Wenn du auf einen Link klickst und etwas kaufst, können wir eine kleine Provision erhalten. Zu unseren Richtlinien.

Switch-Hacker Gary Bowser muss für drei Jahre ins Gefängnis

Der Switch-Hacker Gary Bowser hat nun eine Gefängnisstrafe erhalten und viel Geld muss er auch noch zahlen.

Update vom 11. Februar 2022: Gary Bowser, Anführer der Switch-Hacking-Gruppe Team Xecuter, wurde nun zu 40 Monaten - also etwas mehr als drei Jahren - Gefängnis verurteilt.

In einer Stellungnahme des Justizministeriums heißt es, Team Xecuter habe "mehr als 65 Millionen Dollar" Schaden für Videospielunternehmen verursacht. Der eigentliche Schaden gehe aber über diese Summen hinaus, da man so "den Entwicklern von Videospielen und den kleinen, kreativen Studios schade, deren Produkte und harte Arbeit im Wesentlichen gestohlen werden, wenn Spiele raubkopiert werden."

Bowser befand sich bereits seit September 2020 in Bundesgewahrsam. Zwei weitere bekannte Mitglieder der Gruppe, der 49-jährige Max Louarn aus Frankreich und der 36-jährige Yuanning Chen aus China, sind ebenfalls angeklagt, konnten aber bisher nicht in Gewahrsam genommen werden.


Update vom 4. Februar 2022: Die US-Regierung möchte, dass Switch-Hacker Gary Bowser für fünf Jahre ins Gefängnis muss.

Bowser hat bereits seine Schuld eingestanden und eine Strafe in Höhe von 4,5 Millionen Dollar akzeptiert. Er selbst hat dafür plädiert, dass er für 19 Monate ins Gefängnis muss.

In neuen Dokumenten des Gerichts tragen die Anwälte beider Seiten ihre Argumente vor.

Die US-Regierung hält 60 Monate - also fünf Jahre - für angemessen, angesichts "der Art und die Umstände der Straftat, der Vorgeschichte und der Eigenschaften des Angeklagten sowie der Notwendigkeit, dass die Strafe die Schwere der Straftat widerspiegelt, die Achtung vor dem Gesetz fördert und eine gerechte Strafe vorsieht, um eine angemessene Abschreckung für kriminelles Verhalten zu gewährleisten".

Bowsers Anwälte argumentieren, dass er "der am wenigsten schuldige und einzige festgenommene Angeklagte aus dieser Anklageschrift" sei. Die anderen seien auf der Flucht vor dem Gesetz und Bowser müsse daher nun die Hauptlast der Schuld tragen.

Ebenso spielen sie die Menge an Geld herunter, die er über die Jahre mit seinen Aktivitäten verdient haben soll. Schätzungen belaufen sich auf rund 320.000 Dollar über sieben Jahre. Andere hätten mehr als er damit verdient und im Ausland einen verschwenderischen Lebensstil geführt.

"Dies ist eine schwere Straftat, bei der Nintendo einen erheblichen finanziellen Schaden erlitten hat", sagen Bowsers Anwälte. "Eine Strafe von 19 Monaten für den am wenigsten schuldigen der drei Angeklagten ist unter den Umständen, unter denen Herr Bowser diese Strafe tatsächlich verbüßt hat, erheblich."

Wie lange Bowser tatsächlich ins Gefängnis muss, wird ein Richter entscheiden müssen.

In einem separaten Zivilprozess, der von Nintendo ausging, hat Bowser bereits eine zusätzliche Strafe in Höhe von 10 Millionen Dollar gegen ihn akzeptiert.


Ursprüngliche Meldung vom 2. November 2021: Bowser muss womöglich bald ins Gefängnis. Nein, nicht der Bowser. Auch nicht Doug Bowser, der Chef von Nintendo of America. Es geht um Gary Bowser - immer diese Namenszufälle -, einen bekannten Switch-Hacker.

Wie wir im April berichteten, hatte Nintendo den Switch-Hacker verklagt und der hat sich nun in mehreren Anklagepunkten als schuldig bekannt.

Welche Strafe droht Bowser?

Der 51-jährige Kanadier Gary Bowser muss nun 4,5 Millionen Dollar als Strafe zahlen. Darüber hinaus drohen ihm bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Bowser gehörte lange Zeit zum Team Xecuter, einer Gruppe, die Modchips für Konsolen designte und verkaufte.

Torrentfreak berichtet, dass Bowser sich kürzlich schuldig bekannt hat und damit die Umgehung technischer Maßnahmen und die Verwendung von entsprechenden Geräten zugegeben hat.

Nintendo gegen Team Xecuter

Bowser gibt zu, dass er seit Juni 2013 Mitglied von Team Xecuter war, mit dem er "wissentlich und willentlich an einem cyberkriminellen Vorhaben teilgenommen hat, um führende Spielkonsolen zu hacken", heißt es.

In seinem Geständnis heißt es, er habe "eine Reihe von Umgehungsvorrichtungen entwickelt, produziert, vermarktet und verkauft, die es den Kunden ermöglichten, raubkopierte Versionen urheberrechtlich geschützter Videospiele zu spielen, die gemeinhin als 'ROMs' bezeichnet werden".

Team Xecuter habe dadurch Millionen von Dollar im Jahr verdient, Bowser soll pro Jahr rund 320.000 Dollar erhalten haben. Man verteidigte sich damit, dass die Geräte Homebrew-Entwicklung ermöglichen - ebenso verlangte man nach einer Lizenzgebühr, um die Möglichkeit zum Abspielen illegaler Versionen von Spielen freizuschalten.

Nintendo hat Team Xecuter schon seit einer Weile im Visier. Im vergangenen Oktober eskalierte die Situation und es wurde Anklage gegen Bowser, Max Louam, einen 48-jährigen Franzosen, sowie den 35-jährigen Yuanning Chen aus China erhoben.

Bowser wurde anschließend in der Dominikanischen Republik verhaftet und in die USA ausgeliefert. Louam wurde in Kanada inhaftiert, hier bemüht man sich noch um die Auslieferung. Chen wurde bisher nicht gefasst.

Über den Autor

Benjamin Jakobs Avatar

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

Kommentare