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Der Pate: Mob Wars

Mini-Mafiosi

Schwafeln wir nicht lange herum! Unseren Xbox 360-Test zum Paten findet Ihr hier. Die PSP-Variante trägt den Zusatz Mob Wars und stellt im Grunde genommen eine arg abgespeckte Version der Heimkonsolen-Fassungen dar. Verschwunden ist das Open-World-Gameplay a la GTA & Co. Ihr dürft das virtuelle New York der 40er Jahre nicht mehr frei erkunden. Nicht zu Fuß und auch nicht auf vier Rädern. Fahrzeuge hat EA komplett verbannt. Genauer gesagt: Es stehen schon noch welche herum, aber Ihr selbst seid in der Handheld-Version nur zu Fuß unterwegs. Der mobile Pate ist „nur“ noch ein geradliniger Action-Titel, in dem Ihr Missionen hintereinander abarbeitet. Als Zusatz-Feature spendierte EA den Mob Wars-Modus, der dem Ganzen eine taktische Note verleiht. Ist ein wenig wie Risiko spielen. Ihr blickt auf die Karte New Yorks, in der die Territorien der unterschiedlichen Gangster-Familien verzeichnet sind. Ziel ist es, so viele Gebiete wie möglich zu besetzen.

Runden-Strategie

Geprügelt wird jetzt logischerweise nicht mehr mit dem rechten Stick.

Der Mob War läuft rundenbasiert. Ihr setzt sogar Karten für Spezialfähigkeiten ein. Seid Ihr an der Reihe, werden erstmal „Mitarbeiter“ gekauft und in von Euch besetzten Gebieten platziert. Einfache Handlanger sind natürlich billiger als gestandene Mafiosi. Sind Eure Leute verteilt, geht es in die nächste Phase, in der Ihr ein angrenzendes Gebiet besetzt. Habt Ihr die entsprechende Karte ins Spiel gebracht, dürft Ihr zum Beispiel gleich zwei Felder weit ziehen. Ihr kontrolliert ein neues Viertel aber nicht einfach, indem Ihr den Cursor hin und her schiebt. Erstmal gilt es, eine Action-Sequenz zu bestehen und diese spielt sich genauso wie normale Pate-Missionen. Beispiel: Ihr rennt in eine Metzgerei und verprügelt den Inhaber, bis er wöchentlichen Schutzgeldzahlungen zustimmt. Bei Erfolg geht das Viertel in Euren Besitz über und fertig. Zug beenden, die Gegenparteien sind dran.

Godfather light

Story- und Mob Wars-Modus finden nicht völlig getrennt voneinander statt. Beide Modi sind unter einem Dach vereint. Kohle, die im Haupt-Part reinkommt, investiert Ihr dann im Strategie-Modus. Das Basis-Menü, in dem Ihr Eure Statistiken begutachtet, Fähigkeiten verbessert und Waffen einkauft, bildet sozusagen die Zentrale. Ob Ihr als nächstes eine Story-Mission starten oder die Mob Wars-Sache vorantreiben wollt, steht Euch meistens frei.

Jetzt wisst Ihr also wie Der Pate: Mob Wars aufgebaut ist. Ob der Action-Strategie-Mix Spaß macht, steht auf einem anderen Blatt. Wobei es bei uns auf demselben Blatt steht, sonst müsstet Ihr ja extra umblättern. Kurz: Es motiviert, aber nicht sehr lange. Die PSP-Missionen wurden im Endeffekt aus der Heimkonsolen-Version gerupft und Ihr feiert diese nacheinander ab. Nehmen wir die Passage, in der Don Corleone abgeknallt wird. Im Original ballert Ihr auf die Attentäter, liefert Euch eine Autoverfolgungsjagd, haltet auf einer Brücke, prügelt Informationen aus einem Feind heraus, steigt in den Krankenwagen und fahrt den schwer verletzten Don ins Hospital. Da Ihr in der PSP-Version keine Autos steuern könnt, fielen entsprechende Fahrzeugeinlagen einfach der Schere zum Opfer. Der gesamte Erkundungsaspekt fehlt ebenfalls, da man ja direkt in die jeweilige Mission gebeamt wird und nicht mehr frei durch die Stadt spaziert. Der Strategieteil sollte diese Abstriche wohl kompensieren, scheitert aber aufgrund seiner Einfachheit. Wirklich strategisch spielt sich das Ganze nicht. Im Endeffekt passiert hier immer nur dasselbe. Männer verteilen, Gebiete anklicken und Action-Einlagen meistern. Die strategischen Entscheidungen scheinen dabei kaum Einfluss auf den Action-Teil zu haben.

Steuernachteile

Der Strategie-Modus ist eigentlich nicht mehr als eine nette Dreingabe.

Gelang es den Entwicklern, die komplexe Steuerung ohne Abstriche auf die PSP zu übertragen? Die Antwort lautet: Nein, aber das war aufgrund der geringeren Stick- und Button-Anzahl auch nicht zu erwarten. Störender ist die Tatsache, dass Ihr für viele Aktionen mehrere Knöpfe gleichzeitig bedient. Bei einem PS2-Controller ist es ja noch ganz bequem, zwei Schultertasten zu halten, während man mit dem Stick und der X-Taste hantiert. Auf der PSP verursacht das nach einiger Zeit Krämpfe. Da kein zweiter Stick zur Verfügung steht, verprügelt Ihr Eure Opfer mit der X-Taste. Um einen starken Angriff vorzubereiten, drückt Ihr den Kreis-Button. Euer Charakter holt dann aus, doch um zuzuschlagen, müsst Ihr komischerweise erneut „X“ drücken. Ganz schön umständlich.

Technik, die ein bisschen begeistert

My Name is Luca. I lived on the second floor.

Spielgrafik und Ingame-Zwischensequenzen können natürlich nicht mit den großen Vorbildern mithalten. Abstriche in Sachen Effekt und Detailgrad waren nötig, doch gut sieht das Spiel immer noch aus. Auffällig ist das starke Verwischen, sobald sich das Bild bewegt. Dieser Nachzieh-Effekt, der ja auch bei anderen PSP-Titeln vorkommt, ist hier echt extrem.

Die freischaltbaren Filmclips aus Coppolas Meisterwerk finde ich super, das Spiel an sich hat mich aber nicht so vom Hocker gerissen. Würde man GTA: Liberty City Stories seiner Freiheit berauben und den Spieler ausschließlich alle Fußgänger-Missionen am Stück spielen lassen, wäre es auf Dauer wohl genauso öde. Da hilft der pseudo-taktische Mob War auch nicht mehr viel. Die Idee, beides zu kombinieren, finde ich aber gut.

Der Pate ist auch für PC, Xbox, Xbox 360 und PS2 erhältlich.

6 / 10

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

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