Crysis 2 Remastered: Das will Crytek bei der Neuauflage diesmal besser machen.

Zu Besuch Crytek in Frankfurt: Wir fragen nach, was bei Crysis 2 Remastered besser werden soll, als mit dem unglücklich gestarteten ersten Teil.

Im Herbst sollen Crysis 2 und Crysis 3 Remastered für die Current-Gen- und Last-Gen-Konsolen sowie die Nintendo Switch erscheinen. Heute können wir euch das erste Bildmaterial von Crysis 2 auf der PlayStation 5 zeigen. Es ist Teil eines Entwickler-Interviews, das wir bei einem Besuch in Cryteks Frankfurter Hauptquartier zusammengestellt haben, wo wir mit Projektleiter Steffen Halbig und Lead Artist Marcel Schaika gesprochen haben. Das vollständige Interview ist unten eingebettet, wo wir über die Erfolge und Misserfolge des Crysis-Remastered-Projekts und die weitere Vorgehensweise bei der Fertigstellung der Trilogie sprechen.

Crysis 2 auf der PlayStation 5 ist im Grunde ein generationenübergreifendes Projekt - ihr seht die Codebasis der PS4 Pro auf Sonys neuestem Gerät laufen. Es handelt sich also um eine Rückwärtskompatibilität, wobei Crytek bei den Konsolen der Xbox-Serie einen ähnlichen Ansatz wählt. Wie man in den Debug-Informationen oben rechts sehen kann, läuft Crysis 2 Remastered mit einer nativen Auflösung von 1440p und was wir bisher gesehen haben, zeigt, dass die Bildrate bei 60 Bildern pro Sekunde liegt. Auf der Xbox Series X ist eine höhere Auflösung zu erwarten.

Der eigentliche Entwicklungsprozess hat sich seit dem Beginn der Zusammenarbeit zwischen Crytek und Saber Interactive für das erste Crysis deutlich weiterentwickelt. Während Saber weiterhin mit der Entwicklung betraut ist, hat Crytek selbst mehr interne Mitarbeiter abgestellt, um die Entwicklung zu leiten und das Potenzial des Projekts besser auszuschöpfen. Und tatsächlich hat Digital Foundry selbst einen Blick auf frühe Builds geworfen und Feedback gegeben (unbezahlt, nur um das klarzustellen!). Letztendlich geht es darum, sicherzustellen, dass die Remasters so gut wie möglich sind, ohne das Budget zu sprengen - ein Grund, warum es keine native PS5- oder Xbox Series-Versionen gibt.

John Linneman zu Besuch im Crytek-Hauptquartier, um mit Projektleiter Steffen Halbig und Lead Artist Marcel Schaika über Crysis 2 Remastered zu sprechen - und das ist auch der erste Blick auf das Spiel selbst.

Was die Produktion angeht, sollten wir dieses Mal einen deutlich reibungsloseren Prozess erleben. Beim ersten Crysis entschied sich Crytek dafür, die PS3- und Xbox-360-Versionen im Gegensatz zum PC-Original zu verbessern, was bedeutete, dass eine Fülle von Funktionen, die im Original von 2007 zu finden waren, fehlten. Nach und nach wurden die fehlenden Inhalte in das Spiel integriert, aber man hat immer noch das Gefühl, dass das Spiel nicht da ist, wo es sein sollte. Für die letzten beiden Kapitel der Crysis-Trilogie kann Crytek auf wesentlich bessere PC-Versionen zurückgreifen, die auf moderneren CryEngines basieren und DX11-Funktionen unterstützen. Die Grundlage für Crysis 2 ist also der DX11-Code, sodass wichtige Features wie Tessellation im Remaster auftauchen - aber das Team ist darüber hinausgegangen.

Die nicht mehr zeitgemäße teal- und orangefarbene Farbgebung wurde durch etwas ersetzt, das viel besser aussieht, während es zusätzlich zu den DX11-Verbesserungen eine Menge tatsächlicher Remastering-Effekte gibt. Neue 3D-Scans ermöglichten eine Erhöhung der Texturauflösung, die Handhabung von Materialien wurde signifikant verbessert (besonders deutlich bei Aspekten wie Fahrzeugen und den Waffen), während vor allem die Beleuchtung dank Cryteks globaler Echtzeit-Beleuchtungssysteme (SVOGI) einen deutlichen Zuwachs an Wiedergabetreue erfährt. Durch verbesserte Cube-Map-Samples wurden auch die Screen-Space-Reflexionen verbessert. Verbesserungen am Detailgrad sind ebenfalls vorhanden.

Es gibt jedoch einige Änderungen in Bezug auf die verfügbaren Rendering-Modi. Crytek hat die Performance-, Fidelity- und Raytracing-Optionen aus den Konsolen-Builds entfernt und konzentriert sich darauf, die richtige Balance zwischen Qualität und Performance in einem einzigen Modus zu erreichen. Auf dem PC bleibt jedoch alles beim Alten und wir können erwarten, dass auch hier Raytracing-Reflexionen zusammen mit den üblichen Anpassungsmöglichkeiten zum Einsatz kommen.

Crysis Remastered hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt, insbesondere auf dem PC. Hier ist unsere Analyse der letzten große Überarbeitung des Spiels.

Bemerkenswert ist, dass Crytek den "Can it run Crysis?"-Modus aus den PC-Versionen der Fortsetzungen entfernt hat. Dieser Modus wurde ursprünglich eingebaut, um die Wiedergabetreue zu maximieren und die Grafikhardware bis zum vollen Umfang der Engine auszureizen, auch wenn die spürbaren Verbesserungen an der Grafik minimal waren. Das Endergebnis? Die Benutzer ließen automatisch alles mit maximalen Einstellungen laufen und waren von der Performance enttäuscht - eine unglückliche Situation, wenn man bedenkt, dass Crysis Remastered nicht wirklich eine riesige GPU brauchte, um großartig auszusehen. Apropos Leistung: Crytek teilte uns auch mit, dass an CPU-Optimierungen gearbeitet wird, um die Performance von Crysis Remastered weiter zu verbessern.

Auch wenn wir es heute nicht zeigen können, haben wir Crysis 2 und Crysis 3 Remastered auf der Nintendo Switch gesehen und gespielt, wo verständlicherweise 30 Bilder pro Sekunde das Ziel sind - und genau wie bei Crysis Remastered sind wir ziemlich beeindruckt von dem, was wir dort sehen. Wir werden kurz vor der Veröffentlichung noch ausführlicher über dieses Projekt berichten.

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Über den Autor:

John Linneman

John Linneman

Senior Staff Writer, Digital Foundry  |  dark1x

An American living in Germany, John has been gaming and collecting games since the late 80s. His keen eye for and obsession with high frame-rates have earned him the nickname "The Human FRAPS" in some circles. He’s also responsible for the creation of DF Retro.

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