Sony entfernt Cyberpunk 2077 aus dem PlayStation Store - Rückerstattungen werden gewährt

Hartes Durchgreifen.

  • Cyberpunk 2077 wurde aus dem PlayStation Store entfernt
  • Rückerstattungen für diejenigen, die eine wünschen, werden nun gewährt
  • Als Grund gibt Sony an, dass Kundenzufriedenheit im Vordergrund stehe

Update vom 18.12.2020, 12:30 h:

CD Projekt Red hat sich nun selbst zu dem überraschenden Schritt von Sony geäußert, die Playstation-Version von Cyberpunk 2077 aus dem Store zu nehmen. Dazu veröffentlichte das Unternehmen eine kurze Stellungnahme in seiner altbekannten Manier, Schwarz auf Knallgelb.

Demnach klingt es so, als sei vorher eine Unterredung mit Sony erfolgt. Angesichts des Tonfalls der Stellungnahme ist nicht auszuschließen, dass Cyberpunk in beiderseitigem Einvernehmen aus dem PlayStation Store entfernt wurde. Physische Versionen für die Konsolen sollen allerdings weiterhin verfügbar sein. Außerdem soll das Spiel auch für die PS4 weiterhin mit Support in Form von kommenden Updates, Patches und co. unterstützt werden - das Potenzial, das sich in der PC-Version abzeichnet, schreibt CDPR also für die alten Konsolen nicht völlig ab.

Auch die Rückerstattung wurde noch einmal vonseiten des Unternehmens bestätigt: Refunds können auf der Playstation-Seite in einem extra dafür eingerichteten Bereich beantragt werden.

Auffällig ist, dass es im Moment offenbar noch keine Pläne gibt, das Spiel auch im Xbox-Store zu entfernen. Gegenüber Thomson Reuters machte Adam Kicinski von CDPR deutlich, dass man aktuell offenbar nicht im Gespräch mit Xbox sei, um das Spiel auch in ihrem Onlineshop aus dem Handel zu nehmen. Klar, auf der PS4 gibt es extreme Mängel, vieles davon trifft auf die Xbox-One-Version des Spiels allerdings ebenfalls zu. Über Gründe für dieses Vorgehen von CDPR lässt sich also nur spekulieren.

Update: Judith Carl

Ursprüngliche Meldung von heute Morgen:

In dieser Größenordnung ist das sicher beispiellos: Sony hat über Nacht das Sci-Fi-Rollenspiel Cyberpunk 2077 aus dem PlayStation Store entfernt. Wer eine Rückerstattung wünscht, wird diese bekommen, so das Unternehmen.

Die Maßnahme folgt auf eine Beschwerdewelle von Käufern, nachdem die PlayStation-4-Version mit katastrophal schlechter Performance lief und dabei nicht gerade berühmt aussah. Das Spiel wurde auf Last-Gen-Hardware offenkundig einfach nicht fertig.

In seiner Stellungnahme auf der amerikanischen Blogseite heißt es:

„SIE (Sony Interactive Entertainment) strebt eine hohe Kundenzufriedenheit an. Deshalb beginnen wir mit vollständigen Rückerstattungen an alle Spieler, die Cyberpunk 2077 im PlayStation Store gekauft haben."

Und weiterhin:

„SIE entfernt bis auf weiteres Cyberpunk 2077 aus dem PlayStation Store."

Definitiv nicht die erste News, mit der man rechnet, wenn man sich eigentlich nur beim Guardian Kurz die Morgennachrichten antun will.

Die Maßnahme ist sicher fair, nachdem das Spiel auf der PS4 phänomenal schlecht läuft und dann wäre da noch die Tatsache, dass Cyberpunk für Epileptiker offenbar ein höheres Risiko darstellt als die meisten anderen Games.

Das hatte alles trotz eines ersten Patches, die sich einiger Probleme annahmen und CD Projekts Gelöbnis, die Bugs auszumerzen schon drastische Konsequenzen für Entwickler CD Projekt, denn kürzlich brach der Aktienkurs des Unternehmens um 34 Prozent ein. So hatte sich wohl niemand in Warschau das Jahresende gewünscht.

Tragisch ist es aber vor allem für die Spieler, die sich auf ein RPG mit wegweisenden Erzählansätzen in einer immersiven Welt gefreut haben, denn das Zeug dazu hat Cyberpunk in jedem Fall, wie die zwar ebenfalls nicht unbedingt rund laufende, aber immer besser spielbare PC-Version zeigt. Die fuhr in unserem Cyberpunk 2077 Test Gold ein, über das sich alle drei Tester offenbar ziemlich einig waren.

Es wundert jedenfalls nicht, dass dies die Version war, die CD Projekt der Presse zeigte.

Es ist schon ziemlich ungewohnt, was man sieht, wenn man Cyberpunk im PlayStation Store eingibt.

Eine Reaktion von CD Projekt Red steht zur Stunde noch aus.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel. test

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