Paraworld

Mit Ada in die Kiste springen.

Ein Held der Arbeit, athletisch gebaut, mit entschlossenem Blick. Bedächtig hebt er den Schmiedehammer. Hält kurz inne - und lässt ihn dann mit voller Wucht auf das glühende Werkstück niedersausen. Metallisches Klirren, Funkenflug. In mehreren Jahren harter Mühe entsteht auf den Ambossen des Berliner Spieleentwicklungskombinats (SEK) eine neue Welt. Mit üppigen Dschungeln, kargen Schneelandschaften, unfruchtbaren Wüsten und brodelnden Vulkanen. Bevölkert von Menschen und Sauriern - eine Symbiose aus Urzeit und Gegenwart.

Entdeckt wird die Existenz dieser Paraworld von Jarvis Babbitt, einem genialen Wissenschaftler, der bei der Durchsetzung seiner Ziele notfalls auch kriminelle Energie entwickelt. Zur Wahrung seiner Interessen gründet er die Geheimgesellschaft SEAS und wacht eifersüchtig darüber, dass kein anderer der Parallelwelt auf die Spur kommt. Trotzdem werden die drei jungen Wissenschaftler Anthony Cole, Stina Holmlund und Bela Andras Benedek auf das Phänomen aufmerksam. Denn wie lässt sich ein Fund von Saurierschuppen erklären, die nicht älter als 50 Jahre sind? Nichts ahnend wenden sich Cole, Stina und Bela an den berühmten Babbitt und bitten um Unterstützung für ihr Forschungsprojekt. Babbitt willigt scheinbar ein, schickt die drei Nachwuchswissenschaftler per Flugzeug zur Paraworld und lässt sie dort in einer Kiste einfach abwerfen. Auf Nimmerwiedersehen - so glaubt er.

Auch Ihr stoßt in Paraworld auf Altes und Neues - ein faszinierendes Universum, das gleichwertig neben Warcraft 3 und Age of Empires 3 existiert. Paraworld erfindet das Genre Echtzeitstrategie nicht neu. Aber SEK jongliert virtuos mit traditionellen Versatzstücken wie Basisaufbau und Einheitenmanagement, votiert für taktischen Tiefgang statt stupidem Tank-Rush und sorgt mit einem durchdachten Interface dafür, dass Ihr auch dem letzten dösenden Arbeiter sofort auf die Sprünge helfen könnt.

Taktik ist das Maß aller Dinge

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Schwarze Lunge inklusive: Showdown in Babbitts rußiger Machtzentrale.

Das Tutorial und die folgenden 15 Missionen der Einzelspieler-Kampagne erzählen die spannenden Abenteuer von Cole, Stina, Bela & Co. bis zum nervenaufreibenden Showdown mit dem Schurken Babbitt in der Gluthitze des Aschetals. 25 weitere Karten bieten zusätzliche Möglichkeiten zum Erforschen und Kämpfen - entweder Ihr schlagt Euch dabei allein gegen die KI durch oder Ihr sucht Euch bis zu sieben menschliche Mitspieler im Netz oder im Internet. Eins haben alle Maps gemeinsam: Sie sehen nicht nur hübsch aus mit ihrer üppigen Vegetation, schroffen Felsformationen oder glitzernden Wasserflächen. Nichts ist hier reine Deko, alles erfüllt seinen taktischen Zweck. Seien es nun abgelegene Täler, die sich optimal für den Aufbau einer leicht zu verteidigenden Basis eignen, oder Wasserwege, über die man dem Feind in den Rücken fallen kann. Auch Ressourcenvorkommen und Artefakte zum Aufwerten der eigenen Einheiten finden sich stets genau dort, wo es am meisten Sinn macht. Das Map-Design schränkt die spielerischen Freiheiten geschickt ein. Es gibt immer nur eine begrenzte Zahl von Möglichkeiten, zu einem bestimmten Ziel vorzudringen. Man weiß zu jeder Zeit, wo es weitergehen "muss" und kann sich schnell ohne große Umwege eine passende Strategie zurechtlegen, die die geografischen Besonderheiten mit einkalkuliert.

Weniger ist mehr

Große Schlachtenpläne entwerfen Cole, Stina und Bela nicht. Neiderfüllten Blickes mögen sie da zu Genre-Vertretern wie Cossacks schielen, in denen Tausende von Kämpfern brav in Formation auf den Gegner zumarschieren. Das Problem bei solchen Massenaufgeboten: Sobald das Gemetzel seinen Lauf nimmt, artet die schöne Ordnung in ein heilloses Durcheinander aus, in dem sich einzelne Einheiten kaum mehr gezielt steuern lassen. Paraworld geht hier einen anderen Weg. Euch stehen immer höchstens 54 Einheiten zur Verfügung - inklusive der Arbeiter, die für Euch Rohstoffe heranschaffen und Eure Basis ausbauen. Ähnlich wie in Age of Empires lasst Ihr früh Wohnhütten bauen, um das Einheiten-Limit nach oben zu schrauben. Ein Lagerhaus hilft, die knappe Obergrenze für Ressourcenvorräte ein wenig zu erweitern. Denn ohne Wohnraum, Holz, Stein und Nahrung könnt Ihr in Kasernen, Saurierfarmen und Häfen keine neuen Einheiten produzieren. Oft genug steht Ihr dabei vor schwerwiegenden Gewissensentscheidungen: Euch läuft die Zeit davon und Ihr wollt möglichst schnell eine schlagkräftige Armee auf die Beine stellen. Auf der anderen Seite gibt es so manche Wunderwaffe erst, wenn Eure Basis einen höheren Level erreicht hat. Der Aufstieg kostet allerdings wieder mächtig Schotter, der Euch dann in dem Moment für Eure Truppe fehlt...

Kontrollierte Vielfalt

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Beim Bau des Teleskopturms muss alles ganz schnell gehen - der Feind ist schon im Anmarsch.

Für Ordnung in Euren Reihen sorgt der Army Controller, eine Art "Einheiten-Setzkasten", der sich am linken Bildschirmrand ausklappen lässt. Die quadratischen "Fächer" enthalten Icons für jede einzelne Eurer Einheiten, sortiert nach fünf Stufen: Arbeiter und einfache Krieger wie z. B. Axtkrieger oder Lanzenträgerinnen finden in der untersten Kategorie ihren Platz. Je weiter eine Einheit entwickelt ist, desto höher ist die Stufe, in der sie im Army Controller unterkommt. Die Ordnung ist dabei nicht statisch: auch Level 1-Kämpfer haben die Möglichkeit aufzusteigen und Ihr könnt genau die Einheiten besonders fördern, die Euch wichtig erscheinen. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Menge von Schädeln, die Ihr beim Besiegen von Gegnern als Trophäen erhaltet. Eure Helden solltet Ihr besonders zügig die Karriereleiter nach oben klettern lassen. Denn mit jeder Stufe gewinnen sie neue Spezialfertigkeiten hinzu. Wenn beispielsweise Cole, Bela oder Stina die Stufe 4 erreicht haben, wird für Euer Volk eine neue Spezialeinheit verfügbar. Tierfreund James Warden sorgt schon auf Stufe 2 dafür, dass Einheiten in seiner Nähe nicht mehr von aggressiven Dinos angefallen werden. Babbitts Assistentin Ada kann ab dem dritten Level Gegner mit einem gezielten Kopfschuss ausschalten. Doch auch hier müsst Ihr Prioritäten setzen, denn nach oben hin wird auch im Army Controller die Luft immer dünner: Stufe 4 können nur noch drei Einheiten gleichzeitig erreichen, Level 5 gar nur eine. Also entscheidet Euch, welche Fähigkeit Euch für den Sieg die meisten Vorteile verspricht! Ein netter Nebeneffekt des Aufstiegs im Army Controller: Verletzte Einheiten bekommen ihre volle Lebensenergie zurück.

Über den Army Controller habt Ihr all Eure Einheiten immer im Blick, egal wo auf der Karte sie sich gerade herumtreiben. Ein Doppelklick auf das entsprechende Icon, und schon führt Euch die Kamera beispielsweise zu schwer angeschlagenen Kämpfern, um sie zur Heilung im Tempel aus der Schlacht abzuziehen. Genauso einfach ist es möglich, über den Army Controller mit der Maus Kampfverbände zusammenzustellen.

Und wie spielt sich's?

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Ungemütlicher Empfang für die Helden in der lavaglühenden Aschenwelt.

Bereits die ersten Momente in Paraworld lassen echtes Abenteuer-Feeling aufkommen. Ein Blick auf die wunderschöne Landschaft weckt den Forscherdrang. Man will immer mehr davon sehen: nebelverhangene Waldstücke, in denen ganze Herden von gigantischen Apatosauriern ihren Pflanzenhunger stillen, fette blühende Wiesen, auf denen sich Mammut und Megalocerus gute Nacht sagen, lauschige Lagunen mit idyllischen Sandstränden. Dank der frei beweglichen Kamera lässt sich dieses Paradies auch ganz aus der Nähe betrachten. Stellt Euch doch einfach mal auf einen Hügel oder an den Strand und genießt beim Wechsel zwischen Tag und Nacht einen stimmungsvollen Sonnenuntergang!

Paraworld knüpft an alte Traditionen an. In den meisten Missionen beginnt Ihr damit, Euch ein geeignetes Plätzchen für eine Basis zu suchen, ein Haupthaus zu errichten und Eure ersten Arbeiter auf die Suche nach nahen Rohstoffen zu schicken. Ihr legt Steinbrüche und Forsthäuser an, produziert in der Kaserne Fußtruppen und züchtet in der Saurierfarm schlagkräftige Kampfdinos heran. Ein Tempel muss her, in dem sich Eure Krieger von den Strapazen des Kampfes erholen können. Die Taverne darf nicht fehlen, wenn Ihr gefallene Helden gegen massig Schädel und Rohstoffe wiederbeleben wollt. Ihr umgebt Eure Siedlung zunächst mit Holzpalisaden, die sich im späteren Verlauf zu einer verstärkten Mauer aufwerten lassen. Strategisch platzierte Verteidigungstürme bieten zusätzlichen Schutz.

Noch während Euer Aufbau in vollem Gange ist, erforscht Ihr mit einem Scout die Karte und lotet aus, an welchen Stellen der Gegner in seiner Festung am verwundbarsten ist. Die eigentliche Angriffsphase erfordert in der Regel neben strategischem Geschick auch eine Menge Durchhaltevermögen. Kaum einmal lässt sich der zahlenmäßig meist haushoch überlegene Gegner beim ersten Angriff gleich komplett überrennen. Normalerweise fügt Ihr ihm in einer ersten Angriffswelle empfindlichen Schaden an seiner Befestigung zu, dann zieht Ihr Euch erst mal zurück, um neue Kräfte für den nächsten Vorstoß zu sammeln.

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