World of Warcraft: Shadowlands - Interview mit Patrick Dawson zur neuen Erweiterung

Jede Menge Fragen und Antworten rund um die Schattenlande.

Gestern Abend konnten wir bereits vieles über den Entwicklungsstand der nächsten Word of Warcraft-Erweiterung beim Shadowlands Developer Update von Game Director Ion Hazzikostas und Executive Producer John Hight erfahren. Darunter auch, was in der World of WarCraft: Shadowlands - Collector's Edition steckt.

Wir hatten nach dem Stream die Gelegenheit, zusammen mit weiteren Pressevertretern aus den europäischen Ländern, an einem Gruppeninterview mit Patrick Dawson teilzunehmen. Selbiger leitet als Production Director die Entwicklerteams rund um Shadowlands und kümmert sich auch um World of Warcraft Classic.

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Production Director Patrick Dawson

Hier also ein paar interessante Fragen, noch interessantere Antworten und vor allem weiter unten dann wichtige Erkenntnisse wie beispielsweise Infos zum Pre-Patch, den Berufen, der Technik oder dem Spiel im Allgemeinen.

Übrigens könnt ihr euch ab sofort für die World of WarCraft: Shadowlands Beta anmelden.

Eurogamer: Was war die größte Schwierigkeit bei der Entwicklung von Shadowlands?

Dawson: Einer der aufregendsten und zugleich herausforderndsten Aspekte der Entwicklung ist, dass es nicht wirklich Azeroth ist. Es ist ein sehr fantastischer Ort - das Leben nach dem Tod. Etwas, dass man noch nie zuvor gesehen hat und das nicht an den irdischen Kern von Azeroth gebunden ist. Man muss sich also fragen und vorstellen, wie sieht das Leben nach dem Tod aus? Wie sieht ein Ort aus, der die dort herrschende Ordnung widerspiegelt (Bastion) oder wie sieht ein Ort der Wiedergeburt aus (Ardenwald)? All diese Aspekte in ein Paket zu schnüren, das überzeugen kann und Spaß bringt, wenn man dort seine Zeit verbringt, war nicht einfach.

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Die Schattenlande in World of Warcraft: Shadowlands sind ein unbekannter und gefährlicher Ort.

Eurogamer: Haben sich durch die Distanz zwischen den Schattenlanden und Azeroth mehr Möglichkeiten eröffnet, neue Mechaniken und Systeme für das Gameplay zu integrieren?

Dawson: Wir versuchen immer vom dem zu lernen, was wir in der Vergangenheit ausprobiert haben und das den Spieler gefallen hat, und darauf aufzubauen und neue Systeme zu entwickeln. Eine Neuerung, auf die ich mich sehr freue, ist Torghast, der Turm der Verdammten. Das ist endloser Rogue-like Dungeon, den man allein oder in einer Gruppe mit bis zu fünf Spielern erkunden kann. Dieses System ist ein Eckpfeiler von Shadowlands - ein gewaltiger und gefährlicher Turm des Kerkermeisters inmitten des Schlunds - der jedoch für sich steht und nicht zwingend an Kern von Shadowlands gebunden ist. Das hat es uns erlaubt, in diesem Dungeon mit einigen Regeln zu brechen. Wir geben den Spielern außergewöhnliche Kräfte, die man außerhalb von Torghast nicht denkbar wären, um zu sehen, wie weit man gehen kann. Torghast ist seit einiger Zeit in der Alpha spielbar und wir haben dazu tolles Feedback bekommen.

Eurogamer: Wie ist der derzeitige Stand der Klassen, wir haben in den letzten Wochen einige Änderungen bei einigen Klassen gesehen?

Dawson: Ion hat es im Live-Stream am besten beschrieben, als er den Balancing-Prozess angesprochen hat. Ich denke, in den kommenden Wochen wird es noch mehr Details bezüglich des Klassen-Balancing geben, insbesondere im Zusammenspiel mit den Bündnissen. Eines der großartigen Dinge an den Bündnissen ist, dass sie für so viele Dinge im Spiel gelten, seien es Dungeons, Raids, Outdoor-Erlebnisse oder auch Torghast. Die Entscheidung für eines der Bündnisse ist sehr wichtig und wird sich auch auf das Gleichgewicht der Klassen auswirken. Wir sind also sehr daran interessiert, wie Spieler damit zurechtkommen und welches Feedback wir bekommen, um mit dem Feintuning zu beginnen und neue Ideen zu finden, die beim Balancing helfen. Wir wollen sicherstellen, dass alle Klassen Spaß machen und sich beim Spielen toll anfühlen.

Eurogamer: Müssen Conduits bei zukünftigen Spiel-Updates (Patches) upgegradet oder neu gefarmt werden oder reicht es, sie einmalig freizuschalten

Dawson: Unsere Pläne mit den Conduits entwickeln sich momentan noch immer weiter. Ich denke man hat in der Alpha bereits gesehen, dass wir Änderungen vornehmen, wenn wir ausreichend Feedback erhalten. Derzeit ist der Plan, dass Conduits wie reguläre Items sind. Wenn man also ein Item von einem Boss hat, kann es durchaus sein, dass es in der nächsten Season / im nächsten Raid etwas Besseres gibt. Ich gehe davon aus, dass dies der Weg sein wird, wie wir Conduits handhaben. Derzeit sind Conduits noch nicht in der Alpha verfügbar. Wir werden sehen, was die Community davon hält, wenn sie rauskommen.

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In World of Warcraft: Shadowlands könnt ihr einen Teil der Fähigkeiten, die ihr von Seelenverbindungen erhaltet, selbst mithilfe von Conduits bestimmten.

Eurogamer: Shadowlands erinnert etwas an eine Mischung aus Draenor, Legion, BfA mit Level Squish. Was denkst du ist es, was die Erweiterung Shadowlands ausmacht? Woran wird sich jeder im Nachhinein erinnern?

Dawson: Es gibt so viele Dinge da ist es nicht leicht eines herauszupicken. Um ein paar zu nennen, von denen ich denke, dass sie sind wichtig: Torghast - das ist etwas ganz Neues, das wir ausprobieren. Es basierend auf dem was wir von den Herausforderungen der Verstörenden Visionen oder der Artefakt-Herausforderungen im Mage Tower (Legion) gelernt haben. Ich denke auch, die fantastische, nicht irdische Spielwelt ist etwas Neues, das wir versuchen und das in Erinnerung bleiben wird. Ebenso die Klassen und ihre zurückgewonnene Classfantasy, die man neu erleben kann - ein Magier ist ein Magier und nicht nur ein Feuermagier. Man hat Fähigkeiten von allen Talentspezialisierungen.

Es gibt noch mehr doch die zwei Wichtigsten sind meiner Meinung nach Torghast und die Bündnisse und wie sie sich auf das Gameplay auswirken und Player Agency. Wir haben mitbekommen, dass Spieler in einem RPG wirklich ihren Fortschritt ins Visier nehmen wollen. Sie wollen herausfinden, wie man seinen Charakter verbessert, und dass dann auch umsetzen. Das ist etwas, das wir für Shadowlands wieder in den Vordergrund rücken wollen. Ein weiterer interessanter Aspekt ist der Schlund. World of Warcraft wird damit wieder zu einem etwas gefährlicherem Ort.

Eurogamer: Mit Shadowlands wurde viele Änderungen verwirklicht, die sich an neue Spieler richten. Was sind eure Ziele für neue Spieler und ihre Spielerfahrung?

Dawson: Wir haben einige Studien durchgeführt, um sicherzustellen, dass neue Spieler in der ersten Stunde ins Spiel finden und verstehen, was World of Warcraft ausmacht. Level 120 zu erreichen ist zudem für neue Spieler als auch für Alts (Twinks) etwas viel, daher haben wir uns für den Level Squish entschieden, der das Leveln beschleunigt. Nun kann man eine Erweiterung von Anfang bis Ende durchspielen und dann direkt ins Endgame einsteigen.

Hier findet ihr weitere Infos aus dem Interview in der Zusammenfassung, um euch einen besseren Überblick zu geben:

Zum eigentlichen Shadowlands-Spiel

  • Der Pre-Patch wird bis bei den bisherigen Erweiterungen etwa 4 bis 6 Wochen vorher aufgespielt. Einen genauen Termin für das Shadowlands-Pre-Patch gibt es mangels Releasetermin noch nicht.
  • Alte Kontinente haben in Shadowlands nur wenig Bedeutung, die meiste Zeit wird man in den neuen Gebieten verbringen.
  • Die kürzlich angestoßenen neuen Serververknüpfungen sollen dabei helfen, dass niedrigbevölkerte Server lebendiger werden und sich leichter Raid-Gruppen finden.
  • In Shadowlands sind viele Inhalte optional. Die Spieler sollen selbst entscheiden können, was sie wann machen und sich nicht von Patches erschlagen fühlen (wie nach 8.3)
  • Das endlose Sammeln von Artefaktmacht ist in Shadowlands nicht angedacht, dennoch gibt es Ressourcen, die man braucht und sammeln muss. Dafür muss man sich aber nicht mehr verpflichtet fühlen, jede Weltquest auf der Karte zu erledigen.

Neue Spieler, Twinks und Leveln

  • Der Level Squish soll es neuen Spielern und Twinks leichter machen das Maximallevel schneller zu erreichen. Auch die Wahl der Erweiterung, in der man leveln will (BC, WotLK, Cata, Pandaria, WoD, Legion), hilft dabei.
  • Bündnisse (Covenants) und Twinks: Wenn man das Maximallevel mit seinem Hauptcharakter erreicht hat und ein Bündnis eingegangen ist, kann man sich bei Alts direkt ein Bündnis aussuchen, ohne die gesamte Geschichte noch einmal durchspielen zu müssen.
  • In der Alpha konnte man in Torghast (Endgame Content) Erfahrungspunkte sammeln. Es ist derzeit jedoch nicht geplant, dass man den Turm während des Stufenaufstiegs besucht.

Zum PVP

  • Bei den Arena World Championships und den Mythic Dungeon Invitationals wird es mit Shadowlands keine großen Umbrüche geben. "Beide sind großartig und wir werden damit weitermachen", so Dawson
  • Kürzlich haben Datanminer "PvP-Macht" in den Spieldateien gefunden, das hat jedoch nichts mit Shadowlands zu tun, die PvP-Attribute werden nicht zurückkehren.
  • Der Kriegsmodus bleibt auch in Shadowlands im Spiel, man ist aber noch am überlegen, wie bestimmte Boni und Ereignisse (wie beispielsweise die von Flugzeugen abgeworfenen Vorratskisten) zukünftig gehandhabt werden.

Die Berufe in Shadowlands

  • In den Schattenlanden wird es keine archäologischen Ausgrabungsstätten geben, da sie nicht in die Nachwelt passen.

Zur Technik von Shadowlands

  • Die Entwickler arbeiten stets daran, die Performance von World of Warcraft zu verbessern und neue Technik zu implementieren. In Battle for Azeroth wurde beispielsweise der Multikern-Support eingeführt und mit Shadowlands wird schließlich auch das Raytracing möglich.
  • WoW wird nicht auf Konsolen oder Stadia erscheinen. Der vor einiger Zeit implementierte Controller-Support soll es PC-Spielern lediglich ermöglichen, auch mit einem Controller zu spielen, wenn sie mit Maus und Tastatur nicht glücklich sind.
  • Der Erfolg "Herold der Titanen" (Ulduar) wäre derzeit nach dem Level Squish nicht möglich. Man will den Erfolg jedoch entsprechend anpassen, damit er weiterhin erreicht werden kann.

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Über den Autor:

Markus Hensel

Markus Hensel

Redakteur

Seit 2011 bei Eurogamer.de dabei. Zockt alles aus dem Hause Blizzard, insbesondere D3, Overwatch, Starcraft 2 und WoW-Raids (auch nach 10 Jahren noch). Hört Rock und Metal, hat einen Drachen-Fetisch, kann mit Fußball nichts anfangen, ist stolzer Besitzer eines Monstergrills und mag Kuchen und Kekse (viel zu sehr).

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