Starcraft II

Frank Pearce über Starcraft II, das neue Battle.net und die Zukunft von Blizzard

Der Mythos Blizzard ist die einmalige Erfolgsgeschichte einiger Spiele-Nerds, die mit viel Leidenschaft und Talent zu einen der erfolgreichsten Entwicklern der Welt aufgestiegen sind. Es ist ihre Geschäftskultur, den Mitarbeiter in das Zentrum des Interesses zu stellen und Kreativität stetig zu belohnen. Sie ist dafür verantwortlich, dass jeder ihrer Titel ein Kleinod effizienter Programmierkunst ist und in seiner Ausführung richtungsweisend ist.

Um so viel kreative Kraft zu binden, wird einem Mitarbeiter in einer fast sektenhaften Art und Weise seine Mitgliedschaft mit Schwert, Schild und Ring bestätigt, die es jeweils nach 5, 10 und 15 Jahren gibt. Drei Insignien, die auch Frank Pearce erreicht hat, der Kopf der Entwicklungsabteilung und der Game Director bei Starcraft II.

Auf der Games Convention hatten wir die Chance, mit diesem mürrischen und hoch intelligenten Charakter-Kopf zu sprechen und nutzten die Gelegenheit, um etwas mehr von Starcraft II, der Entwicklungskultur bei Blizzard und die Zukunft ihrer ikonographischen Marken zu erfahren - Thema World of Warcraft 2 und/oder Grafikupdate. Viel Spaß mit einem echten Raubein der Branche, der selten, aber dafür umso entspannter in die Kamera grinst.

Eurogamer: Ihr habt vor einem Jahr Starcraft II angekündigt. Von der Kampagne hat man bisher aber wenig gesehen, wie läuft es denn?

Frank Pearce: Es läuft schon recht gut und wir sind bisher sehr zufrieden, aber wir haben auch noch jede Menge Arbeit vor uns. Momentan schauen wir uns an, welche Features wir noch einbauen wollen und welche unserer Meinung nach keinen Sinn mehr machen. Wir entwickeln gerade die Kampagnenstruktur, überlegen, ob und welche Elemente der Spieler bei den einzelnen Missionen mitnehmen kann und versuchen herauszufinden, wie wir am besten Zwischensequenzen in der Spielgrafik einbauen. Dabei ist es interessant, ob wir eine Interaktivität erhalten können und wie diese Sequenzen zu den vorgerenderten Sachen passen.

Eurogamer: Wie sieht es denn mit dem Raumschiff aus, in dem der Spieler von Mission zu Mission unterwegs ist? Seid Ihr damit fertig?

Frank Pearce: Wir haben es bis auf 90 Prozent geprototypt. Wir sind damit schon recht zufrieden, aber wir sind erst damit fertig, wenn ein Gold Master Blizzard verlässt. Es wird parallel entwickelt und wir arbeiten bis zum Release daran. Außerdem darf man nicht vergessen, dass das Raumschiff nur eines von mehreren Sets im Spiel sein wird, die als Kulisse fungieren. Es ist nicht so, dass man dort aktiv durch die Gegend fliegt, sondern man wird viel eher die anderen Charaktere, neue Technologie und die nächsten Missionen kennenlernen.

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Eurogamer: Aber Ihr nutzt die gleiche Grafik-Engine?

Frank Pearce: Ja, wir verwenden die gleiche Engine, bauen aber für diese Szenen High-Res-Modelle ein, da ja deutlich weniger Charaktere gezeigt werden. Außerdem darf man nicht vergessen, dass das Raumschiff nur eines von mehreren Sets ist. Für jeden Teil der Kampagne wird es mehrere solcher Kulissen geben. Auch bei den Terranern wird es nicht nur das Raumschiff geben.

Eurogamer: Du hast eben gerade erwähnt, dass man Technologie auswählen und mit in die Mission nehmen kann. Wie läuft das ab?

Frank Pearce: Man muss sich in einem Punkt der Einzelspieler-Kampagne zum Beispiel entscheiden, ob man lieber Siege Tanks oder Lightning-Flieger bauen möchte. Dadurch verändert sich die Spielerfahrung und die taktischen Möglichkeiten erhöhen sich.

Eurogamer: Aber Ihr werdet solche taktischen Entscheidungen nicht in den Multiplayer einbauen, oder?

Frank Pearce: Nein, der Techtree wird im Multiplayer komplett offen sein. Strategische Entscheidungen vor den Gefechten würden die User-Karte und Modifikationen einschränken, weil dies nur schwer mit Tools abzudecken ist. Man kann solche Entscheidungen, aber in die Multiplayer-Karte einbauen.

Eurogamer: Wie sieht es mit einer Beta aus?

Frank Pearce: Das Feedback der Fans ist uns natürlich immer wichtig, deshalb steht eine Beta ganz oben bei uns auf der Liste. Wir können aber noch nicht sagen, ob es eine Open oder eine Closed Beta wird. Aber eine Form von Beta wird es sehr wahrscheinlich geben.

Eurogamer: Was ist mit den neuen Battle.net Features? Könnt Ihr dazu was sagen?

Frank Pearce: Wir können noch keine konkreten Details dazu nennen. Momentan ist unsere Feature-Liste noch zu lang und wir werden sie in dieser Form nicht alle unterbringen. Einige Sachen werden erst nach dem Release kommen. Wir reden gerade über Voice over IP, erweiterte Turnier-Funktionen und auch Social Networking Features.

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Über den Autor:

Kristian Metzger

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