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CD Projekts Marcin Iwiński: DRM behandelt Spieler wie 'Kriminelle'

'Es funktioniert nicht'

Nach Ansicht von CD Projekts Marcin Iwiński werden Spieler durch DRM-Maßnahmen wie "Kriminelle" behandelt, obendrein würde es sowieso "nicht funktionieren".

"Werfen wir einen Blick auf Call of Duty", so Iwiński im Gespräch mit Eurogamer. "Wir schauen uns regelmäßig die Torrent-Seiten an, bevor wir unsere Entscheidungen treffen. Das Spiel ist seit ein paar Tagen erhältlich und 100.000 Leute laden es gleichzeitig runter. Es funktioniert also nicht."

CD Projekt selbst verkauft über GOG.com lediglich DRM-freie Spiele, auch The Witcher 2 soll zum Release dort ohne DRM-Schutz angeboten werden.

"Es ist eine verrückte Sache. Spieler - legale Kunden - kaufen den Titel und man ist in seinem Besitz eingeschränkt, während die illegale Alternative keine Einschränkungen hat. Das ist sowas von unfair und völlig albern."

"Warum sollte ich diese legale Version kaufen, wenn sie in bestimmten Punkten minderwertiger ist? Ich sage nicht, dass das für jeden ein Problem darstellt, aber für viele Leute schon. Bei Spielen wie The Witcher muss man nicht mit dem Internet verbunden sein, um zu spielen. Es gibt viele solche Spiele."

"Bei vielen Kopierschutzmaßnahmen muss man allerdings online sein. Ihr braucht eine ständige Verbindung oder ihr könnt nicht spielen. Ich weiß, dass das Internet überall ist, aber wenn ihr in Urlaub fahrt, euren Laptop mitnehmt und dort kein Internet habt, bedeutet es, dass ihr eure Spiele nicht spielen könnt. Ich denke, das ist nicht fair."

Ebenso erinnerte sich Iwiński an die Zeit zurück, als das Unternehmen Anfang der 90er Jahre gegründet wurde.

"Wenn man zum Büro fährt, gibt es dort ein großes Stadion, es ist für die EM 2012. Vor zehn Jahren war es einer der größten Flohmärkte in Zentraleuropa. [...] Wir veröffentlichten ein Spiel und sie produzierten dort die CDs in Massen und verlangten Geld pro CD. Das war unsere Konkurrenz."

"Welchen DRM-Schutz wir auch immer nutzten, spielte keine Rolle, weil es clevere Jungs waren. Es ging um große Geschäfte und großes Geld", sagt er. "Was sie auf dem Flohmarkt bekommen, ist eine Disc - okay, sie sieht mies aus mit einem Aukleber und ist in einer Plastikhülle -, aber vielleicht sollten wir ihnen mehr bieten."

Den Durchbruch schaffte man mit der Veröffentlichung von Baldur's Gate in Polen. Das Spiel enthielt ein D&D-Buch, fünf CDs, eine Karte mit Siegel, eine Musik-CD und weitere Inhalte. Sonst verkaufte man durchschnittlich 3.000 Exemplare, hier waren es 18.000 Stück.

"Niemand wollte uns glauben, nicht mal Virgin Interplay", so Iwiński.

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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