Worms Rumble hat seinen Reiz, aber ist das noch Worms?

Viele Fans werden damit nicht glücklich sein.

Wenn ihr die Worms-Reihe ein wenig verfolgt, habt ihr es in jüngster Zeit mitbekommen: Team17 kündigte mit Worms Rumble einen neuen Teil der Reihe an, der einiges anders macht. Was bei vielen Fans nicht gut ankam, nachdem erstes Gameplay seine Premiere feierte. Zu sehen waren darin Echtzeitkämpfe statt rundenbasierte Gefechte, keine Zerstörung und die Beeinflussung einzelner Geschosse durch den Wind spielt ebenso wenig eine Rolle.

Kurz: viele Spielelemente sind nicht mehr so, wie die Fans sie von der Reihe kennen. Und wir wissen, dass es unter Spielern häufig nicht gerne gesehen ist, wenn sich innerhalb einer Reihe zu viel ändert - vor allem, wenn die Leute mehr vom Gleichen erwarten. Auf der anderen Seite: warum dem Spiel nicht einmal eine Chance geben? Auf mich klingt die Vorstellung von Echtzeitkämpfen und Battle Royale in einem Worms zwar definitiv weniger verlockend als ein klassisches Worms. Um herauszufinden, ob es so schlimm ist wie es sich anhört, stürzte ich mich übers Wochenende ein wenig in die Beta.

Darin war allein der Deathmatch-Modus auf einer Map verfügbar, gerade ausreichend für einen ersten Eindruck. Bis zu 32 Spieler nahmen daran teil und tummelten sich auf der Karte, nach einem Abschuss dauerte es mehrere Sekunden, bis ein Respawn möglich war. Was anfangs ungewohnt ist, geht dank eingängiger Steuerung schnell ins Blut über. Mit A und D bewegt ihr euch nach links und rechts, mit W oder der Leertaste und mit der Maus bewegt ihr das Fadenkreuz blitzschnell hin und her. Ihr seid schnell drin und habt die unkomplizierte Steuerung im Griff, zumindest dahingehend gibt's keine Probleme.

Worms Rumble Beta Impressionen
Ein Einkaufszentrum mit Raketensilo, wer kennt es nicht?

Das Geschehen seht ihr auf einer in 3D-Grafik aufgebauten Map aus einer seitlichen 2D-Perspektive. Ihr springt von Wänden ab und erklimmt so Schächte und höher gelegene Bereiche auf der verwinkelten Map, die viele Schlupflöcher bietet und ein Einkaufszentrum inklusive eines Raketensilos darstellt. Was zum Beispiel in einem Schacht vor sich geht, seht ihr ausschließlich dann, wenn ihr ihn betretet. Theoretisch könnte in jedem Schlupfloch ein Gegner lauern, es gilt daher immer auf der Hut zu sein. Und Respawns in eurer unmittelbaren Nähe sind ebenso wenig eine Seltenheit, es herrscht wenig Leerlauf auf der Map. Gleichzeitig fühlt es sich nicht überlaufen an, die Balance hinterlässt einen vernünftigen Eindruck.

Unterwegs findet ihr an vielen Stellen neue Waffen, darunter bekannte Vertreter wie die Bazooka, Handgranaten oder die Heilige Handgranate, ebenso Munitionskisten. Die Auswahl war in der Beta noch beschränkt, inwiefern das komplette Worms-Arsenal hier vorhanden ist, bleibt abzuwarten. Weiterhin sind einzelne interaktive Elemente eingestreut, zum Beispiel Aufzüge, um schnell auf eine andere Ebene zu gelangen, oder Seile, an denen ihr nach oben oder unten rutscht. Der in der Beta spielbare Deathmatch-Modus ist klar auf schnellen Spaß ausgelegt - und den liefert er. Und es ist ein typisches Deathmatch. Heißt: in jeder Ecke und aus jeder Richtung droht euch eine Konfrontation und seid nicht überrascht, wenn ihr gerade gegen einen anderen Spieler kämpft und euch ein weiterer in den Rücken fällt, um beide Kills abzustauben.

Skill spielt hier ebenso eine Rolle, wenngleich es auf andere Qualitäten ankommt als im klassischen Worms. Dort entwickelt ihr ein Gespür für das richtige Zielen im Zusammenspiel mit den Windbedingungen, ihr nutzt die Level-Zerstörung für eure Zwecke aus und agiert in euren Bewegungen vorsichtig, um innerhalb des Zeitlimits nicht die falschen Schritte zu machen. Nichts davon ist in Worms Rumble wichtig. Keine Zerstörung, kein Wind, kein Zeitlimit dank Echtzeit-System, hier zählen allein eure flinken Bewegungen und schnelle Reflexe. Mit dem Artillery-Klon von damals hat das nichts mehr zu tun.

Und das ist es eben. Es ist im Endeffekt einfach nicht das, was ich mit dem Namen Worms verbinde. Und das geht vielen Fans so. Dass die Community nicht gerade offen für große Umwälzungen ist, zeigte sich in der Vergangenheit des Öfteren - nicht umsonst kehrte Team17 in all den Jahren immer zum bewährten 2D-Gameplay zurück. Dabei hätte es so einfach sein können. Das Gezeter wäre nicht halb so groß, wären diese Echtzeit-Kämpfe ein optionaler Modus in einem ganz normalen Worms-Spiel, gleichmäßig aufgeteilt zwischen rundenbasierten, klassischen Worms-Gefechten und Battle Royale in Echtzeit. So aber nimmt Team17 bewusst viel Kritik dafür in Kauf, die aktuell die Schlagzeilen dominiert, statt das Beste aus beiden Welten zu liefern.

Es ist keine einfache Position, in die sich das Unternehmen damit manövriert, aber eine, die es jetzt auszuhalten gilt, wenn Team17 nicht alles umkrempeln oder noch einen klassischen Modus ergänzen möchte. Für sich genommen bereitet Worms Rumble in der Beta kurzweiligen Spaß, wenngleich im Hinterkopf immer der Gedanke herumschwirrt, dass es kein echtes Worms ist, wie ich es in Kindheitstagen kennen und lieben gelernt habe. Es braucht ein wenig Zeit, sich an das Gameplay in Worms Rumble zu gewöhnen, alte Gewohnheiten fallen zu lassen und Spaß zu haben. Allein: ob ihr (und die vielen Fans) das möchtet und dazu bereit seid, das ist die entscheidende Frage...

Entwickler/Publisher: Team17 - Erscheint für:PC, PS4, PS5 - Erscheint: Ende 2020 - Gespielte Version: PC

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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