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Fallout 3: Broken Steel

Back for good

Das Ende von Fallout 3 hatte etwas sehr Männliches. Nach kurzem Vorspiel und einem großen Finale, ist der ganze Zauber einfach vorbei. Kein kuscheliges Nachspiel mit Nebenquests lösen, Aufleveln oder Ghoul-Knutschen. Trotz Dutzender ungelöster Quests, unvollendeter Aufrüstoptionen und einer kurz vorher gefundenen, wirklich effektiven Laserpistole heißt es Abspann, Umdrehen, Einschlafen, Ende, Schluss, Aus, Fertig. Alten Spielstand laden.

„Heute würden wir es anders machen“, betont Bethesda Software Chef Pete Hines im Interview. „Damals erschien es uns als der richtige Schritt, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Uns war nicht bewusst, wie unglücklich die Fans über diesen Schritt waren.“ Weise, nachdenkliche Worte. Und der passende Einstand für den letzten der angekündigten DLCs zu Fallout 3, diesem einmaligen First Person-Rollenspiel, das im letzten Jahr Millionen Fans begeisterte.

Broken Steel, das es ab dem 5. Mai für 800 Microsoft Punkte beziehungsweise ca. 9 Euro zu kaufen gibt, bietet Euch die einmalige Möglichkeit, nach dem Ende des Hauptprogramms das Ödland um Washington unsicher zu machen. Ein genialer, dringend nötiger Schritt, um den Titel endgültig in den Spieleolymp zu erheben. Bethesda bietet nach den ersten beiden eher schwachen bis mittelprächtigen Addons (Operation Anchorage, The Pitt) diesmal deutlich mehr und vor allem substantiellere Inhalte: Endlich wird der maximale Level auf 30 angehoben, die Geschichte mit einer spannenden, ca. 4-5 Stunden langen Questreihe um die verbleibenden Enclave Truppen erweitert und frische Perks und Waffen hinzugefügt.

Frisches Wasser für das Ödland.

Doch bevor Ihr weiterlest und ich ins Detail gehe, eine kleine Warnung: Um ein paar Spoiler komme ich bei dieser Vorschau nicht herum. Wer also die Hauptkampagne von Fallout 3 noch nicht beendet hat, sollte an dieser Stelle nicht weiterlesen und direkt zum Fazit springen.

So, nachdem alle Langsam-Spieler und Keine-Zeit-Haber abgedampft sind und wir praktisch unter uns sind, kommen wir zur Lösung der letzten Quest, die eigentlich den Tode des Hauptcharakters zur Folge hat. Statt sich selbst oder einen Freund zu opfern, könnt Ihr nun einen von drei unbedeutenden NPCs in den Reaktor des Projekt Puritys schicken. Danach seht Ihr den gleichen Abspann wie zuvor, doch landet anschließend wieder vor dem Jefferson Memorial und bestaunt die gewaltigen, sauberen Wassermassen, die in das Ödland gepumpt werden. Organisiert von der Bruderschaft, bietet die Verteilung des kostbaren Nass weitere Subquests, bei denen Ihr Lieferungen beschützen und Straßen-Räuber ausschalten müsst.

Viele der Entscheidungen, die Ihr in der Hauptquest getroffen habt, zeigen nun ihre Wirkung. Die Bewohner des Ödlands reagieren unterschiedlich auf Euren Werdegang und Eure Moral-Vorstellung. Doch auch die alten Feinde zeigen noch immer ihre Zähne. Die Enklave ist noch lange nicht besiegt und hat sich auf das Gelände der Adams Air Force Base zurückgezogen. In einem finalen Kampf müsst Ihr Euch Euren Erzfeinden stellen und damit die Sicherheit der postnuklearen Zukunft ein für alle Mal sichern.

Für diesen epischen Endkampf benötigt Ihr aber eine entsprechende Waffe, um die starken Feindkräfte zu dezimieren. Liberty Prime scheint der Afugabe nicht gewachsen zu sein, also liegt es an Euch, die so genannte Tesla Kanone zu finden, die mit ihren mächtigen Strahlen mit einem Schuss die gepanzerten Transporter der Enklave vom Himmel holt. Ihr besorgt verschiedene Einzelteile, kämpft Euch durch die Präsidenten U-Bahn unter dem weißen Haus und schlagt Euch mit deren KI, Margot, herum.

Der große Bruder des Mini-Nuke-Werfers.

Neben den neuen Schauplätzen und der mächtigen Superwaffe bietet Broken Steel auch zwei neue Feinde. Abseits eines monströsen Overlord Super Mutanten mit einer brachialen Laserkanone bereiten Euch starke Freal Ghouls Probleme, die mit ihrer Panzerung selbst Granaten-Beschuss aushalten. Außerdem zeigte Pete Hines einen Projektil-Flammenwerfer, der hochkonzentrierte Treibstoff-Geschosse auf die Gegner schleudert, die anschließend lichterloh brennen.

Um den Aufstieg bis Level 30 abwechslungsreicher zu gestalten, fügen sich neue Perks ein, die Euch bei den deutlich stärkeren Gegnern und dem größeren Erfahrungspunkte-Anforderungen unter die Arme greifen. Alle Hundefreunde werden sich über „Puppies“ freuen, einen Perk, der Dog-Meat nach seinem Ableben als Welpen wieder auferstehen lässt. Zudem sorgt „Nerven aus Stahl“ für eine schnelle Actionpunkte-Regeneration in den Kämpfen. In Kombination mit den restlichen, hier aus Überraschungsgründen nicht genannten Elementen ist Broken Steel damit die umfangreichste Erweiterung und wird Euch durch die Levelerhöhung deutlich länger beschäftigt halten als die neue Questreihe.

Böse Zungen werden natürlich fragen: „Warum nicht gleich so?“ Da der DLC aber mehr liefert, als die dringend benötigte Level-Erhöhung und die Fortsetzung nach dem Ende der Hauptquest-Reihe, sei Bethesda dieser bezahlte Patch/Mod ausnahmsweise verziehen. Gerade für den angesetzten Preis bekommen Fans eine wirklich substanzielle Erweiterung des Hauptprogramms geliefert, die Operation Anchorage und The Pitt alt aussehen lässt. Fallout-Neulinge sollten gar bis zum Release von Broken Steel warten, bevor sie ihre Reise durch die post-nukleare Welt von Washington antreten. Wenn das Paket hält, was es verspricht, werde ich wohl erneut für viele Stunden im Ödland verschwinden und diesmal das letzte Quentchen Spielspaß aus dem Titel saugen. Nur noch 11 Mal schlafen, dann ist es endlich soweit.

Der Fallout 3 DLC Broken Steel ist ab dem 5. Mai für die Xbox 360 und den PC erhältlich. Der Preis beträgt bei Xbox Live 800 Microsoft Punkte und auf dem PC ca. 9 Euro.

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