Warum mich Life is Strange: True Colors direkt gepackt hat - und das diesmal ohne Episodenformat!

Erstmals auch komplett in deutscher Sprache!

Hurra, Life is Strange ist zurück! Aber sollte ich mich denn freuen? Nach interessantem Start hat mich Life is Strange 2 nicht vom Hocker gehauen wie seinerzeit der erste Teil. Es war einfach eine andere, tristere Stimmung als mit Max und Chloe in Arcadia Bay, dazu hatte Teil zwei mit Daniel ein Kind als Charakter, das mit der Zeit immer nerviger wurde. Und wenn es was gibt, was ich nicht ausstehen kann - egal ob in Spielen, Filmen, Serien, etc. -, dann das. Mir raubte das auf lange Sicht den Spaß und die Freude daran. So sehr, dass ich mir für die nächste Zeit vorgenommen habe, endlich die lange aufgeschobene letzte Episode zu spielen...

Inhalt:

Life is Strange: True Colors hingegen... Wenn ihr den Ausschnitt bei Square Enix Presents gesehen habt, den ich mir bereits Anfang der Woche anschauen konnte, empfindet ihr das unter Umständen so wie ich. Ich hatte von den ersten Sekunden an das Gefühl, dass das Gezeigte mehr in Richtung Teil eins geht - was die klare Absicht der Entwickler ist, daher: Glückwunsch, ist gelungen -, es wirkt farbenfroher, ein wenig erwachsener, die Musik ist toll, kein nerviges Kind in Sichtweite!

Alles neu in Haven Springs

Hinter dem dritten Hauptteil der Reihe steht das Studio Deck Nine Games, das damals für den Ableger Before the Storm verantwortlich war. Mit Life is Strange: True Colors präsentiert euch das Team erneut eine brandneue Protagonistin mit eigener Geschichte und ebenso neuer Fähigkeit. Dabei handelt es sich um Alex Chen, eine junge, asiatisch-amerikanische Frau. Sie verschlägt es in das Städtchen Haven Springs, nachdem ihr Bruder sie dorthin eingeladen hat.

Auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt und nach einer problematischen Kindheit in ihrer zerrütteten Familie wird es für sie in Haven Springs allerdings nicht einfacher. Es folgt der nächste Schicksalsschlag in Form von Gabes Tod, der als Unfall abgestempelt wird. War er das? Eher nicht, daher versucht Alex mehr darüber herauszufinden, was mit ihrem Bruder und dieser Kleinstadt los ist. Und dazu braucht sie ihre übernatürliche Fähigkeit.

Alex' Gabe - und zugleich ihr Fluch - ist ihre Empathie. Die Stimmungslage anderer Menschen erkennt sie anhand der Aura um diese herum. Eine rote Farbe bedeutet zum Beispiel, dass die jeweilige Person nicht in bester Laune ist. Aber Alex sieht nicht allein die Aura, sie kann die Emotionen der anderen in sich fühlen. Und wenn sie sich stark konzentriert oder die Emotionen stark sind, beeinflussen sie Alex und sie verliert die Kontrolle. Wie sich das im Detail im Verlauf der Story auswirkt, das bleibt abzuwarten. Wir stark diese Konsequenzen ausfallen, das zeigt uns dann das finale Spiel.

Life is Strange: True Colors ist seit vier Jahren in Arbeit

Deck Nine arbeitet seit 2017 an dem neuen Titel und mit seinem farbenfroheren, immer noch leicht Comic-artigen Look weckt es definitiv schöne Erinnerungen an den ersten Teil der Reihe. Dontnod, das ursprüngliche Entwicklerstudio von Life is Strange, ging mit seinem jüngsten Projekt Twin Mirror zuletzt ja in eine realistischere Richtung. Ausgehend von dem, was im Video zu sehen ist, wirkt die Welt von Haven Springs zudem deutlich detaillierter, Bäume und Pflanzen wiegen sich leicht im Wind und erzeugen so den Eindruck einer lebendigen Welt um euch herum.

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Alex ist die neue Hauptfigur.

Deck Nine und Square Enix sprechen vom "grafisch fortgeschrittensten Teil der Reihe". Okay, ist bei einer Fortsetzung nichts Ungewöhnliches, aber allein das Video zeigt bereits die Fortschritte gegenüber den Vorgängern. Erstmals setzen die Macher zudem auf eine vollständige Umsetzung aller Bewegungen via Motion-Capture-Technologie. Mit dieser möchte das Team die Interaktionen zwischen den Charakteren noch lebendiger gestalten und dafür sorgen, dass diese menschlicher wirken. Und zumindest in den gezeigten Szenen hinterlässt das einen guten Eindruck.

Wichtig ist dem Entwicklerteam, euch Platz zur Erkundung zu geben. Hattet ihr beim Anschauen das Gefühl, die Schauplätze wirken groß? Das sollen sie sein, von offizieller Seite heißt es, dass Haven Springs' Hauptstraße "eine Straße voller Geheimnisse und optionalem Inhalt" ist, mehr als in jedem anderen Life-is-Strange-Spiel zuvor. Dabei kommen erneut Alex' Fähigkeiten zum Tragen, denn sie kann auch Emotionen anderer manipulieren, was sich auf den Zustand der Stadt und ihrer Einwohner auswirkt - und ebenso auf Alex' Leben. Wie stark das letzten Endes der Fall ist, bleibt abzuwarten.

Die Rückkehr einer bekannten Figur

Obendrein bringt Deck Nine mit Steph ein bekanntes Gesicht aus Life is Strange: Before the Storm zurück. Wie Alex hat es sie nach Haven Springs verschlagen und neben einem weiteren männlichen Charakter namens Ryan stellt sie eine mögliche Option für eine romantische Beziehung dar.

True Colors bietet weiterhin ein paar spannende Premieren für die Reihe. Erstmals erscheint ein Life-is-Strange-Spiel nicht im Episodenformat! Ab dem 10. September 2021 ist das komplette Spiel auf PC, Xbox Series X/S, PlayStation 5, PS4, Xbox One und Stadia verfügbar, wenngleich Deck Nine dabei die Aufteilung in fünf verschiedene Kapitel beibehält. Wer möchte, macht zwischen diesen eine Pause. Oder ihr spielt alles in einem Rutsch durch, wenn euch die Sucht packt. Zudem erwartet euch erstmals eine komplett deutsche Sprachausgabe! Wenn das ein Aspekt war, der euch bei Life is Strange bisher störte, dann ist das definitiv eine frohe Kunde für euch.

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Steph aus Before the Storm kehrt zurück.

Mit dem Start der Präsentation verspürte ich in mir direkt dieses Feeling des ersten Teils. Die gute Stimmung, die die farbenfrohe Umgebung und die Musik vermitteln, eine auf den ersten Blick sympathisch wirkende Protagonistin, ein düsteres Geheimnis im Hintergrund. Ausgehend davon hat Deck Nine exakt die richtigen Knöpfe gedrückt, um mein Interesse zu wecken. Nachdem Life is Strange 2 mich eher enttäuschte, blicke ich nach diesem ersten Vorgeschmack hoffnungsvoll in Richtung dessen, was das Before-the-Storm-Entwicklerstudio hier aus dem Hut zaubert. Und solange das kein nerviges Kind als Charakter ist, erfüllen sie damit ein wichtiges Kriterium, um mich zu überzeugen. Klar, es ist noch früh und wir haben wenig gesehen, aber das, was uns Square Enix vor Augen hielt, stimmt mich frohen Mutes. Ich drücke die Daumen, dass das fertige Spiel das hält, was der erste Eindruck verspricht.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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