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Metal Gear wird heute 35! Ich nehme mir den Moment dieser herausragenden Reihe zu gedenken!

Frohen Snake-Tag, wünsche ich!

Heute vor 35 Jahren erschien Metal Gear auf dem MSX 2! Und obwohl Metal Gear Solid noch einmal eine eigene Nummerierung startete und deshalb oft als eigene Reihe wahrgenommen wird, ist Metal Gear doch der Beginn der Serie und vieler Figuren, die wir heute lieben. In Anbetracht der Tatsache, dass es eines kleinen Wunders bedarf, damit wir jemals einen weiteren Teil erleben können, den die Fans auch als solchen akzeptieren können, will ich heute deshalb mit euch zusammen gedanklich die Tassen heben. Lasst uns diese rundheraus besondere Spielereihe würdigen.

Und besonders war Metal Gear vom ersten Teil an. Tatsächlich zeichnet sich hier schon Kojimas Verspieltheit und seine Lust auf Story-Twists bestens ab. Es war weit entfernt von all den anderen Arcade-inspirierten Jump-and-Shoots, in denen die Gegner jederzeit um die Anwesenheit des Spielers wussten. Das hier war frühes Stealth in einer Zeit, in der man in erster Linie dauerfeuernd von links nach rechts rannte. In Metal Gear musste man dagegen die Situation beobachten, sich hinter Hindernissen verstecken und seine Bewegungen so abpassen, dass man nicht ins Blickfeld der Wachen trat. Kommt euch das bekannt vor?

Die Namen sind eine Idee besser geworden, in der Zwischenzeit.

Überhaupt haben viele grundlegende und unabänderliche Elemente der Reihe hier ihren Anfang genommen. Selbstverständlich hört man hier schon reichlich über Big Boss, Foxhound, Metal Gear und Gray Fox. Mitten im Spiel rufen euch Leute auf eurem Codec (respektive Transceiver) an, der prinzipiell genauso aussieht, wie in den ersten zwei Metal Gear Solids oder ihr wählt euch durch die Frequenzen, um selbst bei euren Kontakten durchzuklingeln. Entdecken euch Gegner, erscheinen Ausrufezeichen über ihren Köpfen. Ihr esst Rationen, um euch zu heilen und nutzt Gadgets, hier etwa Fernglas, Gasmaske und ferngesteuerte Rakete, und natürlich tritt euch die Handlung am Ende den Stuhl unter dem Hintern weg.

Hierzulande kennen die meisten nur die NES-Version, die Hideo Kojima heiß und innig hasst. Er war an der Umsetzung nicht beteiligt, sie unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vom Original und ersetzt ausgerechnet den titelspendenden Metal Gear im vorletzten Bosskampf durch einen reglosen, wehrlosen Supercomputer. Laut Kojima wurde die Version billig von einem kleinen Team produziert, um zügig vom damaligen Spiele-Hype zu profitieren. Die NES-Version habe seinen Ruf geschädigt, sagte er noch 2011. Der eigentlichen Reihe hat es nicht geschadet.

Unverkennbar ein Kojima, ob man es nun mag oder nicht: Death Stranding. Und dabei ist es spielerisch komplett anders. So eigen ist der Stil des Japaners.

Metal Gear 2: Solid Snake – ebenfalls auf dem MSX 2 – hat dann mit Ducken und Kriechen das Fundament für das vollendet, was als Metal Gear Solid dann ein Welterfolg in fünf Teilen und mit zahlreichen Ablegern werden sollte. Und mit dem Gedanken daran, was noch hätte kommen können, drücken wir heute, am 35. Geburtstag eine Träne weg. Immerhin: Kojima hat mit seinem neuen, alten Studio mittlerweile komplette Narrenfreiheit, sollte man meinen. Auch wenn wir also kein wahres Metal Gear mehr bekommen, so bin ich doch froh und dankbar, dass er immer noch Wege findet, seiner unbändigen Kreativität Ausdruck zu verleihen. Happy Birthday, Metal Gear, wir vermissen dich!

Über den Autor

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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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