Geek'sche Welt der Wunder • Seite 2

Steampunk ist nicht tot

Eine passende Maus sieht dann noch martialischer aus, ein solch innovatives Zeigegerät gab es schließlich so noch nicht im Empire der vergangenen Ära. Keine Sorge, auch wenn Ecken, Kanten, Zahnräder und viel Metall dazugehört: Benutzen lässt die das Wunderwerk genauso präzise wie jedes schnöde Logitech oder Microsoft-Äquivalent.

Tastatur und Maus könnt Ihr Euch übrigens nach Euren Wünschen anfertigen lassen, das nötige Kleingeld – Preise auf Anfrage – selbstverständlich vorausgesetzt. Wie aber nimmt man nun stilvoll mit der Außenwelt Kontakt auf? Mit einem Newsticker natürlich.

In irgendeinem Film habt Ihr bestimmt schon diese Taschenmorsegeräte gesehen, die auf einem Schreibtisch unermüdlich einen Papierstreifen auswerfen, die Nachrichten der Welt auf einen Blick. So etwas lässt sich dank des Programms Morse2LED realisieren, das mit ein wenig Tüftelarbeit RSS-Feeds in Tickersprache übersetzt und Euch so retro, wie es nur wird, als Papierhardcopy auswirft. Webseiten aufrufen kann ein wenig dauern…

Solltet Ihr an diesem Punkt angekommen sein, wird Euch bei dem Blick in Euer Zimmer eines schnell auffallen: Die gesamte Umgebung stimmt noch nicht. Was tun? Anfänger kaufen einen viktorianischen Sekretär und ein Chesterfield Sofa, Profis täfeln die Wände in Echtholz, dekorieren mit Gaslampen und verhängen die Fenster mit schwerem Samt. Dazu noch ein Bild der Königin und fertig ist die Laube... Gar nicht drauf achten, wenn Leute Euren Zylinder, Gehstock oder die goldene Taschenuhr am Revers seltsam angucken.

Randerscheinungen des Zeitalters

7
Der Mac-Mini im kompletten Hochzeitsgeschenk-Setup. Nur echt mit Gaslampe.

Es muss aber nicht immer der ganz große Maßstab sein. Mit ein wenig Phantasie, billiger Elektronik aus fragwürdiger chinesischer Herstellung, ein wenig eBay – „Antik“ Ramsch und echter, alter Handarbeit lässt sich zum Beispiel ein „elektrochemischer und elektromechanischer Apparatus zur Darstellung beleuchteter Nachrichten basteln.

Das Herzstück stellt ein billiger Plastikstift dar, der mittels zweier Tasten jede Kurznachricht, die man möchte ,der Umwelt in schickstem Neonrot verkündet. Fast noch besser eignet sich eine dieser hässlichen Plastikkugeln, welche am Telefonkabel verbunden die Nummer des Anrufers präsentieren. Der Taster zum Eintippen der Message wird einfach nur mittels zweier Kabel zu einem wesentlich zeitgemäßeren Messing-Signalgeber geführt, der Rest ist Show. Und sieht dabei wahnsinnig gut aus. Bei der nächsten Party dürfte es wohl das erste Rufnummerndisplay sein, das erfolgreich als Konversationsobjekt herhält.

Der Apparatus in Aktion: Bitte staunen!

Und es muss auch nicht immer PC sein. Mac steht heutzutage für slickes, modernes High-End und definitiv High-Tech-Design. Und auch er ist nicht sicher davor, endlich mit ein wenig Stil im Zimmer platziert zu werden. Der Mac Mini-Mod von Dave Veloz bringt sicher nicht ganz die technische Finesse einiger anderer Mods hier mit sich, optisch und künstlerisch muss er sich aber auf keinen Fall verstecken. Auch wenn ihn so vielleicht nicht sofort jeder wahrnimmt, denn wem fällt schon eine dieser kleinen Dosen aus den 20ern sofort in Auge?

2
Hier nicht beschrieben, aber zu schön, um ihn nicht zu zeigen: Der Steampunk-Laptop von datamancer.net.

„The Apple Company – Cupertino. Calf. U.S.A.“. Haben die mal Äpfel verkauft? Ja, irgendwie schon. Und dieser Apfel inklusive der Accessoires war übrigens ein Hochzeitsgeschenk an die Frau des Bastlers.

Zum Angucken: Der Mac Mini von „The Apple Company”.

Um all diese schönen Dinge zu erschaffen, muss natürlich auch das richtige Werkzeug zur Hand sein. Klar könnt Ihr in jeden Baumarkt gehen und mit einem kompletten Profiset für ein paar Grüne glücklich nach Hause gehen. Aber würde der Plastikschrauber denn wirklich so gut in das neue Ambiente passen? Ein einzigartiges Holzset mit authentischen Materialien, Intarsienarbeit zur Zierde und allem, was man braucht, um wirklich gute Arbeit schön aussehen zu lassen, wäre doch viel netter.

Zugegeben, der Pianobauer Henry Studley aus Massachusetts hat dieses Set als Hobby im Laufe der letzten 30 Arbeitsjahre gebaut, aber vielleicht sucht Ihr ja noch nach einem Hobby bis zur Pensionierung.

Der wohl schönste Werkzeugkasten der Welt.

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (16)

Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (16)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading