Was passiert, wenn man ein von Grund auf für die Konsolen entwickeltes Spiel später doch noch auf den PC bringt, dabei aber nicht genügend Sorgfalt walten lässt? Nun, um es kurz zu machen: Sowas wie mit Star Wars: The Force Unleashed Ultimate Sith Edition. Wie bei vielen anderen PC-Umsetzungen zuvor ist leider auch das Star-Wars-Abenteuer wieder ein Paradebeispiel dafür, dass Entwickler oftmals nicht in der Lage sind, die offensichtliche Herkunft eines Konsolenspiels zu verbergen. Den Portierungsspezialisten von Asypr Media ist es jedenfalls nicht gelungen, das Spiel mit der Macht hundertprozentig zufriedenstellend auf den Rechner zu übertragen.

Größter Knackpunkt ist natürlich die auf die Konsolen ausgerichtete Steuerung. Hier hat man versucht, das Kontrollschema des Vorbilds auf Maus und Tastatur umzumünzen. Mit weniger als mäßigem Erfolg. Die grundsätzlichen Bewegungen und Attacken entsprechen zwar dem Standard - WASD zum Laufen, linke Maustaste zum Schlagen -, aber sobald man komplexere Aktionen ausführen möchte, wird es zunehmend kniffliger.

Zum Beispiel, wenn man Gegner oder Objekte durch die Gegend schleudert. Auf der Xbox 360 packt man sich das Ziel mit Betätigung des rechten Triggers und bewegt es dann weitgehend präzise über beide Analog-Sticks nach unten und oben beziehungsweise nach vorne und nach hinten. Zugegeben: Das funktioniert auch auf den Konsolen nicht ständig perfekt, aber auf dem PC bei weitem nicht so oft und spürbar weniger intuitiv, da man einerseits drei Tasten betätigen und zusätzlich noch die Maus nach vorne oder hinten schieben muss.

Oftmals flogen Gegenstände, aus welchen Gründen auch immer , einfach mal in die entgegengesetzte Richtung, obwohl ich die Maus nach vorne in Richtung Gegner geschoben hatte. Das Resultat: Nach dem fünften Fehlversuch kam ich nicht umhin, meinen Kopf mehrmals auf den Tisch zu schlagen. Und auch das Positionieren bestimmter Objekte ist mit dieser Kombination deutlich schwieriger, fummeliger. Wenn man bedenkt, dass auch selbiges wieder einmal auf den Konsolen nicht allzu genau funktionierte, könnt ihr euch sicher denken, dass es auf dem PC eine noch größere Freude ist.

Die Lösung ist also alles andere als optimal und verkommt oftmals zum Krampf, zumal man die Maus im Gegensatz zu den Sticks auch nicht unbegrenzt weit in eine bestimmte Richtung schieben kann und sie zurück zur Mitte des Mousepads befördern muss. Was dann wiederum unter Umständen dazu führt, dass das vormals ordentlich ausgerichtete Ziel dadurch unnötigerweise wieder verrutscht. Auch die verschiedenen Komboattacken, für die man unterschiedliche Buttons zur rechten Zeit hintereinander drücken muss, hinterlassen hier einen weniger natürlich wirkenden Eindruck.

Es bleiben euch also zwei Möglichkeiten: Entweder gewöhnt ihr euch daran, was eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, und müsst mit etwas Fingerakrobatik zurechtkommen. Oder ihr verwendet schlicht und ergreifend ein Gamepad, das sich glücklicherweise ebenfalls optional nutzen lassen. Wer die Möglichkeit hat, sollte auf jeden Fall darauf zurückgreifen.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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