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Far Cry 2

Teil 1: Abstieg in die Hölle

Große Spiele werfen ihren langen, mächtigen Schatten voraus. Heiß erwartet und extrem ambitioniert, möchte Far Cry 2 das Genre des Open-World-Shooters neu definieren. Statt auf Popcorn-Action und Fantasy-Story zu setzen, versucht Ubisoft Montreal mal ganz so nebenbei, 50 Quadratkilometer Afrika samt gruselig-realem Bürgerkrieg zu simulieren. In Verbindung mit einem ausgeklügelten Tag-Nacht-Zyklus, dynamischen Quests und Dutzenden Waffen kommen laut Entwicklern 100 Stunden Spielzeit zusammen, die Euch für die nächsten Monate beschäftigen sollen.

Trotzdem stellte sich nach mehreren Präsentationen und Hands-On-Sessions die Frage, wie es hinter dieser gewaltigen Welt aussieht. Verliert sich der Titel in seinem offenen Ansatz? Gelingt es bei so viel Inhalt, eine spannende und stringente Geschichte zu erzählen? Und fehlt es nach 5, 10 oder 20 Stunden mit feindlichen Soldaten und Jeeps nicht irgendwann einmal an Abwechslung?

Die bisherigen Vorführungen konnten hierfür keine Antworten liefern. Zu kurz war unser Ausflug, zu beschränkt der Aktionsradius unserer Spielfigur. Doch nun, einen Monat vor dem Release, ist endlich eine nahezu fertige Version in unserer Redaktion eingetrudelt. Bis auf wenige Fehler und Balancing-Probleme bietet die Xbox-360-Fassung alles, was diesen Titel so gewaltig und angsteinflößend gestaltet. Wir konnten ausgiebig alle Charaktere ausprobieren, so weit wir wollten in die Story eintauchen und den drei Kriegsparteien in endlosen Aufträgen unter die Arme greifen.

Der jugoslawische Freiheitskämpfer Josip Idromeno

Eine Informationsflut, die sich nur schwer in eine normale, kurze Vorschau packen lässt. Stattdessen liefern wir Euch die ersten Ingame-Stunden als kontinuierliche Serie, gehen auf Höhepunkte und Details ein und versuchen dieses Monster von Spiel in den Griff zu bekommen. Über vier Tage hinweg könnt Ihr uns in das Herz Afrikas begleiten, das so ganz anders daher kommt, als es uns der Reisführer präsentieren möchte.

Es ist eine dreckige, harte Welt, in der Warlords regieren und Waffen zum wichtigsten Argumentationsmittel werden. Waffen, die ein mysteriöser Mann namens Jackal in das Land pumpt und damit die kleinen Auseinandersetzungen in blutige Massaker verwandelt. Er ist der Bösewicht, den der Held der Geschichte vernichten muss. Ein Held, den Ihr aus 9 Glücksrittern, Söldnern und ehemaligen Soldaten erwählt und der sich durch Krankheit, Fraktionszugehörigkeit und kleine Gefallen nach vorne kämpfen muss, um das Übel an der Wurzel auszureißen. Eine harte, schmerzvolle Reise liegt vor unserer Hauptfigur Josip Idromeno, die gleich mit einer Hiobsbotschaft beginnt. Erfahrt aus seinem Mund, wie er seine ersten Stunden im brennenden Afrika erlebt.

Anmerkung: Die ersten Missionen laufen noch relativ linear ab, danach verzweigt sich Geschichte und Gameplay. Die Inhalte werden dabei dynamisch generiert und basieren auf einigen Schlüsselentscheidungen, wie zum Beispiel der Hauptfigur, die Wahl des Auftraggeber und die eigene Reputation. Wir verraten so nur einen Bruchteil der Geschichte und die Spoiler halten sich angesichts des gewaltigen Umfangs in Grenzen.

Josip Idromeno: Der Abstieg in die Hölle

Unser Taxifahrer erklärt uns die neue Welt.

Was für ein Scheisse. Kaum ein paar Stunden in diesem Drecksloch von Land, schon wird mein Held von Krämpfen durchgeschüttelt. Fieber bringt seinen Körper zum Kochen. Malaria hat sich eingenistet. Die 48 entbehrungsreichen Jahre liegen wie eine gewaltige Last auf seinen Schultern. Eigentlich soll er nur diesen Mistkerl von Waffenhändler namens Jackal zur Strecke bringen, doch mit ziemlicher Sicherheit wird ihn die frisch ausgebrochene Krankheit, die fiesen Moskitos, die menschlichen Raubtiere und das verdammte Essen zuerst umbringen.

Schon der ständig quatschender Reiseführer kostet Nerven. Auf der Fahrt mit seinem schäbigen Jeep zu einem noch schäbigeren Hotel in der Hauptstadt, hört er nur auf zu reden, wenn ihm ein Wachposten eine Waffe unter die Nase hält. Jeder Viehhirte trägt hier eine Kalashnikow und ein böser Blick genügt, um sich eine Kugel zwischen die Augen einzufangen. Keine Ahnung, warum man sich in seinem Alter auf so etwas einlässt.

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