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Asura's Wrath

Kratos go home!

Seit jeher gilt in der Spielebranche das Kredo "schneller, größer, besser". Von Generation zu Generation steigt die Grafikleistung der Hardware, werden die Spiele üppiger, die Gegner größer und die Herausforderungen, denen der durchschnittliche Spieleheld sich stellen muss, gefährlicher.

Wo wir vor ein paar Jahren noch sprachlos waren, wenn der griechische Wüterich Kratos in seinem fulminanten PS2-Debüt einem widerspenstigen Gegner den Kopf vom Hals riss, da muss er in seinem jüngsten Auftritt schon einem ausgewachsenen Gott das Hirn aus dem Schädel prügeln, damit sich noch jemand dafür interessiert. Und wie soll es jetzt weitergehen? Wie will man das noch steigern? Nun, bei Capcom und Cyber Connect 2 hat man da schon ein paar Ideen ...

In gewisser Weise ist Asura´s Wrath die Kulmination einer Entwicklung der letzten Jahre: Asura ist der ultimative Badass. Keiner reißt derbere Sprüche, keiner bekämpft mächtigere Gegner, keiner ist wütender. Nicht einmal Kratos. Der ehemalige Halbgott hat aber durchaus auch seine Gründe dafür: Seine Mitgötter haben ihn nach allen Regeln der Kunst verarscht, ihn für tausende von Jahren verbannt und dazu noch seine Tochter Mithral entführt. Klar, dass Asura das nicht zum Lachen findet und nun nach Rache sinnt.

Dabei hilft ihm vor allem sein unendlicher Zorn - der ist hier nämlich der Schlüssel zu allen wichtigen Aktionen. Der Zorn ermöglicht ihm, im Kampf gegen eigentlich übermächtige Götter zu bestehen, er erlaubt ihm, seine Gegner nicht mit zwei, sondern gleich mit sechs Armen nach Strich und Faden zu verprügeln und er bestimmt auch das Tempo des Spiels: Normale Schlagabtausche sind oft nur ein Vorgeplänkel für die eigentlichen Bosskämpfe: Erst wenn Asura wütend genug ist geht der Kampf richtig los.

Asura's Wrath - Gameplay-Trailer

Das liest sich jetzt alles irgendwie albern ... und ist es auch. Denn im Vergleich zum oft bierernsten God of War ist sich Asura´s Wrath seiner Albernheit stets bewußt und trägt diese stolz vor sich her - eine gute Entscheidung, denn das macht letzten Endes auch den Charme des Titels aus. Wenn Asuras Gegner Wyzen seine komplette Macht entfesselt und nun größer als der ganze PLANET ist, auf dem die beiden vorher gekämpft haben, dann ist das schon schon angenehm albern.

Wenn er dann aber versucht, Asura mit seinem Kontintent-großen Zeigefinger direkt aus dem Orbit zu zerquetschen und Asura in seiner Wut weiterhin dagegen hält, dann ist das so ein Moment, den der popkulturell gebildete Spieler nur noch mit einem anerkennenden "Hell Yeah!" quittiert.

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Thomas Nickel

Autor

Fest in der 16Bit-Ära verwurzelt, lehrt der freie Autor Spielegeschichte an der Frankfurter Games Academy. Wird eher selten vor Ego-Shootern gesichtet.

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