerduo nicht gebührend umsetzen könnte. Aber genau das schafften sie hervorragend und verleiteten nicht nur uns dazu, Sam & Max: Culture Shock eine Bestnote zu geben. Jetzt steht die zweite Episode des Adventures in den Startlöchern und will die Zwerchfelle der Rätselgemeinde erneut an die Schmerzgrenze bringen – ob das gelingt?

Alles neu macht die zweite Episode?

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Sicher sehr lecker...

Nachdem Sam und Max in der ersten Episode einen durchgedrehten Möchtegern-Kinderstar aufhalten mussten, geht es nun um eine verrückte Talkshow-Moderatorin, die ihr Publikum gefangen hält und ihre Sendung kurzerhand auf 24 Stunden am Tag ausweitet. Die Verbindung von Episode 1 und 2: Wie auch der Bösewicht aus Episode 1 hat die Talkshow-Moderatorin, von den Entwicklern liebevoll Myra getauft, etwas mit Hypnose zu tun. Zweite Gemeinsamkeit der Episoden: Auch dieser Teil des Sam & Max-Abenteuers endet mit einem Cliffhanger.

Doch bis Ihr den zu Gesicht bekommt, vergehen eine Handvoll Stunden – aber auch nicht mehr: Situation: Comedy zieht in Sachen Umfang und Kurzweiligkeit mit Culture Shock gleich. Damit sich die rund 5 Stunden abwechslungsreich gestalten, erhält ein neuer Schauplatz Einzug: Das TV-Studio, in dem auch Myras Endlos-Talkshow gedreht wird. Dort machen sich Sam und Max in einer Improvisationskomödie zum Affen, schwingen in einer Kochsendung die Löffel, gewinnen in der Show „Who's never going to be a millionare?“ eine Million Briefmarken (ja, richtig gehört) und tun noch zig andere Dinge, die vor Situationskomik nur so triefen. Ihr dürft jetzt übrigens raten, woher diese Episode ihren Namen hat.

Einfach, aber gut

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Eine Kuh am Set? Klar, wenn schon Hund und Hase, dann auch Kühe.

Wer eine deutliche Steigerung des Schwierigkeitsgrades erwartet, erlebt allerdings eine Enttäuschung. Noch immer ist es nicht möglich, diverse Gegenstände im Inventar miteinander zu kombinieren, noch immer ist des Rätsels Lösung durch einen kurzen Dialog ersichtlich. Zwar kann man jetzt nicht mehr alle Örtlichkeiten auf Anhieb abklappern und so sämtliche Gegenstände nach Lust und Laune in die Tasche wandern lassen, die Anforderung an unsere Denkzentrale, auch Hirn genannt, bewegt sich aber wie beim Vorgänger in seichten Gewässern – mehr als ein halbes Mal um die Ecke denken ist also kaum von Nöten. Dafür entschädigt hingegen der durchweg herrliche Humor von Sam und Max, die sich weiterhin bei jedem noch so nebensächlichen Objekt zum Totlachen komische Wortgefechte liefern. Ganz wie in alten Zeiten eben.

Genauso markant wie das Schnüfflerduo sind auch die neuen Charaktere: Beispielsweise die Show-Direktorin, die so genervt aus der Wäsche guckt, dass man ihr am liebsten Urlaub auf Lebenszeit spendieren möchte – den hätte ich übrigens auch ganz gerne ... Die altbekannten Gesprächspartner durchliefen derweil eine kleine Weiterentwicklung: Der paranoide Ladenbesitzer Bosco ist nun auf dem Britisch-Trip und versucht mit Hilfe von schlecht imitiertem Akzent und Monokel verzweifelt, einen der Snobs aus Übersee zu mimen. Sybil hingegen, unter anderem ehemalige Psychiaterin und Tätowiererin, legte sich kurzerhand eine neue Berufung zu: Aliens enttarnen. Sie sammelt folglich alles, was mit grünen Männchen zu tun hat und rief sogar eine Vereinigung, die so genannte Love-Alien Triangle, ins Leben.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Nur das, was auch schon in Episode 1 galt: Die 3D-Grafik ist zwar auf den ersten Blick nur mittelmäßig, besitzt aber ihren ganz eigenen Charme. Und die Synchronsprecher sind erste Sahne – optisch und akustisch wird der Humor des Spiels also perfekt unterstrichen. Punkt.

Von den 5 Stunden, die man mit Hund und Hase verbringt, gehen gerade mal 2 für's Rätseln drauf. Der Rest ist purer Genuss von einer herrlichen englischen Sprachausgabe und von Charakteren, die erschaffen wurden, um zu unterhalten. Unterhalten - das trifft es wohl am besten: Situation: Comedy ist pure Kurzweil mit Gags am laufenden Band und zahlreichen kleinen, leicht lösbaren Knobelaufgaben. Lachen ohne Rätselstolpersteine, das ist Balsam für Herz und Seele und Tortur für das Zwerchfell - das ist schlichtweg Sam & Max. Das nächstes Mal darf mein Gehirn trotzdem etwas mehr angestrengt werden ...

9 /10

Situation: Comedy stürmt von hier aus ab dem 5. Januar Euren PC.

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Simon Holthausen

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