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Dorfromantik auf der Nintendo Switch: Ich habe dieses Spiel viel zu lange ignoriert

Einfach mal die Ruhe genießen.

Dafür, dass es bereits einige Preise abgestaubt hat, unter anderem beim Deutschen Computerspielpreis 2021, habe ich Dorfromantik viel zu lange ignoriert. Aber da ist es bei mir auch in bester Gesellschaft mit vielen anderen Spielen, die ich bisher aus Zeitgründen nicht angefasst habe. Die Veröffentlichung von Dorfromantik für die Nintendo Switch war allerdings ein guter Anlass, um das zu ändern. Und ich bin froh darüber, dass ich es getan habe.

Wenn ich es in jüngster Zeit gespielt habe, hat mir Dorfromantik geholfen, etwas abzuschalten und in eine idyllische Welt einzutauchen. Eine Welt, die ich einerseits nach meinen Vorstellungen erstelle, andererseits aber auch anhand dessen, welche Aufgaben das Spiel mir vor die Füße wirft. Seit dem einstigen Launch im Early Access ist das Spiel ordentlich gewachsen, hat neue Inhalte, Modi und mehr bekommen.

Im normalen Modus habt ihr einen Stapel mit Landschaftskärtchen, die ihr Zug für Zug platziert und (sofern auf der entsprechenden Position möglich) rotieren könnt. Ihr gruppiert und kombiniert Wälder, Gewässer und Dörfer, was euch mit Punkten belohnt, die euren Highscore steigern. Hinzu kommen besondere Aufgaben, ihr müsst etwa eine Windmühle an sechs Getreidefelder angrenzen lassen und ähnliches. Erfüllt ihr diese Quests, erhaltet ihr weitere Kärtchen und gestaltet so eure Welt Stück für Stück immer größer. Bis euer Vorrat aufgebraucht ist. Zumindest im normalen Modus.

Mit jedem Kärtchen wächst die Welt in Dorfromantik.
Kärtchen für Kärtchen wächst eure Welt.

Es gibt auch einen schweren Modus. Einen benutzerdefinierten Modus, in dem ihr eigene Regeln festlegt. Einen Modus mit monatlicher Herausforderung. Und den Kreativmodus, in dem ihr einfach ohne Grenzen und Einschränkungen baut. So entstehen idyllische, wie bei einem Brettspiel anmutende Landschaften, die mit entspannter Musik und Soundeffekten wie Vogelgezwitscher unterlegt sind.

Wie gesagt, wer am Tag Stress hatte und keine Lust auf Geballer oder kompetitive Spiele hat, kann bei Dorfromantik prima entspannen und sich ein wenig von allem abschotten. Einfach mal die Benachrichtigungen oder die Vibrationen des Handys ausschalten und zur Seite legen. Das nur als gut gemeinter Tipp am Rande: Ich fühle mich wirklich besser, seit ich abends und auch am Tag nicht mehr so viele dumme Kommentare in sozialen Medien lese oder bestimmte Hashtags anklicke, von denen ich weiß, dass sie mich früher hier und da zum Doomscrolling verleiteten. Dann lieber eine Runde Dorfromantik, das macht definitiv glücklicher!

Erfüllt Aufgaben und ihr erhaltet in Dorfromantik neue Kärtchen.
Erfüllt im normalen Modus Aufgaben, um neue Kärtchen zu erhalten.

In der Simplizität liegt hier aber gleichzeitig auch der Anspruch, besonders bei den Herausforderungen und Highscores. Wer in bestimmten Modi möglichst weit kommen möchte, sollte sich definitiv gut überlegen, wo er seine Kärtchen platziert. Das Gute ist, das Dorfromantik beide Seiten zufriedenstellt. Möchtet ihr wirklich einfach nur entspannt eine Welt aufbauen, ist der Kreativmodus genau euer Ding. Selbst da gibt es einen gewissen Anspruch, den ihr euch selbst auferlegt, indem ihr versucht, eine schön aussehende Welt aufzubauen, ohne das alles zu chaotisch wirkt. Stressen muss sich dabei aber niemand, zumal es mittlerweile eine Undo-Funktion gibt. Und wenn es doch mal etwas wettbewerblicher zugehen soll, liefert das Spiel genauso gut ab.

In diesem Sinne: Sorry, liebe Entwickler, dass es bei mir so lange gedauert hat. Aber es war das lange Warten wert. Wenn ihr nach einem Spiel zum Entspannen sucht, kann ich euch Dorfromantik nur ans Herz legen. Ihr werdet es nicht bereuen.

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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