Supreme Commander 2 • Seite 2

Big Bang, Part 2

Gameplaytechnisch hat sich auf den ersten Blick wenig getan. Aufwändige Basen, starke Verteidigungseinrichtungen und Massenproduktion kannte man schon aus dem Vorgänger. Neu ist dagegen die Konzentration auf weniger, dafür stärker modifizierbare Einheiten. Ein Standard-Panzer kann durch die Erforschung von zusätzlicher Technologie im Team schon mal einen Prototypen aus den Schuhen hauen. Schutzschilde, mehr Feuerkraft oder eine größere Radarreichweite wirken Wunder. Da passt es, dass wie oben erwähnt das gesamte Upgrade- und Bausystem überarbeitet wurde. Durch das Zerstören von Gegnern und Forschungslabors bekommt man Punkte, die man in einen Technologiebaum investieren kann.

Dort findet man alles: Von Prototypen, über Einheitenverbesserungen bis hin zu besserer Ressourcengenerierung oder auch Massenvernichtungswaffen. Der eine setzt dabei mehr auf Lufteinheiten, ein anderer baut die starke Commander-Einheit aus und ein dritter erobert die Karte vom Wasser aus. Die strategische Forschung hat dabei enorme Auswirkungen auf die eigentlichen Kampfhandlungen. Mit der richtigen Taktik lassen sich so sogar extrem befestigte Gegner knacken. Es entsteht ein spannendes Hin und Her der verschiedenen Kontermöglichkeiten. Ein Tankrush in der klassischen Form ist nur schwer möglich.

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Kein Vergleich mit den Nuklearwüsten aus dem ersten Teil.

Abseits dieser Upgrade-Möglichkeiten gewinnen die Einheiten im Kampf Erfahrung und erhöhen damit ihre Werte. Die genauen Auswirkungen lassen sich im Spiel selbst leider nicht ablesen, da bei Supreme Commander 2, genau wie bei vielen anderen modernen Strategietiteln, nur Lebens- und Schildenergie angezeigt wird. Die Wegfindung geht in Ordnung, bereitet aber gerade bei zugebauten Basen immer mal wieder Probleme. Nichts dramatisches, aber nervig genug, um über weite Strecken auf Lufteinheiten zu setzen.

Nun, bevor ich zum Multiplayer komme, noch ein paar Worte zum neuen Ressourcensystem. Im alten Supreme Commander konnte man jederzeit den Bau einer Einheit beginnen, sobald man Energie- und Masse besaß. Die eigentliche Produktion zog dann vom stetigen Fluss der beiden Materialien einen gewissen Prozentsatz ab. Prototypen und starke Gebäude mehr als ein paar kleine Jäger und Roboter. Vielen Spielern fiel es dabei schwer, die Auswirkungen auf ihren Ausstoß an Einheiten zu antizipieren.

Insbesondere im späteren Verlauf, wenn mehrere Bauaufträge gleichzeitig liefen, musste man ständig aufpassen, dass die gesamte Kriegsmaschinerie nicht wegen eines einzelnen Kraftwerks zusammenbrach. Diesmal wird einfach der gesamte Betrag, wie bei der kompletten Konkurrenz, beim Initiieren abgezogen. Ja, nicht sonderlich kreativ, für die meisten Spieler aber ein Segen.

Der Multiplayer kommt ähnlich simpel daher. Kein aufgeblähtes Freundessystem, keine Clan-Unterstützung oder Online-Turniere. Stattdessen private, öffentliche und ranked Kämpfe auf zum Teil riesigen Karten mit bis zu acht Mitspielern, die man bis zur Einheitenauswahl selbst bestimmen kann. Die Gefechte machen einen Riesenspaß, sind abwechslungsreich und überraschen immer wieder mit anderen Kampfstrategien.

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Was will man mehr: Riesige Roboter, die Laser aus ihrem Zyklopen-Auge schießen.

Mancher Spieler igelt sich ein und investiert sein gesamtes Geld in Prototypen, andere versuchen sich an einem Rush und bauen ein dutzend Bomber gleichzeitig. Auch die Armored-Commander-Unit wird ganz unterschiedlich eingesetzt. Während sie bei vielen Spielern vor allem beim Basenbau und der Sicherung eine Rolle spielt, beziehen sie andere in ihren Angriff mit ein. Manchmal vermisst man ein wenig das nette Drumherum, aber der eigentliche Kern, die monumentalen Schlachten, sind absolut erstklassig.

Supreme Commander 2 mag nicht die beste Story, die beste Grafik oder die besten Missionen besitzen, doch die zum Teil wirklich epischen Auseinandersetzungen machen diese Mankos locker wieder wett. Wenn Wolkenkratzer-hohe Roboter mit meterdicken Laserstrahlen feindliche Panzer zu Schrott verarbeiten, geht dem Mann in uns das Herz auf. Ok, bei so manchem Dialog und bei einigen Zwischensequenzen musste ich mich schrecklich fremdschämen, doch am Ende hatte ich sogar in der Kampagne meinen Spaß, eben weil sie weniger trocken und kompliziert daherkommt. Natürlich werden die Hardcore-Fans angesichts der gesteigerten Zugänglichkeit und einem vereinfachten Spielsystem die Nase rümpfen. Mein Tipp für diejenigen: Einfach weiter den Vorgänger spielen, der sieht immer noch ganz gut aus und liefert genau das gewünschte Gameplay. So sind beide Seiten zufrieden.

8 /10

Supreme Commander 2 ist erhältlich für PC. Die Xbox-360-Fassung folgt am 19. März.

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Kristian Metzger

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