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Espgaluda 2

Exklusiv: „Weibliche Charaktere für männliche Fans“

Für Freunde anspruchsvoller Ballerkost ist die Firma Cave eine Legende. Die Spiele des kleinen, japanischen Studios genießen höchstes Ansehen und Liebhaber zahlen bereits für Poster einiger Spiele dreistellige Beträge. Wie kommt es zu diesem Kult? Um dieses Geheimnis zu lüften, ist es Eurogamer in Person von Joachim Hesse gelungen, zwei der Schlüsselpersonen des Unternehmens zu befragen. Der 30jährige Makoto Asada arbeitet als Produzent der Xbox-360-Spiele und der 35-jährige Yukihiro Masaki kümmert sich um die iPhone-Anwendungen der Firma. Als Aufhänger für die Zeugenbefragung dient das erste iPhone-Spiel der Japaner.

Technisch ist 2D-Shooter Espgaluda 2 für das iPhone der Wahnsinn. Wie schon bei der 360-Fassung schwirren auch auf dem Mobiltelefon von Apple mehr Kugeln über den Bildschirm als bei jedem John-Woo-Film. Eure Spielfigur steuert ihr über ein Eingabefeld unter dem Spielgeschehen. Damit gelingt es tatsächlich, sich sehr genau durch die Lücken bei den Schüssen zu schlängeln. Wie also schafft es der kleine japanische Entwickler Cave seit Jahren, immer wieder erfolgreich neue 2D-Ballerspiele auf den Markt zu bringen? Wieso hat Cave seine Konkurrenz überlebt? Und weshalb erscheint nun plötzlich ein iPhone-Spiel von den Spielhallen-Experten?

Yukihiro Masaki, iPhone-Application-Produzent bei Cave.
Eurogamer Einige Menschen behaupten, Espgaluda 2 sei der aktuell beste Shooter für iPhone. Stimmst du zu?
Yukihiro Masaki

Wir sind alle erfreut, dass die Leute so über das Spiel denken. Wir überlassen es den Spielern, dem Spiel eine Chance zu geben und zu entscheiden, ob die Aussage stimmt oder nicht.

Eurogamer Du hast Espgaluda 2 auf eine Mobil-Plattform umgesetzt. Wieso hast du dich für das iPhone entschieden und nicht für Sonys PlayStation Portable? Die PSP soll sich in Japan doch besser verkauft haben als das iPhone.
Yukihiro Masaki

Die PSP ist definitiv eine attraktive Plattform, doch der Spielmarkt für iPhone und iPod Touch ist extrem aktiv und wir wollten weltweit jedem die Chance geben, nicht nur in Japan, unsere Shooter kennenzulernen und zu spielen. Daher dachten wir, es sei eine gute Gelegenheit, um über iPhone und iPod Touch unser Spielangebot auf ein internationales Publikum zu erweitern.

Eurogamer Wie lange hat es gedauert, Espgaluda 2 auf das iPhone zu bringen? Wie groß war das Team, das daran gearbeitet hat?
Yukihiro Masaki

Wir haben vergangenen Herbst begonnen, iPhone-Anwendungen zu entwickeln. Zu dieser Zeit haben wir bloß erforscht, was die Plattform leistet. Wir haben uns allerdings darin verbissen, ein Übungsspiel namens „Mushihimesama BugPanic“ zu produzieren, von dem wir auch ein paar Werbevideos bei YouTube hochgeladen haben, wie vielleicht ein paar Leute bemerkt haben könnten. Obwohl es diesen Prototyp gibt, handelt es sich bei Espgaluda 2 um unseren ersten Shooter auf der Plattform. Ihn zu entwickeln, dauerte daher etwa vier bis fünf Monate. Zwei Programmierer und ein Grafiker haben an dem Spiel gesessen. Natürlich nutzten wir auch die Hilfe von jeder Menge anderer Leute innerhalb von Cave.

Eurogamer Wie hast du die Steuerung entwickelt? Es ist überraschend, wie gut das ohne Stick und Knöpfe funktioniert.
Yukihiro Masaki

Da weder iPhone noch iPod Touch über Joysticks oder Pads wie Konsolen verfügen, mussten wir in der Tat eine völlig neue Steuerungsmethode für das Spiel finden. Nachdem wir diverse Möglichkeiten ausprobiert hatten, entschieden wir uns für diese Gleit-Kontrolle, die imitiert, wie sich ein Arcade-Stick verhalten würde. Danach haben wir Knöpfe auf den Schirm gelegt, mit denen man Aktionen, wie den Schuss zu wechseln, ausführen kann. Wenn du das Spiel ausprobierst, bekommst du recht schnell ein Bild davon und es ist sehr leicht, auch durch komplexe Schussmuster zu schlüpfen. Wir glauben, dass es dadurch Spielern jeder Güteklasse möglich wird, das Spiel zu genießen.

Eurogamer Espgaluda 2 ist trotzdem ein hartes Spiel. Welche Taktik ist die beste, um es in einem Durchgang zu meistern?
Auch auf dem iPhone gibt es bei Espgaluda 2 immer eine Lücke.
Yukihiro Masaki

Weiß du, obwohl ich bei Cave arbeite und ich mein Durchspiel-Video ins Internet gestellt habe, halte ich mich nicht für besonders gut in dem Spiel. Spezielle Ratschläge kann ich daher keine erteilen. Allerdings denke ich, wenn du das Spiel regelmäßig übst, gewöhnst du dich an die Steuerung, lernst einige knackige Stellen zu überwinden und schaffst am Ende den „1 Credit Clear“. Bitte lass es auf einen Versuch ankommen!

Eurogamer Ihr verlangt nur sieben Euro für Espgaluda 2 auf dem iPhone, die ersten Tage sogar nur vier Euro. Ist das im Vergleich zur Xbox-360-Fassung nicht etwas billig?
Yukihiro Masaki

In Anbetracht der Tatsache, dass wir mit dem Spiel in den Markt für iPhone und iPod Touch erst einsteigen und wir möglichst vielen Leuten Freude mit dem Spiel bereiten wollen, gab es diese Drei-Tage-Rabattaktion mit vier Euro und fünf US-Dollar. Aber es stimmt, was du sagst: Das ist definitiv billig im Vergleich zur Xbox-360-Version.

Schaust du dir jedoch den Markt für iPhone-Applikationen an, findest du genauso je Menge Gratisspiele und andere günstige Spiele. Ziehst du nun noch die wirtschaftliche Lage der Welt in Betracht, ist das eine ziemlich harte Entscheidung. Wir waren besorgt, die Leute würden 8,99 US-Dollar in Amerika und Kanada als zu hoch empfinden.

Eurogamer Gibt es Raum, um das Shooter-Genre auf dem iPhone weiter zu verbessern?
Yukihiro Masaki

Ja, ich denke, es gibt genügend Raum, um zu wachsen. Hier bei Cave planen wir zudem, uns nicht nur auf Shooter zu beschränken, sondern auch für andere Genres zu entwickeln.

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