Slash Quest! weiß, was das Befriedigendste an klassischem Zelda ist: Rasenmähen!

Ihr wisst, dass es stimmt!

Meine erfreuliche Safari durch den Fundus von Apple Arcade geht weiter. Nachdem mich zuletzt The Last Campfire schon sehr rührte und überraschte, dass Action-Adventures in Konsolenqualität auch auf dem iPad problemlos möglich sind, hatte ich die letzte Woche mit Slash Quest sehr viel Spaß. Der Release von letztem Freitag setzt die gehaltvolle und charmante Aufklärungsarbeit in Sachen Gaming auf Tablets an mir nahtlos fort und kommt dem Kern einer Videospiel-Wahrheit sehr nahe: Ist es nicht mit das Schönste an einem Zelda, die Grasbüschel abzuschlagen?

Im Slash Quest dreht sich alles darum als neuerlicher Schwinger eines uralten sprechenden Zweihänders namens Schwertchen alles Mögliche zu halbieren: Rüben, Kürbisse, Ranken, aber natürlich auch Monster. Zunächst hatte ich das Spiel im Verdacht, nur allzu Gimmick-artig üblichen Touch-Spiel-Mustern zu folgen, denn die Steuerung ist tatsächlich sehr simpel: Eine Geradeaus-Taste und je eine für Links- und Rechtsrotation sind im Grunde alles was ihr braucht, um euch aus erhöhter Perspektive durch das pastellene Wunderland zu schnetzeln, und Schwertchen seiner verlorenen Königin zurückzuführen.

slash quest 1
Drei Leuchtekugeln finden, dann geht's hier weiter.

Der Weg dorthin gestaltet sich natürlich als eine Serie aus Kämpfen und Puzzles, die von der simplen, aber gleichzeitig fordernden Steuerung sehr wohl profitieren. Es fühlt sich einfach gut an, mit dem Schwert voran in anstürmende Kopffüßler-Monstrositäten zu rennen, und dann kurz zu bremsen, um auf der Stelle einen mächtigen Rundumschwung auf die Nachzügler loszulassen. Auch und vor allem, weil es so schön klingt und bestens zu den Animationen passt, wenn der Stahl gleichermaßen leicht durch Gemüse und Ungezieferleiber fährt.

Eine schöne Mischung als alt und neu

Aber aufgepasst: Mit jedem Kill wird Schwertchen ein wenig länger, es gegen einen Felsen zu donnern, kostet euch hingegen ein paar Zoll. So ist immer wieder auch ein wenig Finesse gefragt, zumal es in diesem Fall sehr wohl auf die Länge ankommt. Nicht nur im Kampf, sondern auch bei den Rätseln, wenn gewisse Elemente anders einfach nicht zu erreichen sind.

slash quest 2
Tragt mit dem Schwert das Feuer zu den Ranken. Die Aufgaben sind immer schön kurzfristig angelegt, sodass man immer das Gefühl hat, was geschafft zu haben. Gleichzeitig spielt es sich zwar temporeich, aber auch nicht trivial.

Traditionelle Action-Adventure-Elemente wie Runen, die man auf dem stets gut gelaunten Schwertchen anbringt, und zwei passive und eine aktive Fähigkeit mitbringen, verleihen dem Spiel ebenso Tiefe wie die Herzteile - keine Ahnung, wo ich sowas schon mal gesehen habe... - und all die teilweise wirklich gut versteckten Schatztruhen. Lustig sind auch all die verschiedenen Fortbewegungsmöglichkeiten, die so ein Schwert ermöglicht. Man sollte es gar nicht meinen, was sich die Entwickler hier alles einfallen lassen haben. Optisch gefällt mir die zart schattierte Glubschaugenästhetik ausgezeichnet, die Musik bekomme ich so schnell nicht wieder aus dem Ohr und die Dialoge zwischen Schwertchen und dem stummen Erfüllungsgehilfen Schaffel sind einfach reizend.

Slash Quest ist ein sympathisches und clever um eine zentrale Idee herum aufgebautes Action-Adventure, das sich für längere Sitzungen ebenso anbietet, wie es in kurzen Schüben Spaß macht. Man ist schnell drin und schnell wieder raus, das spricht schon für das Design dieses Spiels. Dass der Spielablauf an sich aber so befriedigend ist und so gute Laune macht, dass man das Tablet gar nicht weglegen möchte, das macht Slash Quest zu einem kleinen Kunststück.

  • Entwickler / Publisher: Noodlecake / Apple
  • Plattformen: iPad, iPhone (Apple Arcade)
  • Release-Datum: erhältlich
  • Sprache: Deutsch, Englisch und weitere

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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