Wenn du auf einen Link klickst und etwas kaufst, können wir eine kleine Provision erhalten. Zu unseren Richtlinien.

Bust-A-Move

Ab ins Koma!

Eintönige Klänge oder andere sich wiederholende akustische und visuelle Erlebnisse können zu Trance ähnlichen Zuständen führen. Sie können aber auch derartig langweilen, dass man praktisch ins Koma fällt. So was sollte bei Spielen eigentlich nicht auftreten, sollen sie uns mit spannenden Aufgaben doch eigentlich unterhalten. Tetris beispielsweise ist einer der erstgenannten Vertreter, die mich trotz äußerst repetitiven Eindrücken/Abläufen in ihren Bann schlagen können. Bust-A-Move hingegen ist ein Vertreter der Sorte, die einem Anästhetikum gleichkommen.

Erstmals erschien das Spiel 1994, damals noch als Puzzle Bubble bekannt. Seitdem wurde es jedoch in den unterschiedlichsten Versionen für fast alle Plattformen neu aufgelegt und macht daher jetzt auch vor Nintendos Wii nicht halt. Doch diese Umsetzung hätte sich das Studio 505 Games getrost sparen können, kommt sie doch völlig uninspiriert und bar jeder Neuerung daher. Das ursprüngliche Spielprinzip wurde eins zu eins kopiert und so spartanisch an die Wii-Umgebung angepasst, wie es nur eben denkbar ist. Nach wie vor ballert Ihr also mit bunten Kugeln auf einen Schwarm ebensolcher Murmeln, die dem Spielfeldrand langsam näher kommen.

In bewährter Manier klumpt Ihr auf diese Weise ein buntes Allerlei zusammen, wobei sich gleichfarbige Kugelnester ab einem Drilling auslöschen und Euch Punkte bescheren. Gelegentlich dürft Ihr auf diese Weise auch über den Bildschirm eiernden UFOs nachstellen oder spezielle Bonuskugeln zum Einsatz bringen, die alle Objekte der gleichen Farbe eliminieren oder weite Schneisen in die farbigen Mauern reißen.

Der Unterschied von Level 4 zu...

Was anfänglich noch recht spaßig ist, wird schnell zum Geduldsspiel. Das liegt allerdings nicht in erster Linie an dem Handling, das zwar technisch sauber umgesetzt, aber nicht fehlerlos ist. So verwendet Ihr die Wiimote in gewohnter Weise als Pointer, mit dem Ihr den Abschusswinkel bestimmt. Dummerweise ist die Steuerung viel zu sensitiv, sodass man regelmäßig mit den Schüssen daneben liegt und sich auf diese Weise den Schirm zukleistert.

Viel schlimmer ist jedoch die spielerische Armut: Über sage und schreibe 500 Levels bietet Bust-A-Move so gut wie gar keine Abwechslung. Alle zehn Stufen dürft Ihr in Bonusmissionen bei einer Art Tontaubenschießen ein wenig auf farbige Murmeln ballern, doch das stellt sich als so belanglos heraus, dass man darüber am besten den Mantel des Schweigens hüllt. Danach geht es getreu dem Oliver Kahn-chen Motto "Weiter, immer weiter!" Level um Level, eh, weiter.

Monoton, trostlos und mit einer so flach ansteigenden Schwierigkeitsstufe, dass jedes "Flachbrett" dagegen wie der Himalaja wirkt. Spannend wird es daher höchstens, falls Ihr beim Zocken einschlafen solltet und Euch der jäh einsetzende Alarm aus dem Schlummer reißt. Da hilft es auch nichts, dass die Entwickler mit dem "Endlos-Modus" eine Alternative zum Puzzle-Mode bieten. Dieser unterscheidet sich nämlich nur dadurch, dass er gar kein Ende nimmt und man nur den Highscore in die Höhe treibt. Schnarch!

....Level 495 ist kaum auszumachen.

Wer nun denkt, der für acht Spieler ausgelegte Multiplayermodus würde für alles entschädigen, irrt (natürlich). Selbst wenn es Euch gelingen würde, mittels Nunchuk und Classic-Controller so viele Gamer vor dem Bildschirm zu versammeln, unterscheidet sich der Spielablauf nicht von den Einzelspielerlevels. Außer man steht auf chaotische Massenschlachten, in denen keiner mehr weiß, was gerade überhaupt abgeht und man eigentlich nur noch auf gut Glück seine Kugeln abfeuert.

Bust-A-Move würde ich gerade noch durchgehen lassen, wenn es ausschließlich als Download-Game für die Virtual Console oder eben als Budget-Version erschienen wäre. Als Vollpreistitel aber macht es nur den Eindruck der Geldschneiderei, wo aus einem eh ausgelutschten Vorbild noch der letzte Cent gemolken werden soll. Dafür bietet die bunte Puzzelei jedoch viel zu wenig Abwechslung, Motivation und nicht zuletzt geht der Spielspaß schon nach spätestens einer Stunde völlig verloren. Schon die mehr als rudimentäre Optik offenbart, dass hier mit geringen Mitteln ein Maximum an Gewinn erwirtschaftet werden soll. Damit Ihr nicht auch dazu beitragt, rate ich Euch also: Finger weg!

Bust-A-Move ist für die Wii im Handel erhältlich.

3 / 10

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

Kommentare