Retro auf Raten - Wii Virtual Console • Seite 2

Alien Soldier, Sonic 3D, Art of Fighting & Samurai Ghost

Sonic 3D – Flikies Island

  • Plattform: Sega Mega Drive
  • Entwickler: Travellers Tales
  • Erschienen: 1996
  • Kostenfaktor: 800 Punkte
  • Wii-Mote Unterstützung: Ja

1995 waren bereits Playstation und Sega Saturn erschienen, 1996, im selben Jahr wie Sonic 3D, veröffentlichte Nintendo sein N64. Was glaubt Ihr, wie viele Spieler sich da noch für den ersten Pseudo-3D Titel mit Sonic auf dem angestaubten Mega Drive interessierten? Offensichtlich hatte man auch schon bei Sega die Konsole fallen lassen und übergab die Entwicklung an Travellers Tales, die zuvor ersten Ruhm mit Leander und Mickey Mania sammelten.

Mit Sonic 3D lieferten sie im Rahmen der Möglichkeiten der Hardware, vor allem aber der Perspektive, eine durchaus respektable Leistung, nur wirklich überbordender Spaß im Sonic-Sinne will sich einfach nicht einstellen. Die isometrische Ansicht eignet sich ganz gut für das behutsame Manövrieren des blauen Igels durch trickreiche und verzweigte Levels, in denen Ihr irgendwelche Vögel einsammeln sollt. Sie eignet sich NICHT für Tempo.

Insoweit solltet Ihr Sonic 3D – Flikies Island trotz bekannter Charaktere und Grafikelemente vielleicht weniger als echtes Igel-Spiel, sondern mehr als innovatives und kniffeliges Jump´n´Run-Adventure aus einer ungewöhnlichen Perspektive nehmen. Dann kann sich sicher der eine oder andere von Euch für das Spiel begeistern, das damals so wenig Liebe erfahren hat…

Goldmünzen: 3/5

Samurai Ghost

  • Plattform: Turbo Grafx
  • Entwickler: Namco
  • Erschienen: 1992
  • Kostenfaktor: 600 Punkte
  • Wii-Mote Unterstützung: Ja

Und ich dachte, ich würde alles auf meiner Wahllieblingskonsole kennen: Von Samurai Ghost habe ich vor dem Download noch nie irgendetwas gehört. Leider handelt es sich im Gegensatz zu Alien Soldier nicht um eine versteckte Perle, sondern nur eins dieser Spiel, die so belanglos sind, dass damals wahrscheinlich nicht einmal der Entwickler selber große Hoffnungen hatte und schnell zum nächsten Projekt überging.

Ihr steuert einen als Samurai verkleideten Kabuki-Clown, der eigentlich ein Samurai sein soll – und, sofern ich das Chaos einer Handlung richtig deute, tot ist – durch eine Reihe der üblichen Altes-Japan-Mit-Gespenstern-Level und hackt mit dem Schwert auf alles, was sich bewegt. Kann Spaß machen, tut es hier aber leider nicht.

Viel Wohlwollen erlaubt es mir, die Steuerung als gewöhnungsbedürftig zu bezeichnen, die Grafik erzeugt einen seltsamen Effekt, der sie auf den ersten Blick mittelmäßig, beim längeren Betrachten aber dann doch ziemlich schlimm wirken lässt und die generischen Gegner turnten schon durch ein Dutzend besserer Spiele. Spaß oder auch nur irgendein vages Interesse an dem Geschehen auf dem Screen will einfach nicht aufkommen. Der nächste, bitte.

Goldmünzen: 1/5

Art of Fighting

  • Plattform: NeoGeo
  • Entwickler: SNK
  • Erschienen: 1992
  • Kostenfaktor: 900 Punkte
  • Wii-Mote Unterstützung: Ja

Zehn Minuten mit Art of Fighting haben mir sehr deutlich vor Augen geführt, dass alles vergänglich ist, jede Augenwischerei irgendwann verblasst und nach so vielen Jahren nur ein Spieldesign einen echten Wert haben kann. Pech für diesen Prügler aus der Anfangszeit des NeoGeo.

Der zu Beginn der 90er Jahre geradezu umwerfend cool wirkende und heute komplett unspektakuläre Zoomeffekt, stellt so ziemlich die einzige wirkliche Heldentat dieses ansonsten eher mittelmäßigen Prüglers dar. Die schöne Optik kann nicht davon ablenken, dass im Solomodus gerade mal zwei Charaktere spielbar sind und die Gegnerreihenfolge niemals variiert. Zu zweit lässt sich die gesamte Schlägertruppe auswählen und rettet so zumindest einen Teil der Abwechslung.

Das setzt allerdings voraus, dass sich wenigstens zwei Leute mit den ziemlich unvergebenden Specialmoves auseinandersetzen. Schon mit dem Original-Arcadeboard war es nicht einfach, mit dem Classic-Controller grenzen einige der Moves an „unmöglich“. Man kann Art of Fighting aber trotzdem ganz gut spielen, es liegt Meilen vor einem Desaster wie World Heroes, zur großen Riege der NeoGeo-Prügler gehört es aber auch nicht.

Goldmünzen: 2/5

Und nächste Woche…

…hoffe ich, dass neben einem mal wieder fälligen ganz großen Hit wieder so ein Underdog wie Alien Soldier dabei ist. Danke dafür, Nintendo!

Unsere Wertungsphilosophie

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (4)

Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chefredakteur

Defender, Ringe, 1W6+4, NCC-1701, 8086, Ultima, Cid, SEGA, like tears in rain, B. Guardian, nicht Silmarillion, F. Mercury, PC-Player, Arena, id, Mage, LiveLink, Eurogamer, Chefredakteur...

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (4)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading