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Eye of Judgment

Schlacht am Kartentisch

Es ist Abend in Nürnberg. Im Zuhause unserer Chefredakteurin knistert das Kaminfeuer. Einer Einladung folgend strecke ich nach getaner Arbeit die Füße aus und genieße den verdienten Feierabend. Den gesamten Tag haben wir vor der Flimmerkiste verbracht, Texte geschrieben und uns die Daumen wundgespielt. Nun wollen wir den Tag mit einem Glas Wein und einem netten Gespräch ausklingen lassen.

Aber die Welt der Spiele lässt uns nicht aus ihren Klauen. Schon nach wenigen Minuten kribbelt es in unseren Fingern. Wir wollen, nein, wir müssen noch etwas zocken und am besten ohne Joypad oder Maus. Da strahlt uns in der Ecke die wunderschöne Promo-Kiste von Eye of Judgment an. Als alte Kartenspieler und Final Fantasy-Fans stürzen wir uns auf die edle Pappbox, packen voller Verzückung die ganzen Utensilien aus und machen es uns auf dem Boden gemütlich.

Direkt vor den großen Fernseher wird die beiliegende Stoffmatte platziert. Mit einem Plastik-Gestänge befestigen wir das Playstation Eye über der Unterlage und reißen ganz aufgeregt die Karten aus der Verpackung. Auf den ersten Blick wirken sie wie ganz normale Trading Cards. Monster und Zauber verteilen sich gleichmäßig auf das Starterdeck. Um online auftrumpfen zu können, muss man sich zusätzliche Booster-Packs kaufen und sich so ein eigenes, schlagkräftiges Deck zusammenstellen.

Hier verspeist ein Feuerlementar zwei Skelettkrieger zum Frühstück.

Dabei ist schon die Grundausstattung kein echte Schnäppchen. Satte 99 Euro zahlt Ihr für Spiel plus Kamera, müsst für jedes Boosterpack mit 8 Karten 3,50 Euro und für die großen Themendecks 12,50 Euro hinlegen. Immerhin liegt dem Titel ein Startdeck mit 30 Karten und ein Boosterpack bei. Für ein erstes Spieldeck und ein paar Online-Partien reicht das schon mal aus. Um Tricks zu verhindern, müsst Ihr für die Internet-Gefechte erst einmal jede Karte einzeln vor die Kamera halten, danach auf dem Spielfeld lassen und damit Euer Set verifizieren. Gegen den Computer gibt es eine solche Abfrage nicht. Wer möchte, darf hier nach Herz und Laune schummeln.

Die vielfältigen Kreaturen besitzen Angriffs- und Verteidigungswerte, die oft in direkter Verbindung zu ihren Manakosten stehen. Spezialfähigkeiten und Angriffsrichtungen erhöhen die Komplexität und auf den ersten Blick ist es kaum ersichtlich, wie man das Spiel richtig angeht. Doch die Entwickler haben auch daran gedacht und liefern ein hübsches Lehrvideo mit - leider nicht hochauflösend -, dem wir angespannt lauschen.

In jede Schlacht darf man nur 30 Karten mitnehmen, die man sich aber vorher aussuchen kann.

Der Unterhaltungswert der bewegten Bilder ist vorzüglich. Die seltsamen Vorspieler und die dumpfe Stimme aus dem Off sind für einige Lacher gut. Trotzdem werden zumindest die Grundzüge der Spielregeln vermittelt und wir wagen uns an eine Partie gegen den Computer. Angestachelt durch das Video wollen wir endlich selbst Hand anlegen, aber das Programm möchte zuerst, dass wir die Kamera justieren. Mangels hellem Licht dauert dieser eigentlich einfache Vorgang gefühlte Stunden.

Mit einer Nachttischlampe und viel Geduld gelingt es uns, die Kamera dazu bewegen, die Strichcodes auf den Karten richtig zu lesen. Das Spiel gegen die Konsole ist übrigens ein simples Training, das eigentliche Spiel lebt vom Kampf Mann gegen Mann (bzw. Frau) und bietet neben einem Offline-Mehrspieler auch eine Online-Variante mit Ranglisten an.

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

Über den Autor

Kristian Metzger

Contributor

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