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Cursed to Golf Test - Ich hätte nicht gedacht, dass Golf und Roguelike zusammenpassen

So kann man sich täuschen.
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Niedliches 2D-Golfspiel mit anspruchsvollen Kursen, in dem ihr euch aus der Hölle zurück ins Leben golft. Viel Golf, aber wenig Roguelike.

Stellt euch vor, ihr seid gerade auf dem Weg zum Triumph bei einem Golfturnier. Ihr denkt, das Schlimmste wäre, dass es in dem Moment plötzlich dunkle Wolken aufziehen und es anfängt, in Strömen zu regnen? Dann wartet erst einmal ab, bis euch der Blitz trifft und ihr mitten auf dem Grün das Zeitliche segnet. Anschließend landet ihr im Golf-Jenseits und erhaltet die Chance, euch durch das erfolgreiche Absolvieren von 18 Golfkursen wieder zurück ins Leben einzulochen. Klingt verlockend, oder?

Klingt auch nach einer verrückten Story, aber sie ist nun mal die Idee hinter Cursed to Golf, einem neuen Roguelike, in dem ihr nicht kämpft, sondern den Golfschläger schwingt. Und das ist definitiv nicht so einfach, wie es am Anfang klingen mag. Das bekommt ihr direkt am Anfang von einem Geist im Schottenrock mitgeteilt, der euch in diesem Jenseits willkommen heißt. Bisher hat es noch keiner geschafft, sich zurück ins Leben zu golfen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, nicht wahr? Zumindest versucht ihr es!

Viel Story solltet ihr nicht erwarten

Wobei ihr nicht erwarten solltet, dass Cursed to Golf ein sehr storylastiges Spiel ist. Denn das ist es wirklich nicht, das Golfen steht hier im Fokus und das ist spannend und anspruchsvoll genug, so wie es ist. Selbstverständlich habt ihr nicht unendlich viel Zeit oder Versuche, um weiter voranzukommen, schließlich ist das hier immer noch ein Roguelike.

Im Kern sind die Basics des Golfens vorhanden, wenngleich in etwas vereinfachter Form. Ihr müsst zum Beispiel nicht auf den Wind achten, Sandbunker oder Wasser und natürlich das Grün gibt’s aber. Ihr habt die Wahl zwischen drei Schlägern für kurze, mittlere und weite Schläge. Dann wählt ihr anschließend die Schlagkraft aus – bis dahin lässt sich alles noch rückgängig machen und ändern - und drückt abschließend die Taste noch einmal im (hoffentlich) richtigen Moment, um die geeignete Flugbahn festzulegen. Die bestimmt ihr nämlich nicht manuell, die angezeigte Flugbahn bewegt sich auf und ab und wenn ihr einen Tick zu früh oder zu spät klickt, kann das schon in die Hose gehen und euch einen eurer wertvollen Schläge kosten.

Willkommen im Jenseits, der Geist im Schottenrock begrüßt euch.

Das ist letztlich die Schwierigkeit bei den Kursen, zusammen mit dem eher eingeschränkten Sichtfeld. Beim Schlagen könnt ihr nur sehr begrenzt die Kamera bewegen, euch ansonsten aber durch Drücken der B-Taste im gesamten Level anschauen. Von Anfang an habt ihr nur eine begrenzte Zahl an Schlägen zur Verfügung, bevor ein Run fehlschlägt, aber es gibt unterschiedliche Methoden, die euch weiterhelfen, zum Beispiel verfügen die Kurse teils über Abkürzungen.

Planung und Präzision sind der Schlüssel

Ihr müsst immer abwägen, was ihr wollt und wie ihr es erreichen möchtet. Hilfreich sind definitiv die Gold- und Silberstatuen, die ihr in den Levels verteilt findet, sie erhöhen die Zahl eurer noch verbleibenden Schläge wieder. Auf jeden Fall mitnehmen, wenn es geht. Je weiter ihr vorankommt, desto mehr Hindernisse und ähnliche Dinge erwarten euch in den Levels. Es gibt Bumper nach Flipper-Art, TNT-Kisten, mit denen ihr Abkürzungen frei sprengt, Zombies, Teleporter und so weiter. Kurz: Vieles, was ihr berücksichtigen solltet und was euch zuweilen sehr weiterhelfen kann, wenn ihr es gut einzusetzen wisst. Oder ärgert, wenn ihr es nicht richtig ausnutzen könnt.

Präzision ist in Cursed to Golf auf jeden Fall der Schlüssel zum Erfolg. Ihr müsst bei einem Kurs mindestens Par erreichen. Gehen euch die Versuche aus, landet ihr wieder am Anfang und es geht von vorn bei Loch eins los. Einprägen könnt ihr euch dabei nichts, denn bei einem neuen Versuch ändern sich natürlich die Kurse. So einfach macht man es euch nicht, was denkt ihr denn? Es lohnt sich, gleich zu Beginn schon einmal einen Blick auf den gesamten Kurs zu werfen und zu schauen, welche Route womöglich die Beste wäre und welche Dinge ihr berücksichtigen solltet. Legt euch einen Plan zurecht und versucht ihn auszuführen.

Im richtigen Moment die Karten ausspielen

Als zusätzliche Hilfe gibt man euch ein Kartensystem an die Hand. Während des Golfens habt ihr die Chance, verschiedene Karten auszuspielen, die euch auf unterschiedliche Art weiterhelfen können. Wer etwa eine Statue abseits des Weges einsammeln und die Zahl seiner Schläge erhöhen möchte, verwendet den Übungsschlag, da euch somit kein Schlag abgezogen wird, ihr aber dennoch die zusätzlichen Versuche als Bonus einsackt.

Mit dem Golfcart fahrt ihr von Level zu Level und haltet zwischendurch bei Shops.

Eine andere Karte stoppt den Ball mitten in der Luft. Ihr müsst sie natürlich zur richtigen Zeit auslösen und wenn ihr das tut, fällt er anschließend wie ein Stein an Ort und Stelle nach unten. Ideal, um eine schmale Stelle im Level zu treffen. Es gibt viele hilfreiche Karten, die aber nicht die Oberhand übernehmen, sondern in einzelnen Situationen hilfreich sind. Das eigentliche Golfen ist immer noch am wichtigsten, zumal sie nicht unendlich verfügbar sind. Manche erhaltet ihr auf normalem Wege durchs Spielen, andere könnt ihr zwischen einzelnen Golfkursen im Shop kaufen.

Die Begrenzung hilft auch dabei, alles im Rahmen zu halten. Ihr werft nicht mit Karten um euch, sondern setzt sie wohlüberlegt ein. Eine größere Rolle beim erfolgreichen Abschluss des Kurses spielt definitiv eure Präzision beim Schlagen. Wenn das nicht klappt, sind die Karten kein Allheilmittel. Wie gesagt: Cursed to Golf ist kein Casual-Game, sondern ein Roguelike.

Roguelike light

Ein Roguelike, bei dem es jedoch letztlich etwas am Gefühl für echten Fortschritt mangelt. Später bekommt ihr die Möglichkeit, als Fail-Safe einen Checkpoint bei einem Run zu setzen, wenngleich immer jeder Rückschlag schmerzt. Abseits dessen entsteht nicht wirklich ein Gefühl für Progression, wie ihr es aus anderen Roguelikes kennt. Ihr schaltet keine zusätzlichen Fähigkeiten frei, ebenso wenig lassen sich die Karten weiter verbessern. Bei einem Fehlschlag werdet ihr schlicht an den Anfang zurückgesetzt und schon geht’s von vorne los.

Die Statuen bringen euch zusätzliche Schläge, wenn ihr sie zerstört.

Das ist etwas schade, aber kein Beinbruch. Warum? Auf die Art fällt es leicht, noch einmal von vorn anzufangen. Ihr müsst euch mit nichts anderem beschäftigen und legt einfach los, macht euch um nichts anderes Gedanken. Und zu einer schnellen Runde lädt Cursed to Golf definitiv immer ein. Ihr seid flott wieder drin im Geschehen und könnt zumindest das bis dato Gelernte anwenden, um schneller als zuvor durch die Kurse zu kommen.

Mit seinem schön gezeichneten Pixellook sieht Cursed to Golf dabei einfach toll aus. Es haut euch nie aus den Socken, aber der Stil ist schön umgesetzt, bietet optisch abwechslungsreiche Levels und ein paar nette Details, der Mond sieht etwa wie ein Golfball aus. Tatsächlich wirkt der Look fast schon zu niedlich für ein solches Thema rund um Tod und Jenseits, aber dadurch fühlt sich alles unbeschwert und nicht so düster an. Cursed to Golf verbreitet eine angenehme Stimmung und gute Laune, wozu der Synth-lastige Soundtrack ebenso seinen Beitrag leistet.

Cursed to Golf Test - Fazit

Cursed to Golf hatte ich nicht wirklich auf dem Schirm, aber umso angenehmer hat es mich überrascht. Der Pixellok gefällt mir und das Spielprinzip ist gleichermaßen simpel wie anspruchsvoll. Ihr habt beim Golfen im Grunde wenige Optionen, müsst aber das Maximum herausholen, an eurer Präzision arbeiten und euch einen guten Plan zurechtlegen, um durch die Levels zu kommen. Kurz: Ein Roguelike der etwas anderen Art, aber Cursed to Golf beweist, dass auch Golf und Roguelike gut miteinander harmonieren, wenngleich der Roguelike-Aspekt gerne noch etwas umfangreicher hätte ausfallen dürfen. Interessiert euch beides? Dann lasst euch das hier nicht entgehen.

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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