Xbox Live Arcade & Originals

Undertow für lau, Boogie Bunnies & Burnout 3: Takedown

Ein Mittwoch ohne einen neuen Xbox Live Arcade–Titel ist... ein sehr lohnender Mittwoch!

Keine Sorge, dies ist kein Auftakt über den Arcade-Zirkus herzuziehen und ich wüsste auch gar nicht, warum ich das tun sollte. Schließlich bietet er zahlreichen kleinen, sehr schicken Spielen Unterschlupf, für die niemand sich die Mühe einer Retail-Vermarktung gemacht hätte. Nehmt zum Beispiel Undertow. Ein mit gerade mal 50 MB winziges Paket, das aber viel Spaß und Freude auf Eure Box bringen wird. Warum? Das habe ich ausführlich hier dargelegt und dem Spiel sogar zum Preis von fast 10 Euro eine stolze 8 gegeben.

Und jetzt erhöhe ich einfach mal ganz frech die Wertung auf eine runde 10. Einfach so? Weil mir danach ist? Nein. Weil Ihr Euch das Spiel derzeit ganz umsonst herunterladen dürft und zwar in der kompletten Vollversion. Auch wenn Ihr nur Silber-Kunden seid.

Ich gebe zu, dass ich diesen letzten Punkt nicht ganz verstehe, schließlich ist diese Großzügigkeit eine Geste der Entschuldigung seitens Microsoft an seine Live-Kunden, die in den letzten Monaten mit zahlreichen Schwierigkeiten bis hin zum Komplettausfall des Live-Systems leben mussten. Aber was beschwere ich mich. Ich bedanke mich lieber artig im Namen aller, die dieses spritzige Spielchen noch nicht kauften. Beeilt Euch, Microsofts Großzügigkeit und meine glatte Zehner-Wertung reichen nur bis Sonntag. Danach gelten wieder der alte Preis und die 8 Punkte.

Boogie Bunnies

1

Entwickler: Artech Studios / Sierra Online
Kostenfaktor: 800 Punkte (9,60 Euro)
Spielerzahl: 1-2
USK: Keine Altersbeschränkung
Downloadgröße: 40 MB

Und was gab es letzte Woche schickes? Boogie Bunnies. Tanzende Hasen? Das ist doch bestimmt so etwas wie Raving Rabbids. Dachte ich so bei mir und lag komplett daneben. Auch wenn die Hasen manchmal doch tanzen.

Statt Rahhhh-brüllenden Welteroberungs-Karnickeln bekommt Ihr hier die friedliche Variante der Feldbewohner, die geduldig in Reihen darauf warten, von Euch mit Artgenossen beschossen zu werden, um dann in Farbformationen zu platzen. Genau, es ist mal wieder ein Tetris / Puzzlefighter / Zuma-Ableger. Jippieh, davon gibt es ja nur eine gefühlte Billion...

Was ist also die Edge hier? Ihr bewegt Euch am unteren Rand und über Euch erstreckt sich ein weites Feld, das zu einem Teil schon mit Hasen gefüllt ist. Diese kommen nicht wie sonst in braun und weiß daher, sondern in buntpoppigen Farbtönen. Schießt Ihr einen blauen Hasen auf eine Formation aus zwei oder mehr anderen blauen Nagern, explodieren sie mit einem Freudenschrei und verschwinden.

Zunächst mag die Freude seltsam erscheinen, aber die Alternative ist weit grausiger. Zwischen Euch und der Hasenarmee befindet sich ein Graben, in den über kurz oder lang die langsam heranrückenden Massen stürzen. Passiert dies zu häufig, heißt es Game Over. So weit, so eigentlich suchterzeugend.

Irgendwie will aber der Funke nicht überspringen und das trotz der zugegeben wirklich ultraknuffelig knuddelifluffeligen Niedlichbunnies, die mit den Ohren schlackern, bonusbringende Tanzeinlagen hinlegen oder ängstlich in den Abgrund schielen. Für die wirkliche Begeisterung fehlt das Gefühl von Strategie und Kontrolle. Ihr habt nur in den wenigsten Augenblicken den Eindruck, dass eine große Kombo dank Eurer Taktik und Planung entstand. Das liegt zum einen an den völlig willkürlichen Mustern, die sich Eurer Planung entziehen, und an der Tatsache, dass Ihr nicht sehen könnt, welche Farbe als nächstes kommt.

Das Versäumnis solcher eigentlich ins Genre eingebrannter Selbstverständlichkeiten lässt Boogie Bunnies im Fahrwasser echter Größen zurück. Lasst Euch von den süßen Hasenohren nicht täuschen. Auch wenn sich die Bunnies ohne große Schmerzen spielen lassen, kommt doch zu selten Spaß oder gar der berühmte Suchteffekt von Lumines, Puzzlefighter und Co. auf.

Wertung: 2 / 5

Burnout 3: Takedown

2

Xbox Originals
Entwickler: Criterion Studios / EA
Kostenfaktor: 1200 Punkte (14,40 Euro)
Spielerzahl: 1 (Onlinemodus vorhanden)
USK: Ab 12 Jahren
Downloadgröße: 2,8 GB

Es hat erstaunlich lange gedauert, aber endlich hat der achte Originals-Titel seinen Weg zu uns gefunden. Vielleicht dauerte es so lange, weil Burnout 3: Takedown diesen Weg gemäß seines eigenem Mottos zurücklegte: Mit möglichst vielen Crashs und Chaos auf selbigem.

Teil 3 der Serie markiert nicht nur den Übergang von Acclaim zu Electronic Arts, sondern auch den von einer netten Action-Rennserie zu wahrer und zu Recht gehypter Größe. Criterion Studios drehte das Tempo hoch, hübschte das Ganze bis an die Grenzen der ersten Xbox auf und reicherte alles mit einem All-Star Rock Cast aus über 40 krachenden Musiktracks an.

Takedown zeigt, was geschliffen bedeutet und dazu kann ich nur sagen: Felicitations! Le Buuuuust! Bonjour, Kraasch FM!

Nein, ich bin nicht endgültig seltsam geworden, nur dummerweise versucht das Spiel die Sprache der 360 zu erkennen. Bei mir ist das eigentlich Englisch, diese Sprachversion wurde aus Platzgründen aber gestrichen. So wählt Takedown in seiner Verwirrung halt Französisch und verwirrt mich. Dies ist aber die einzige Verwirrung. Habt Ihr Deutsch eingestellt, gibt es auch deutsche Menüs und es erwartet Euch ein wohlstrukturiertes System aus freischaltbaren Events, Bonusautos und Trophäen, welche Euch fast so sehr wie echte Achievements motivieren werden.

Und das Erlangen all dieser Dinge macht aus einem einfach Grund so viel Laune: Criterion lässt Euch trotz des aberwitzigen Tempos nie die Kontrolle oder zumindest die Illusion dieser verlieren. Eigentlich ist es ein Todesritt mit 300 Km/h, durch die geschickte Streckenführung und Verteilung des Verkehrs geratet Ihr aber nie in den Verdacht, dass Ihr nur aus Zufall durch das Chaos manövriert seid. Lediglich in den letzten Rennen mit den Formel 1–Autos fliegt das Kontrollgefühl zum Fenster raus und wird Euch mehr frustrieren, als es gut sein kann.

Trotzdem, wenn Ihr mit der 576p–Auflösung, die auch heute noch schöne Bilder auf den Screen zaubert, leben könnt, lohnen sich die 1200 Punkte trotz der beiden Nachfolger. Takedown bietet halt so ziemlich das Gleiche, nur etwas schwächer aufgelöst. Deshalb mach es aber auf keinen Fall weniger Spaß! Felicitations!

Wertung: 5 / 5

Randnotiz der Woche: Glenda der Plan 9 Bunny gehört sicher zu den unbekannteren Vertretern seiner Art. Zu Unrecht, schließlich reicht ein Blick, um zu sehen dass er - oder sie? - Pate für die Raving Rabbids stand. Wie Glenda aussieht und wofür er/sie/es eigentlich steht, seht Ihr hier.

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Über den Autor:

Martin Woger

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