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PlayStation Phone: Technik-Analyse

DF wirft einen Blick auf die geleakten Eckdaten

Es kommt nicht wirklich auf die Technik an – sondern auf die Buttons. Basierend auf den Eckdaten des PSP Phones, die von der chinesischen Seite IT268 geleaked und von Engadget analysiert wurden, ist das PlayStation Phone ein angemessen leistungsstarkes, wenn auch technisch nicht komplett umwerfendes Gerät. Das PSP-artige Controller-Setup bedeutet aber, dass das Spielerlebnis radikal anders und selbstverständlich für den Core-Gamer bedeutend attraktiver sein wird.

Der IT268-Leak deutet auf ein Gerät hin, dass der PSPgo in Sachen Form-Faktor ziemlich ähnlich ist und die Form eines typischen Touch-Screen-Handys annimmt. Dank der Slider-Bauweise allerdings mit einem Controller samt PSP-artigem D-Pad, entsprechenden Tasten sowie einem merkwürdigen "Streifen" in der Mitte für touch-basierte Analogsteuerung mit zwei Daumen.

Der Bildschirm ist ein Vier-Zoll-LCD mit 854x480er Auflösung. Eine bedeutende Steigerung gegenüber den 480x272 Pixeln der PSP, von den 960x640 Bildpunkten des "Retina"-Displays des iPhone 4 ist es aber noch etwas entfernt. Andere geoutete Elemente des Leaks sind die Fünf-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz, microSD-Support (in einem Sony-Telefon?), 512 MB RAM, 512 MB ROM und eine 1,500-mAh-Batterie.

Was den Prozessor angeht, verrichtet hier ein Snapdragon QSD8255 seinen Dienst, wenn es nach IT268 geht. Dabei handelt es sich um ein komplettes System on Chip (SoC), ähnlich der Zusammenstellung der Teile, aus denen sich Apples A4 zusammensetzt, einschließlich der CPU- und Grafik-Technologie. Er enthält außerdem das nötige Silikon, um sich mit dem GSM-Netzwerk zu verbinden und eine ganze Reihe an datenbasierten Protokollen von GPRS bis hin zu HSPA+. Die CPU selbst ist ein Qualcomm Scorpian, basierend auf dem ARMv7 Kern, der mit einem 1 GHz getaktet ist.

Auf Seiten der Grafik bietet der QSD8255 einen Adreno 205 Grafik-Kern. Dieser ist seinem Vorgänger gegenüber radikal verbessert und gehört zu den besten Single-Core GPUs, die Apple-Zulieferer IMG zu bieten hat. Unabhängige, wenn auch etwas unvollständige Tests bescheinigen ihm, in Spuckweite von IMGs SGX540 zu sein, der sich im Samsung Galaxy S befindet.

Der QSD8255 ist allerdings nichts Neues. Es ist ein handelsübliches Teil, das bereits in anderen existierenden Telefonen, wie zum Beispiel dem HTC Desire HD, Anwendung findet. Aber es ist ganz klar ein fähiges Stück Hardware, das am oberen Ende der aktuellen Smartphone-Technologie zu verorten ist. Das PlayStation Phone – es basiert auf Android – sollte in der Tat sehr gut mit aktuellen Spielen für dieses OS funktionieren. Und wenn, wie derzeit vermutet wird, Sony tatsächlich an speziellen Titeln für dieses Handy arbeitet, hat der Plattform-Hersteller den Vorteil, die Spiele auf diese exakte Geräte-Konfiguration zuzuschneiden, was wiederum zu Performance-Gewinnen führen wird.

Es ist jedoch noch immer unklar, mit wie viel Engangement Sony für das Handy entwickeln wird. Es ist gut möglich, dass die Firma darauf aus ist, hiermit einen eher casual-orientierten Spielemarkt anzuvisieren, während die kommende PSP2 auf das existierende Publikum zielt.

Unsicherheit umweht auch PlayStation Pocket, die App, in der scheinbar die Handy-spezifischen Spiele Platz finden und das Portal, über das man sie herunterlädt. In der Vergangenheit sprach Engadget über ein neues "Ökosystem", das in Zusammenarbeit mit Google entwickelt wurde, die ihrerseits für das Android-OS des Telefons verantwortlich zeichnen. Es ist aber fraglich, ob und in welcher Form dies überhaupt passieren wird, wenn man bedenkt, dass Sony mit dem PlayStation Network über seine eigene, etablierte Infrastruktur verfügt. Wenn es tatsächlich keinen PSN-Support gibt, muss man wirklich die Frage stellen, in welchem Umfang der PlayStation-Hersteller SCE überhaupt an dem neuen Telefon beteiligt ist, und wie ernst es ihm damit ist.

Weitere offene Fragen betreffen die Position des Gerätes in der Hierarchie der PlayStation-Familie. Apple hat von Tag eins an etabliert: Die iPod-Touch-Reihe ist eine Untergruppe des iPhones. Der Touch kann fast alles, was das iPhone kann, abgesehen vom Telefonieren. Wie ist das mit dem PlayStation Phone?

Die Leistungsdaten stehen hinter den gemunkelten Spezifikationen der neuen PSP2 klar zurück. Es unterstützt definitiv nicht das einzigartige Touchpad auf der Rückseite und läuft so gut wie sicher mit einem komplett anderen OS. PSone-Titel könnten auf dem PS Phone als Emulation laufen, aber dadurch würde der 854x480-Bildschirm sinnlos. Und für die Emulation der beiden 333-MHz-Chips der PSP sind die geleakten Spezifikationen nicht stark genug.

Unsere Quellen sagen uns, dass existierende PSP-Titel auf das Phone portiert werden, was sehr viel mehr Sinn macht. Aber dies sorgt für zusätzliche Herausforderungen: Zunächst einmal erfordert es eine substanzielle Investition von Seiten Sonys, seine Flaggschiff-Titel auf das neue Gerät zu konvertieren. Zweitens bedeutet es, dass Third-Party-Anbieter zusätzliches Geld investieren müssen, um ihren existierenden Katalog an PSP-Titeln auf der PS Phone zum Laufen zu bringen.

Das PlayStation Phone sieht nach einem interessanten, wenn auch dezent unscheinbarem Stück Hardware aus. Es ist wieder einmal an den Spielen, uns von den Möglichkeiten des Gerätes zu überzeugen.

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Richard Leadbetter

Technology Editor, Digital Foundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.

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