Star Citizens Einzelspieler Squadron 42 scheint immer noch in weiter Ferne

Vierteljährliche Updates sollen Ungeduldige befriedigen.

  • In einem AMA anlässlich des 8. Geburtstags gab es kritische Fragen zum Stand von Squadron 42
  • Laut Chris Roberts müsse man die Fortschritte besser kommunizieren
  • Man werde aber nichts veröffentlichen, bevor es nicht wirklich fertig ist

Ich werde diese Meldung jetzt nicht mit dem Disclaimer eröffnen, dass ich selbst Star Citizen mit einem dreistelligen Förderbetrag unterstützt habe, um den Leuten, die mich des "Bashings" bezichtigen, zu singalisieren, dass auch ich dem Spiel nur das Beste wünsche (Moment... das war jetzt aber doch ein Disclaimer?), aber man sollte schon darüber reden dürfen, wo eigentlich Squadron 42 bleibt.

Jüngst feierte Star Citizen seinen 8. Geburtstag - vom Start des wahnsinnig erfolgreichen Kickstarters aus gesehen - was der Entwickler mit einem AMA auf der Roberts Space Industries Website beging, und da regte sich einiger Unmut über die wiederholten Verschiebungen und die mangelnde Kommunikation, was den Einzelspieleranteil von Star Citizen angeht.

Die mit zahlreichen Stars besetzte Space Oper sollte eigentlich schon 2014 erscheinen, aber Umfang und Ambition beider Projekte haben sich so gesteigert, dass erst 2019 eine Beta zunächst für Q2 2020 und dann fürs dritte Quartal 2020 in Aussicht gestellt wurde. Die ist letztens, mitsamt der Roadmap, auf der sie stand, verschwunden, weshalb das AMA sich zeitweise darum drehte, was da eigentlich los ist.

Kurzum: Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis wir die mit Schauspielgrößen wie Gary Oldman, Henry Cavill, Gillian Anderson und Mark Hamill besetzte Solo-Kampagne zu sehen bekommen:

"Wir haben noch ein gutes Stück vor uns, bevor wir in der Beta sind, aber jeder bei Squadron 42 arbeitet hart daran, etwas großartiges abzuliefern", so Chris Roberts nach einer Reihe an Fragen im Rahmen des AMA bezüglich eines Termins in einem separaten Post.

"Momentan ist die Community komplett geteilter Meinung, was den erwarteten Release von SQ42 angeht. Das reicht von 'SQ42 ist schon in der Beta' bis hin zu 'es ist 5+ Jahre entfernt'." fragte zum Beispiel User Bobblenator im vorangegangenen AMA.

"In eurem 'Schwur' sagtet ihr (https://robertsspaceindustries.com/the-pledge): 'Wir, die Entwickler, beabsichtigen, euch mit demselben Respekt zu begegnen wie einem Publisher. Ihr erhaltet regelmäßige Updates über den Fortschritt des Spiels.'

"Angesichts der großen Unsicherheit, was den Fortschritt von SQ42 in der Community angeht, findet ihr, dass ihr dieses Ziel erreicht habt?"

Roberts entgegnete dieser Frage mit der Ankündigung von "The Briefing Room", einer Show, die sich allein um den Status von Squadron 42 drehen soll. Die erste Folge seht ihr unter diesem Abschnitt, neue Episoden gibt es - und das wird einigen wieder nicht gefallen - im vierteljährlichen Rhythmus, bis das Spiel erscheint.

Roberts räumte allerdings ein, das Studio habe den Fortschritt von Squadron 42 nicht gut kommuniziert.

"Squadron 42 ist schwierig zu kommunizieren, weil wir nichts vom Erlebnis und der Geschichte vorwegnehmen wollen. Das erschwert Fan-Updates über bestimmte Features und Inhalte", sagte er.

Zugleich betonte Roberts, dass der von Bobblenator zitierte Schwur sich auf Star Citizen bezieht und nicht auf Squadron 42. "Wir kommunizieren viel mehr als jeder andere Entwickler oder Publisher, den ich kenne, wenn es um die Arbeit und den Fortschritt angeht."

Die Erwartungen an die Firmenkommunikation seien auch einfach sehr unterschiedlich. Man könne es nicht jedem Recht machen und ein so komplexes Projekt wie Star Citizen und Squadron 42 mache eine sichere Terminierung schwierig.

Was den zitierten Schwur angeht, findet Roberts allerdings, dass man ihm gerecht geworden sei.

In einem anderen Post nahm Roberts dann nochmal Stellung zum Stand in Sachen Squadron 42. Hier fiel dann die entscheidende Aussage, die danach klingt, als sollte man nicht die Luft anhalten, bis der Solo-Modus da ist.

"Ihr wollt ja nicht wirklich wissen, woran wir bei Squadron 42 arbeiten, ihr wollt eigentlich nur wissen, wann es fertig ist", so Roberts. Die Antwort darauf ist ein Klassiker: Wenn es fertig ist.

"Wir werden es nicht veröffentlichen, nur um einen Termin zu halten, sondern erst, wenn all die Technik und der Inhalt fertig und poliert sind und es sich großartig spielt. Ich werde bei einem Spiel, an das ich mit all meinem Herzen und meiner Seele glaube, keine Kompromisse eingehen. Obwohl jeder (mich eingeschlossen) Squadron 42 lieber früher als später fertig hätte, würde ich jedem, der daran so hart arbeitet und allen, die sich darauf freuen, großes Unrecht tun, wenn man etwas ablieferte, das nicht großartig ist. "

"Die neue Roadmap wird zeigen, wie nahe wir diesem Ziel sind und je näher wir dem Ende kommen, desto exakter wird sie auch. Aber sie wird niemals eine perfekte Kristallkugel sein. Es gibt in der Spielentwicklung immer eine gewisse Unvorhersehbarkeit. Besonders, wenn es um ein sehr ambitioniertes Spiel mit hohen Qualitätsansprüchen geht. Red Dead Redemption 2, Last of Us 2 und jetzt Cyberpunk haben alle länger gebraucht als kommuniziert und viele dieser Projekte hatten nicht einmal einen Termin, bevor sie schon sehr weit fortgeschritten waren und das meiste der Technologie fertig war.

Die Antwort darauf fiel ziemlich lautstark, aber wie immer auch zwiegespalten aus, denn ein Projekt wie dieses, das nicht nur warten lässt, sondern auch immer und immer wieder mit seinen neuen Updates beeindruckt wie wenig anderes, hat bei seinen Fans auch immer noch wahnsinnig viel Kredit. Für was, wenn nicht für so ein Spiel, lohnt es sich, so lange zu warten?

Gleichzeitig darf man nicht den Fehler machen, Leute, die unbequeme Fragen stellen und sich sorgen über den Stand der Dinge machen, als "Basher" hinzustellen. Es ist ja nicht so, dass sie nicht schon eine ganze Menge Geduld (und in vielen Fällen auch Geld) aufgebracht hätten.

Besonders auf Reddit wird seither rege diskutiert: "Schau, das Problem ist, dass wir nicht mit demselben Respekt behandelt werden wie ein Publisher", so Reddit-User danivus im Star Citizen Subreddit.

"Ein Publisher wird unterrichtet, wie weit man vorangeschritten ist, ein Publisher bekommt gesagt, wenn etwas länger als erwartet dauert, wo es Herausforderungen gibt und wo Inhalte gestrichen werden."

Wir werden wie Spieler behandelt, die nur die guten Nachrichten zu hören bekommen und neue, glitzernde Dinge gezeigt bekommen, in der Hoffnung, dass wir mehr jpegs kaufen."

Mit den "jpgs" meint danivus virtuelle Raumschiffe, die im Star Citizen Client noch nicht spielbar sind. Star Citizen hat mittlerweile 314 Millionen Dollar an Backer-Geldern verdient. Allein am 9. Oktober fast eine Viertelmillion Dollar. Roberts bezeichnete 2020 als das "größte Jahr in Sachen Umsatz".

Star Citizen und Chris Roberts stehen wegen der langen Entwicklungsdauer und vor allem dem laufenden Verkauf virtueller Schiffe für ein Spiel, das noch lange nicht fertiggestellt ist, immer wieder in der Kritik. Fans, die die Entwicklung seit längerem begleiten, sind mit dem präsentierten Fortschritt, zuletzt in Alpha 3.11, allerdings zufrieden. Und auch die Experten von Digital Foundry zeigten sich zuletzt sehr angetan von der wegweisenden Technologie hinter dem Projekt.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel. test

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