Stalker 2 kündigt NFTs an - und schmeißt sie nach Shitstorm wieder raus

Keinen Tag nach der Ankündigung, Stalker 2 werde ein Metaverse mit NFT-Charakteren beinhalten, rudert der Entwickler schon wieder zurück.

Das ging schnell: Erst vorgestern wurde bekannt, dass Stalker 2 eine NFT-Komponente beinhalten soll, die mit dem Erstellen eines individualisierten In-Game-Charakters zu tun hat. Bei der Community, die dem Endzeit-Spiel seit Jahren entgegensehnt, kam das vom Fleck weg nicht gut an. GSC Game World verwarf deshalb nur einen Tag später alle Pläne in dieser Richtung.

In einem Blogpost, der über den offiziellen Stalker-Twitter verbreitet wurde, hieß es:

"Wir hören euch! Basierend auf eurem Feedback, haben wird die Entscheidung getroffen, alle NFTs in Stalker 2 zu canceln."

Das Studio versicherte, die Interessen seiner Fans und Spieler hätten oberste Priorität für das Team. "Wir machen das Spiel, damit ihr daran Spaß habt - egal, was es kostet. Was euch am Herzen liegt, liegt auch uns am Herzen."

Wie sahen die NFT-Pläne für Stalker 2 aus?

Der Nachfolger des berühmt-berüchtigten Ego-Rollenspiels sollte ein eigenes "Metaverse" bekommen, in dem man sich selbst unter anderem als NFT-NPC hätte verewigen können. Als "Metahuman".

Mithilfe von Blockchain-Technologie wollte man es der Community ermöglichen, "ein Stück Stalker 2 zu besitzen". Spätestens hier wurde es - wie immer, wenn man nicht komplett drin ist, in dieser Materie - ein wenig kryptisch: Die User sollten sich für In-Game-Gegenstände registrieren, die sich dann in ein "neues Gaming-Feature entwickeln werden, die auf Stalker 2 aufbauen". Capisce?

Für diese Items wollte GSC Game World eine Partnerschaft mit der NFT-Platform DMarket eingehen, zu der es nun wohl nicht kommen wird.

Den Anfang dessen hätten jedenfalls im Januar 2022 diese Metahumans bilden sollen (nicht verwandt oder verschwägert mit dem gleichnamigen Feature aus der Unreal Engine 5), Figuren, die in hohem Detailgrad als nicht spielbare Figur in der Welt existiert hätten. Vermutlich war die eigene Face-mapping-Technologie des Entwicklers dafür vorgesehen.

"Die Idee der NFT ist es, das Recht zu erhalten, die Identität des Besitzers im Spiel in Form eines NPCs zu rekreieren", sagte GSC Game Worlds CEO Evgeniy Grygorovych vor einer halben Ewigkeit in einer vorgestrigen Meldung gegenüber The Verge.

Der Besitzer hätte sich zum Studio von GSC Game World nach Kiew (Ukraine, nicht Rhein-Erft-Kreis) begeben müssen, um sich scannen zu lassen. Klingt, wie schon Kryptowährung, nach einer demokratischen Investition für jedermann!

Was andere Arten von NFTs angeht, wollte sich GSC damals nicht weiter äußern - nur, dass sie den Spielablauf nicht beeinflussen würden, wollte man verraten.

Nun gut, die Fans haben Recht bekommen und zumindest in Stalker 2 wird uns (Vorsicht: Meine Meinung, wessen sonst?) der Quatsch nicht weiter nerven. Was nicht heißt, dass das Thema aus der (Spiele-)Welt wäre. Ubisoft hält gerade noch steif die Nase in den Wind, der ihnen entgegenweht, seit sie Quartz ankündigten, EA will auch mitmischen, wie es scheint und Peter Molyneuxs Legacy fährt auch schon Geld mit Blockchain-Spielereien ein.

Stalker 2: Heart of Chernobyl erscheint im April 2022 auf Xbox Series X/S und PC.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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