WWE - Legends of Wrestlemania • Seite 2

Those were the days

Das ist eigentlich ziemlich traurig, weil der zentrale Wrestlemania-Tour-Modus einfach wunderbar zum Thema des Spiels passt. Hier habt Ihr die Gelegenheit für Relive-, Rewrite- und Redefine-Fights. Alle drei Kampfvarianten werden von tollen Original-Zusammenschnitten der entsprechenden Fehden, wie zum Beispiel Ultimate Warrior gegen Hulk Hogan, Hogan gegen Andre the Giant oder The Rock gegen Stone Cold Steve Austin, eingeläutet. Diese Einspieler sind nicht nur vorzüglich gemacht, sie dienen auch als Auffrischer verblasster Erinnerungen und sorgen für genau die richtige Kampflaune. Wenn man hinterher aber hüftsteif zwischen den Seilen herumsakst, wünscht man sich ziemlich schnell in einen Extended-Cut des einleitenden Films zurück.

Im „Relive“-Modus erspielt Ihr Euch Medallien, indem Ihr den Kampf genauso nachspielt, wie er damals geschehen ist. In der Praxis erfüllt Ihr also bestimmte Missionsziele innerhalb eines Bouts, wie etwa Andre the Giant zu slammen. Auch in „Rewrite“, wo Ihr den Ausgang des Kampfes ändern dürft, und in „Redefine“, wo Ihr die Rahmenbedingungen und Regeln der Kämpfe modifiziert, wollen bestimmte Etappenziele gegen digitales Gold von Euch erfüllt werden. Insgesamt eine interessante Idee, die lediglich etwas daran krankt, dass man bei den bis zu zehn Missionszielen oft das Spiel pausieren muss, um nachzusehen, was man noch nicht geschafft hat.

Eine naheliegende Stärke von Legends of Wrestlemania ist natürlich das mit 40 Fightern durchaus üppige Roster. Und das liest sich erst einmal unglaublich gut: The Ultimate Warrior, Hulk Hogan, Ric Flair, Brutus „The Barber“ Beefcake, Jake „The Snake“ Roberts, Mr. Perfect, Junkyard Dog, Hawk und Animal von der Legion of Doom, der Ultimate Warrior, „Hacksaw“ Jim Duggan, Andre the Giant, Bam Bam Bigelow, Bret Hart und der Ultimate Warrior (!!), um nur einige zu nennen.

Erst wenn die Freude über das Wiedersehen mit den eigenen Favorites verflogen ist, merkt man, dass der Kader zugleich auch eine Schwäche von Legends of Wrestlemania ist. Denn es fehlen auch sehr viele Ikonen: Razor Ramon, Diesel, Big Van Vader, 1, 2, 3 Kid, Tatanka, Rick „The Model“ Martel, Jeff Jarrett, Lex Luger, Marty Janetty, The IRS, Sid Justice, Owen Hart, Giant Gonzales, „Macho Man“ Randy Savage, die Bushwhackers, Tito Santana, Adam Bomb, Mankind und Bob Backlund.

Und jeder Einzelne tut ein bisschen mehr weh als der Vorherige – je nachdem in welcher Reihenfolge man ihr Fehlen selbst bemerkt. Einige dieser Leerstellen im Kader lassen sich immerhin durch den wirklich lobenswerten und einfachen Import aller Smackdown vs. Raw 2009-Kämpfer auffüllen. Ein desillusionierter Nostalgiker, wie ich nun mal einer bin, hat das aber eben nicht im Regal stehen.

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Erst ab Stufe 3: Der Bodyslam gegen Andre the Giant.

Davon abgesehen ist rein technisch bei diesem WWE-Klassentreffen eigentlich alles in Ordnung: Die Gesichter und Details aller anwesenden Fighter sind mit wenigen Ausnahmen recht gut gelungen, allerdings sehen die Proportionen der aufgepumpten Brustkörbe und Arme viel zu sehr nach Action-Figur aus. Hier ist der Muskelfetisch eindeutig mit den Designern durchgegangen, was schade ist, weil einem die Realfilm-Zusammenschnitte direkt vor den Kämpfen ja zeigen, wie die Jungs wirklich ausgesehen haben. Und dann ist da noch das Publikum, das problemlos auch aus einem fünf Jahre alten NBA Live stammen könnte. Da man den Kampf nur selten aus dem Ring herausträgt, ist das allerdings noch zu verschmerzen.

Legends of Wrestlemania ist in Sachen Umfang und Spielmodi durchaus in Ordnung und weiß mit seinem Nostalgie-Bonus recht geschickt umzugehen. Allerdings macht es auch nur ungefähr so lange Spaß, bis man jeden Move seiner Lieblings-Athleten gesehen hat. Und das kann schon am ersten Abend passieren. Für Spieler mit Wettbewerbs- und Multiplayer-Ambitionen sind die Kämpfe zu platt, zu gleich und - dank QTE-Versessenheit - auch oft zu willkürlich in ihrem Ausgang. „Easy to learn, nothing to master“ – das ist nicht der Stoff aus dem Legenden sind.

„Ehemalige“ können sich ihre Dröhnung 80er & 90er Catchen also auch auf Youtube oder mit einer der zahllosen Wrestlemania-DVDs besorgen, während aktuelle Wrestlingfans mit Smackdown Vs. Raw das deutlich bessere Kampfspiel bekommen dürften.

5 /10

WWE – Legends of Wrestlemania ist für Playstation 3 und Xbox 360 erhältlich.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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