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Final Fantasy 7 Remake auf PC ist eine enttäuschende Portierung

Wie gut ist die PC-Umsetzung von Final Fantasy 7 Remake? Nun, es geht definitiv besser!

Rund zwei Jahre nach seinem Debüt ist Final Fantasy 7 Remake endlich auch auf dem PC erhältlich. Square Enix hat dabei die Intergrade-Version von der PlayStation 5 portiert, die Anfang des Jahres erschienen ist. Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, ist der PC-Release nicht frei von Kritik, um es vorsichtig auszudrücken. Grafisch sind zwar alle Features der PS5-Version vorhanden, aber die Portierung beschränkt sich auf das Mindeste, hat schlimme Ruckelprobleme und einen der spärlichsten Optionsbildschirme, den wir in den vergangenen Jahren bei einer großen Veröffentlichung gesehen haben.

In Bezug die Qualitäten dieser PC-Portierung haben wir nicht viel Positives zu sagen. Wichtig dabei ist, dass das Spiel selbst wirklich großartig ist. Die Charaktermodelle sind hier mit hervorragender Definition und Beleuchtung das Highlight. Sie erinnern ein wenig an Final Fantasy 7: Advent Children, den CG-Film aus dem Jahr 2005, obwohl sie natürlich in Echtzeit gerendert werden. Die Zwischensequenzen sind absolut atemberaubend, mit gut realisierten Charakteren, Storytelling und Action. Auch die Kämpfe sehen großartig aus, bieten flüssige Animationen und lebendige GPU-Effekte. Die Umgebungen sind manchmal weniger beeindruckend, was die Geometrie an einigen Stellen anbelangt, zusammen mit niedrig aufgelösten Schatten. Insgesamt ist das Spiel aber visuelles Vorzeigeprojekt. Die Intergrade-Version bietet Verbesserungen bei Beleuchtung, Texturen, Volumetrics und Performance - zusätzlich zu neuen Inhalten.

Abseits dessen fallen die positiven Aspekte jedoch dürftig aus. Das Menüsystem ist in Ordnung - praktisch eine Kopie der Konsolen-Benutzeroberfläche -, aber das Einstellungsmenü ist bemerkenswert spärlich. Es gibt Optionen für die Bildschirmauflösung, die Textur- und Schattenauflösung, eine Auswahl an Framerate-Caps und eine Reihe von HDR-Einstellungen. Am merkwürdigsten ist die Einstellung "Characters displayed" mit einer Elf-Punkte-Skala, bei der es eigentlich nicht um die Anzahl der angezeigten Charaktere geht, sondern um die Draw Distance für NPCs. Auf der PlayStation 4 liegt die Skala bei null Punkten, während sie bei der PlayStation 5 auf sieben Punkte angehoben wird. Auf der maximalen Stufe 10 werden auf dem PC die Pop-ins bei Charakteren beseitigt - eine der wenigen Verbesserungen gegenüber der PS5-Version.

Digital Foundrys Überblick über die PC-Version von Final Fantasy 7 Remake Intergrade.

Was die Textur- und Schattenauflösung anbelangt, gibt es nur hohe und niedrige Einstellungen. Bei den Texturen entspricht die hohe Einstellung in etwa der PlayStation 5, während die niedrige Einstellung bei einem Großteil der Artworks über der PS4-Einstellung liegt, aber bei einigen Assets schlechter sein kann. Hier wurde eine Chance verpasst, da einige der Texturen auf PS5 immer noch etwas grob dargestellt sind - eine Sache, die auf dem PC hätte verbessert werden können. Bei der Schattenqualität entspricht die hohe Stufe der PS5, während die niedrige Stufe einfach unterste Qualität darstellt. Es ist nicht wirklich mit der PS4 vergleichbar, die ihren eigenen Ansatz mit hoher Auflösung, unrealistisch scharfen Schatten im Nahbereich und einer aggressiven Auflösungskaskade hat.

Bei der Anpassung des Aussehens liefert das Spiel eine verzweifelt schlechte Vorstellung ab. Da es auf der Unreal Engine 4 basiert, würde man erwarten, dass eine Reihe von Anpassungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, einfach aufgrund der inhärent skalierbaren Natur der Engine und ihrer Effekte - aber hier gibt es nichts, was man sich auf die Fahne schreiben könnte. Selbst so grundlegende Dinge wie Anti-Aliasing-Qualität, Texturfilterung, Bewegungsunschärfe, Ambient Occlusion und dergleichen sind nicht vorhanden. Die Unreal Engine 4 bietet auch Unterstützung für hardwarebeschleunigtes Raytracing und Nvidia DLSS - großartige Funktionen, von denen der PC hätte profitieren können. Aber Square Enix hat sich entschieden, sie hier nicht zu implementieren. Sogar die Auflösungsauswahl ist unzureichend, denn es gibt keine Unterstützung für ulttraweite Auflösungen in einem Spiel, das mit dieser Funktion fantastisch hätte aussehen können. Es sind verwirrende Einschränkungen und Square Enix muss sich Fragen gefallen lassen - vor allem, wenn man die Preise für dieses Spiel erhöht.

Das sind die Einstellungen, die in der PC-Version von Final Fantasy 7 Remake für PC verfügbar sind. Bemerkenswert.

Auch der Framerate-Support ist schlecht implementiert. Es besteht die Möglichkeit, zwischen 30fps, 60fps, 90fps und 120fps zu wechseln, aber keine Möglichkeit, das Limit komplett zu entfernen. Square Enix scheint zu wollen, dass wir uns auf eine bestimmte Aktualisierungsrate festlegen, da die dynamische Auflösungsskalierung automatisch in allen Einstellungen implementiert ist. Ich meine, das DRS-Feature scheint gut zu funktionieren, aber im Grunde sollte der Benutzer selbst entscheiden können, ob er es aktivieren möchte oder nicht - es wurde der Community überlassen, eine Mod zu entwickeln, die das korrigiert. Dabei zeigt sich, dass die Skalierbarkeit innerhalb des Spiels ebenfalls schlecht ist. Der Leistungsunterschied zwischen der niedrigsten und der höchsten Einstellung ist so gering, dass es keinen wirklichen Vorteil bringt, von der maximalen Einstellung herunterzugehen, da das automatische DRS die Bildrate ohnehin stabilisiert. Letztendlich gibt es zwar Auflösungs- und Framerate-Optionen im Spiel, aber aufgrund der Art ihrer Implementierung hat der Benutzer keine vollständige Kontrolle über diese beiden Parameter.

Zu allem Unglück kommt noch die Performance hinzu. Final Fantasy 7 Remake ruckelt allgemein beim Spielen, unabhängig davon, wie leistungsfähig die Hardware ist - und es ist besonders schlimm in den dichten Stadtgebieten des Spiels. Ein Herabsetzen der Auflösung scheint einige dieser Schwierigkeiten zu reduzieren, aber das zugrundeliegende Problem bleibt bis zu dem Punkt bestehen, an dem ein Core i9 10900K mit einer RTX 3090 nicht in der Lage ist, konsistente 1080p60 zu liefern - eine lächerlich magere Herausforderung für diese Hardware-Kombination. Das Ändern der Bildrate hilft auch nicht, da die Ruckler selbst bei 30 Bildern pro Sekunde bestehen bleiben - und ja, die Begrenzung auf 30 Bilder pro Sekunde führt auch bei aktiviertem V-Sync zu einem inkonsistenten Frame-Pacing. Das Ruckeln stört das gesamte PC-Erlebnis, während es auf der PlayStation 5 bei exakt demselben Spielinhalt überhaupt keine derartigen Probleme gibt.

Auf den Konsolen gefiel uns das Spiel - vor allem die PS5-Version, die wirklich gut läuft.

Diese Ruckler sind am schlimmsten, wenn man die Umgebung durchquert, und hören in der Regel auf, wenn der Charakter und die Kamera stationär sind, was darauf hindeutet, dass Probleme bei der Shader-Kompilierung zumindest teilweise schuld sein könnten. Die UE4 neigt dazu, diese Probleme in verschiedenen PC-Versionen zu zeigen, also vermute ich, dass das ein Teil des Problems ist. Ich habe jedoch herausgefunden, dass es eine Möglichkeit gibt, das Problem fast vollständig zu beheben. Lasst das Spiel unter DX11 laufen, anstatt den Standard-DX12-Codepfad zu verwenden. Durch das Hinzufügen des Befehls -dx11 im Epic Games Store Launcher wird das Spiel auf DX11 umgestellt und es zeigt sich, dass das Stottern dadurch fast vollständig verschwindet. Es kann zwar zu V-Sync-Problemen im Spiel führen, aber das lässt sich durch das Aktivieren von V-Sync über das GPU-Kontrollfeld lösen.

Eine fast wundersame Wendung für ein Spiel, das sonst suboptimal läuft. Es erreicht zwar nicht ganz das Stabilitätsniveau, das man von einer Top-Veröffentlichung wie dieser erwarten würde, aber die meiste Zeit über gibt es keine Probleme, zumindest auf meinem System. Und das ist der Punkt, an dem wir wieder anfangen können, das Spiel zu schätzen: Final Fantasy 7 Remake sieht wunderschön aus und die Verbesserungen der Intergrade-Version sind willkommen. Man hat jedoch das Gefühl, dass der PC einfach nicht gut genug dafür ist. Das Spiel hat praktisch keine sinnvollen Grafikoptionen und es gibt keine Unterstützung für erweiterte PC-Funktionen. Bei maximalen Einstellungen ist die einzige visuelle Verbesserung gegenüber der PS5-Version eine geringfügige Erhöhung der NPC-Draw-Distance. Man hat natürlich die Möglichkeit, das Spiel mit hohen Bildraten und Auflösungen laufen zu lassen, aber das ist im Grunde auch schon die einzige Verbesserung.

Es ist eine bemerkenswert glanzlose Veröffentlichung. Die Enttäuschung wird noch größer, wenn man an Final Fantasy 15 zurückdenkt, das letzte große Final-Fantasy-Spiel von Square Enix auf dem PC. Damals gab es neben anderen coolen Features auch Optionen für massiv verbessertes Blattwerk, detailliertere Assets und Voxel-beschleunigte Ambient Occlusion. Es war ein anspruchsvolles Spiel, aber es verfügte über einige für die damalige Zeit erstklassige PC-Funktionen - und ja, es unterstützte auch DLSS. Es war zwar die weniger effektive 1.0-Implementierung, aber FF15 vermittelte den Eindruck eines Spiels, das sich zum Ziel gesetzt hatte, auf dem PC das Beste zu sein, was es sein konnte - ein Ansatz, der in völligem Widerspruch zu dieser neuen Version zu stehen scheint.

Final Fantasy 7 Remake auf PC ist eine mangelhafte, unausgegorene Version. Es ist ein Spiel, das ich liebe - ich habe es zweimal durchgespielt -, aber diese Version ist nicht annähernd gut genug.


Im Original von Oliver Mackenzie, Freier Redakteur Eurogamer.net

Über den Autor

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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