Xbox Series X/S FPS Boost getestet: Fünf Xbox-One-Spiele laufen jetzt mit verdoppelter Framerate

Microsofts neues Feature unter der Lupe.

Microsoft hat heute seine brandneue FPS-Boost-Technologie vorgestellt - eine Reihe von Optimierungen auf Systemebene, die es älteren Xbox-One-Titeln ermöglichen, mit der doppelten oder sogar vierfachen Framerate auf Xbox-Series-X/S-Konsolen zu laufen. Far Cry 4, Watch Dogs 2, UFC 4, Sniper Elite 4 und New Super Lucky's Tale sind die ersten fünf Titel, die das neue Feature unterstützen - und wir hatten die Gelegenheit, sie alle zu testen. Der erste Eindruck ist beeindruckend und das Spielerlebnis verändert sich bei jedem Spiel.

Wir haben natürlich schon eine Verdopplung der Leistung bei älteren Spielen auf neuen Konsolen gesehen. Wir haben uns Days Gone, Ghost of Tsushima, The Last Guardian und God of War auf der PlayStation 5 angesehen. Aber auch ältere Titel, die mit uneingeschränkten Bildraten laufen, können die zusätzliche Leistung der Xbox-Konsolen und der PS5 nutzen. Der Unterschied bei FPS Boost ist, dass Microsofts Xbox-Kompatibilitätsteam dieses Mal seine Magie einsetzt, um die Framerate-Caps auf Direct3D-Ebene anzupassen und so die Leistung innerhalb des Systems zu erhöhen, ohne irgendwelche Änderungen am ursprünglichen Code vorzunehmen. Soweit es die Spiele betrifft, laufen sie immer noch mit ihren ursprünglichen Bildraten.

In früheren Pressemitteilungen von Microsoft sprach das Xbox-Team von einer Verdoppelung der Leistung, und auf der grundlegenden Ebene ist genau das geliefert worden. Alle fünf Titel, die heute genannt wurden, laufen mit 30 Bildern pro Sekunde auf der Xbox One S - und vier von ihnen laufen jetzt mit 60 Bildern pro Sekunde auf Xbox Series X/S. Die einzige Ausnahme ist New Super Lucky's Tale: Dieses zielte auf 4K60 auf der Xbox One X und 1080p30 auf der Xbox One S ab. Das wird auf 4K120 und 1080p120 auf Xbox Series X beziehungsweise Xbox Series S erhöht - also ja, das ist eine Vervierfachung der Leistung im Vergleich zwischen One S und Series S. Es gibt keine weiteren Änderungen am Spiel in Bezug auf die Grafik, aber die Leistungssteigerung ist spürbar: Wie wir in Ori and the Will of the Wisps gesehen haben, bieten Platformer ein wunderbares präzises Erlebnis bei 120fps - und die Xbox-Series-X/S-Konsolen liefern das voll und ganz. New Super Lucky's Tale ist im Game Pass enthalten, was bedeutet, dass Nutzer der Konsolen leicht Zugang haben, um dieses Spiel auszuprobieren.

Digital Foundrys John Linneman und Rich Leadbetter sprechen über die Resultate der Tests mit den ersten fünf Xbox-Spielen, die FPS Boost unterstützen.

Die Auswahl an Titeln mag insgesamt etwas seltsam erscheinen - wir hätten gerne einen echten Last-Gen-Klassiker im Line-up gesehen, aber es gibt hier trotzdem viel Spannendes. Wir hatten schon fast vergessen, wie schön Far Cry 4 damals war, und es lief auch auf der ursprünglichen Xbox-One-Hardware ziemlich gut, wobei die angestrebten 30 Bilder pro Sekunde fast erreicht wurden. FPS Boost zurrt das Erlebnis auf 60 Bilder pro Sekunde fest, egal ob ihr auf der Series X oder der Series S spielt. Da das Spiel ein gewisses Alter hat und nie Xbox-One-X-Unterstützung erhielt, ist die Auflösung auf 1440x1080 begrenzt - aber es hält sich immer noch ganz gut, nicht zuletzt dank des HRAA-Anti-Aliasings, einer frühen, aber immer noch beeindruckenden Form des temporalen Super-Samplings. Unabhängig davon habt ihr feste 60 Bilder pro Sekunde, es gibt kein Ruckeln oder Stottern, wie wir es damals bei der PC-Version beobachtet haben. Ein erneuter Blick darauf lohnt sich.

Watch Dogs 2 ist auch insofern eine interessante Erfahrung, als dass die Verdopplung der Leistung eigentlich die Mindesterwartung ist - der FPS-Boost liefert in Wirklichkeit mehr als das. Ubisofts Nachfolger lief auf der Xbox One S mit einer 900p-Auflösung, die auf 30fps begrenzt war. Leider hatte es Probleme, dieses Leistungsniveau zu halten - Framerate-Einbrüche waren während der Reise durch die Spielwelt und in intensiveren Szenen (z. B. Verfolgungsjagden) an der Tagesordnung. Auch hier gilt: egal ob ihr auf der Series S oder X spielt, das Spielerlebnis hält komplett an den 60fps fest - selbst wenn ihr die Spielwelt rasend schnell durchquert. Es ist ein weiterer Titel mit hohen CPU-Anforderungen auf dem PC, aber er läuft auf den beiden Konsolen proboemlos. Es läuft großartig, aber aufgrund des relativ einfachen Anti-Aliasings stört die 900p-Auflösung.

Sniper Elite 4 ist auf jeden Fall einen Blick wert. Damals testeten wir das Spiel auf Xbox One, PS4 und PS4 Pro und alle Versionen liefen mit nativen 1080p, wobei die Sony-Plattformen mit einer uneingeschränkten Framerate liefen und die Xbox One auf maximal 30fps festgesetzt war. Leider bereitete sogar das Erreichen dieses Ziels Probleme - Sniper Elite 4 fiel oft darunter, begleitet von aufdringlichem Tearing. Bei den für das Spiel typischen X-Ray-Kills kam es ebenfalls zu hässlichem Tearing und sinkenden Bildraten. Das Spielen auf einer leistungsfähigeren Konsole via Abwärtskompatibilität würde dieses Problem lösen, aber FPS Boost geht noch einen Schritt weiter, indem die 30fps-Obergrenze entfernt wird. Jetzt liefern sowohl die Series S als auch die Series X größtenteils 1080p60, was ein weit, weit besseres Erlebnis ermöglicht. Interessanterweise können einige Alpha-lastige Szenen und blutige X-Ray-Kills dazu führen, dass die Series S in extremen Fällen in den mittleren 50fps-Bereich oder sogar darunter fällt, aber das Tearing ist verschwunden und das Spielerlebnis hält sich insgesamt sehr gut. Wir haben das Spiel einige Zeit auf der Series X laufen lassen, auf der es einwandfrei lief. Befreit von seinen technologischen Einschränkungen, glänzt dieses Spiel wirklich - es ist im Game Pass und es lohnt sich, es in seiner neuen Inkarnation auszuprobieren.

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Eine verdoppelte Performance ist nett, aber New Super Lucky's Tale auf der Xbox Series S liefert sogar eine viermal schnellere Performance als auf der Xbox One S.

Damit bleibt nur noch EAs UFC 4. Auch Kampfspiele profitieren von einer höheren Leistung, so dass sich die 900p30 mit gelegentlichen Glitches auf der Xbox One S in konstante 900p60 auf der Xbox Series S verwandeln. Auch der Blick auf diesen Titel auf der Series X ist interessant: Er lehnt sich an den Xbox-One-X-Code an, wo es ursprünglich eine Auswahl zwischen Performance- und Qualitätsmodi mit 1080p60 beziehungsweise 1800p30 gab. Interessant ist auch, dass unabhängig von der gewählten Option die Zwischensequenzen immer mit 30 Bildern pro Sekunde liefen. Auf der Series X läuft der 1800p-Qualitätsmodus nun mit 60 Bildern pro Sekunde, während alle Zwischensequenzen in allen Modi ebenfalls 60fps erreichen. Es ist ein interessanter Titel, der zeigt, dass es sich nicht um eine reine Verdopplung der Leistung auf der ganzen Linie handelt (der 1080p60-Modus läuft immer noch mit 1080p60), aber es ist klar, dass das Kompatibilitätsteam bei diesem Titel und New Super Lucky's Tale einige Hebel in der Hand hat, um das Spielerlebnis je nach Titel individuell zu optimieren.

Alle diese mittels FPS Boost verbesserten Spiele sind jetzt für Xbox-Series-X/S-Nutzer verfügbar und alle von ihnen sind einen Blick wert - wir vermuten, dass ihr wie wir von der Verbesserung beeindruckt und hungrig nach mehr sein werdet, vor allem in Bezug auf für Xbox One X verbesserte Spiele, die ein bisschen mehr für Series-X-Besitzer bieten sollten. Wenn es eine kleine Enttäuschung gibt, dann die, dass drei der fünf heute veröffentlichten Spiele keine Xbox-One-X-Upgrades erhalten haben. Daher ist die Verbesserung rein leistungsbasiert, und eine niedrige Auflösung sticht auf Series-X-Konsolen etwas heraus. Unabhängig davon sind solche Performance-Upgrades für ältere Spiele eine sehr gute Sache - vor allem, da Entwickler-Updates für ältere Titel wahrscheinlich dünn gesät sein werden. FPS Boost lässt sich auch mit Auto HDR verwenden und das kann dann großartig aussehen, besonders bei Far Cry 4 - ein weiterer Grund, sich erneut mit diesem wirklich beeindruckendes Spiel zu befassen.

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Über den Autor:

Richard Leadbetter

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Technology Editor, Digital Foundry  |  digitalfoundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.

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