Super Mario Galaxy 2 • Seite 2

Ehrenrunde für den Klempner

Nervenaufreibend sind wieder einmal die Bosskämpfe. Stampf-Mechs, Riesendrachen, grimmige Moppel-Lakitus und natürlich der olle Bowser fordern immer wieder mit neuen Taktiken und können dabei ganz schön beeindrucken: Wenn der riesige Schlangendrache um euch kreist, dann fühlt ihr euch auf einmal wieder ganz, ganz klein. Dabei achtet Nintendo peinlich genau darauf, dass auch die Bosskämpfe niemals zu langwierig ausfallen. Nach drei Treffern geben die meisten Endgegner zwar klein bei, doch nach jedem Schlag variieren sie ihr Angriffsmuster und werden etwas aggressiver.

Während eures Abenteuers könnt ihr wieder auf all die vertrauten Verwandlungen und Fähigkeiten des Originals zurückgreifen. Als Bienen-Mario fliegt ihr kurzzeitig, der Geister-Pilz erlaubt euch, enge Gitter zu durchqueren, mit der Sprungfeder macht ihr extra hohe Hopser. Aber am spannendsten sind natürlich Marios neue Fähigkeiten. Die ersten kommen gemeinsam mit Yoshi. Der bringt erst einmal sein klassisches Repertoire mit sich: Zungenschlag und Flatter-Flug beherrscht er bereits seit 16Bit-Zeiten, neue Fähigkeiten erlernt Marios Dino-Kumpel durch den Verzehr verschiedener Früchte. Verschlingt er eine scharfe Pepperoni, zischt er los wie von der Tarantel gestochen, selbst senkrechte Wände stellen so kein Hindernis mehr da.

Eine Ballonfrucht bläst den Dino kugelrund auf und lässt ihn gen Himmel schweben, auf Knopfdruck haltet ihr dann kurz inne, um in aller Ruhe die Richtung zu wechseln. Besonders clever sind die Leuchtbirnen: Einmal verspeist, leuchtet euch der glühende Dino nun den Weg durch schummrige Geisterhäuser und lässt Wege erscheinen. Die Wirkung all dieser Früchte ist zeitlich begrenzt, aber sofort verständlich.

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Das hier ist kein Knollennasen-Planet, sondern Marios Raumschiff.

Nintendo führt all diese Elemente ohne große Erklärungen ein. Beim ersten Auftauchen wirken Ballon- und Leuchtfrucht wie witzige Gimmicks, mit denen ihr recht gefahrlos herumspielen könnt. Je weiter ihr allerdings in die Level vordringt, desto sicherer werdet ihr in deren Umgang und umso komplexer werden auch die Anforderungen an euch.

Ein feines neues Extra ist der Wolken-Pilz. Der macht Mario nicht nur leichter und erlaubt ihm auf Wolken zu stehen, er gibt euch auch die Möglichkeit, bis zu drei eigene Wolken zu erschaffen. Springt mutig in Richtung Abgrund und schüttelt kurz die WiiMote – sofort erscheint unter euren Füßen eine kuschelige Watte-Plattform, die euch hilft, besonders weite Abgründe zu überqueren. Aber mehr als drei könnt ihr nicht erschaffen, Nachschub ist erst dann verfügbar, wenn ihr euch einen weiteren Pilz schnappt.

Genau das Gegenteil stellt der Felsenpilz dar. Mario wird schwer und kann sich ähnlich wie die Goronen aus den Zelda-Spielen zusammenrollen, um mit einem ordentlichen Zahn durch die Pampa zu rollen. Gegner oder Hindernisse werden währenddessen einfach beiseite gerammt. Die größte Gefahr besteht hier darin, den hierbei nur schwer kontrollierbaren Mario direkt in einen Abgrund zu schießen. Auch diese beiden Gegenstände werden behutsam eingeführt, den Umgang mit ihnen erlernt ihr ganz nebenbei, während ihr spielt.

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Die Mini-Marios machen euch ganz schön zu schaffen: Sie wiederholen eure Aktionen mit etwa einer Sekunde Abstand.

Mit den größten Spaß habt ihr unter Garantie mit dem Bohrer. Hebt das klobige Teil auf und anstatt der Wirbelattacke bohrt sich Mario nun direkt in den Untergrund. Entweder geht das direkt durch bis auf die andere Seite der kleinen Planetoiden oder aber ihr entdeckt eine Höhle in der Mitte der Himmelskörper samt kleiner Belohnung oder Mini-Games. Und natürlich wurde auch Marios Bohraktionen perfekt aufeinander abgestimmt und liefern ein erfrischendes Spielgefühl.

Schon das erste Super Mario Galaxy hat gerne einmal mit ein paar Ausflügen in die 2D-Perspektive überrascht, nach dem riesigen Erfolg von New Super Mario Bros. Wii gibt es davon jetzt noch mehr. Ohne einen spürbaren Übergang wechselt ihr vom freien 3D-Szenario in die Seitenansicht und seht euch wieder vor völlig neue Herausforderungen gestellt. Dabei grenzt es fast schon an ein Wunder, dass der virtuelle Kameramann so gut wie nie in Schwierigkeiten kommt. Stattdessen rückt er Mario und seine Umgebung stets ins rechte Licht und bietet nicht nur ein Maximum an Übersicht, sondern gleichzeitig auch herrliche Perspektiven auf die abgedrehte Umgebung.

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Über den Autor:

Thomas Nickel

Thomas Nickel

Autor

Fest in der 16Bit-Ära verwurzelt, lehrt der freie Autor Spielegeschichte an der Frankfurter Games Academy. Wird eher selten vor Ego-Shootern gesichtet.

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