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Fortsetzungen, für die wir einen Arm geben würden, Teil 2: Command & Conquer 5, Last Guardian 2 & FreeSpace 3

Aber nur, wenn es ganz unbedingt sein muss.

Hier ist der zweite Teil unserer am innigsten gewünschten Nachfolger (zu Teil eins geht es hier: Unsere Fortsetzungen braucht die Welt, Teil 1: Wing Commander 6, Daytona 3, Grim Fandango 2 und Wipeout 2037). Diesmal wird’s sogar ein wenig exotischer, was ich spannend finde. Ich schäme mich beinahe ein bisschen dafür, etwas so Offensichtliches wie Wing Commander genommen zu haben. Dann wiederum: Ich bin Alex, und ich kann nicht anders. Und vielleicht ist es im Jahr 2022 auch längst nicht mehr so offensichtlich. Kennt überhaupt noch jemand Wing Commander?!

Am Ende seid wie immer ihr dran: Schreibt in die Kommentare, welchem unwahrscheinlichen Sequel ihr nachschmachtet, falls ihr das letzte Woche nicht schon getan habt. Vielleicht habt ihr letztens auch einfach nicht getraut, zu schreiben, dass ihr ein Duke Nukem Forever 2 längst überfällig findet. Oder euch sind seit Teil eins noch ein paar eingefallen, über dir ihr uns informieren möchtet? Es gibt keine falschen Antworten (auch wenn Duke Nukem Forever 2 schon hart an der Grenze ist.


Haunting Ground - Ana

Ich hätte gerne die Fortsetzung von einem Spiel, welches ich für das bessere Resident Evil halte (*Schock! Gasp! Kreisch!*): Haunting Ground. Ja, eine gewagte These, dabei ist das eigentlich nur ein Aufhänger, damit ihr nicht gleich weiterscrollt. Der einzige Vergleich, den zwischen den Spielen ziehen kann, ist nämlich, dass sie beide von Capcom stammen. Das Survival-Horror-Spiel erschien 2005 und war tatsächlich mein Grund, mir eine PlayStation 2 zu kaufen. Es geht um die junge Fiona Belli, die nach einem Autounfall ihre Eltern verlor und eingesperrt in einem unbekannten Schloss aufwacht. Die Bewohner sind ihr alles andere als wohlgesonnen und die wehrlose Fiona muss so schnell wie möglich fliehen. Dabei stehen ihr leider diese verrückten und bewaffneten Personen im Weg: der Gärtner, die Haushälterin, der Wächter und der Schlosseigentümer. Das Gameplay besteht hauptsächlich aus Schleichen, Rennen oder Verstecken. Später findet ihr Fionas Hund, der euch zumindest ein wenig unterstützen kann. Mithilfe von Rätseln, Textstücken oder Gegenständen erfahrt ihr außerdem nach und nach, was es mit dem Schloss auf sich hat.

Die Atmosphäre, die in Haunting Ground geschaffen wird, wurde meiner Meinung nach in keinem anderen Spiel gekonnt wiederholt. Außerdem wurden keine Zombies oder anderen Monster gebraucht, um eine anhaltende Angst zu erzeugen. Für ein mögliches Sequel, das auch gerne ein Prequel sein darf, habe ich mir schon immer einen Fokus auf einen anderen Charakter des Schlosses gewünscht – damit meine ich eigentlich die Haushälterin Daniella. Denn sie hatte mit Abstand die spannendste Charakterisierung von allen und eine unfassbar gute Erkennungsmelodie. Generell waren sowohl Musik als auch die Animationen extrem gut. Ich erinnere mich gerne an das Erlebnis. Wenn zudem (Achtung, Capcom!) die Musik, der Stil und die dichte Atmosphäre so beibehalten würden und das Spiel technisch auf die aktuelle Generation optimiert würde, könnte das seinerzeit unterschätzte Haunting Ground heute nicht nur als Horrorspiel außerordentlich gut funktionieren, es brächte auch wieder frischen Wind in das Segment.


Command & Conquer 5: Generäle der Alarmstufe Rot – Markus

Ach ja, Command & Conquer (blickt gefühlsduselig in die Ferne). Wenn eine Spielreihe eine gute Fortsetzung verdient hätte, dann ja wohl C&C. Und nein, C&C Rivals und C&C Tiberium Alliances für Mobile zählen nicht (ihre Existenz wird von mir nicht anerkannt). Abgesehen von World of Warcraft habe ich wohl in kein anderes Spiel mehr Zeit versenkt. Rechnet man alle Teile der Reihe von 1995 bis 2010 zusammen, übertrifft das sicher auch die 1180 Spieltage in WoW.

Das Remaster hat mal wieder klargemacht, wie sehr ein schnörkelloses Echtzeittaktikspiel gerade fehlt.

Mit Command & Conquer (aka C&C Generals 2) war man 2013 trotz einiger Kritikpunkte eigentlich auf einem guten Weg. Die Alpha gefiel mir schon ganz gut und auch wenn ich mit dem Konzept eines Free-to-play C&C etwas fremdelte, hätte ich mich damit anfreunden können. So weit kam es allerdings nicht, denn EA zog kurz darauf den Stecker und machte Victory Games dicht - laut EA wegen negativen Feedbacks über die zu stark wirtschaftsbasierte Spielmechanik, laut unbekannten Mitarbeitern von Victory Games wegen der Unternehmenspolitik und zweifelhafter Machenschaften.

Habt ihr es lieber realistischer oder so überzeichnet wie in den alten Titeln?

Auf die eine oder andere Weise hätte ich gerne eine würdige Fortsetzung für die Reihe. Wenn ich es mir aussuchen dürfte, wäre mir eine Mischung aus Red Alert und Generals am liebsten. Red Alert wegen seiner Story und Generals wegen seiner realistischeren Optik und Spielmechaniken. Auf keinen Fall will ich aber ein Spiel, bei dem man vom Mikromanagement erschlagen wird (dafür hab' ich schon WC3 und SC), denn das war noch nie ein Kernaspekt von Command & Conquer.


The Last Guardian 2 – Melanie

Nach langem Überlegen habe ich mich für The Last Guardian 2 entschieden. Für eine kurze Zeit habe auch ich einmal eine PlayStation besessen und habe mit dem kleinen Jungen und einem Hunde-Katzen-Greif-Mischling in Godzilla-Größe eine mysteriöse Reise voller Rätsel angetreten. Zusammen sind wir gewachsen und stärker geworden. Wenige Worte wurden getauscht und die Geschichte der Ruinen und des geheimnisvollen Volkes nur angerissen. Da geht noch mehr. Besonders, wer das Ende kennt, weiß, dass es noch eine ganze Menge unbeantworteter Fragen und unerzählter Geschichten gibt, die einer Fortsetzung würdig wären.

Ja, an sich kann man die Geschichte zwischen Junge und fedrigem Hundefreund als abgeschlossen betrachten, aber die Welt bietet so viel Stoff für mehr. Woher kommt das Hundewesen? Wie sieht es in seiner Welt aus? Bestreiten die beiden Protagonisten auch in einer wie auch immer weit entfernten Zukunft weitere Abenteuer miteinander? Vielleicht aus der Sicht des geflügelten Hundes? Ich könnte mir auch einen Koop vorstellen, bei dem ein Spieler den Jungen, der andere Trico spielt - ein wenig wie in It Takes Two. Auch hätte ich nichts gegen ein Szenario, bei dem die Kämpfe mehr im Vordergrund stehen, Trico eine schicke Rüstung tragen würde und sein Reiter vielleicht auch mal selbst eine Waffe schwingt, anstatt seinen Begleiter erst mit einem Lichtstrahl zum Angriff zu bewegen.

Wie gerne würde ich hier mit dem Jungen tauschen, um durch das fedrige Fell von Trico zu wuscheln.

Vor allem will ich mehr von diesen fedrigen Flughunden sehen und weitere Rätsel lösen. Trico nicht zu enttäuschen, war immerhin mein größter Antrieb und hat meine grauen Zellen mit meinem Beschützerinstinkt vernetzt – an seinem Hundeblick habe ich mich zumindest noch nicht sattgesehen. Apropos sehen: Stellt euch den Titel mal mit den grafischen Möglichkeiten der PS5 vor… Dann noch in der UE5 entwickelt. Am liebsten auch noch für den PC. Leider ist Fumito Ueda nicht gerade dafür bekannt seinen Spielen Sequels zu verleihen, aber ein wenig Träumen darf man doch, oder?

FreeSpace 3 – Benjamin Jakobs

Wing Commander wäre eine offensichtliche Wahl für mich, aber die hat sich ja Alex schon geschnappt. Daher nehme ich eines der anderen großen Weltraum-Actionspiele der goldenen Zeit, aus der mir noch das ein oder andere einfallen würde. Egal, FreeSpace 3 ist eine Fortsetzung, die für mich längst überfällig ist. Entwickler Volition ist ja noch fleißig aktiv, wenn auch in diesen Tagen mehr mit Saints Row beschäftigt. Wenn sie aber mal zwischendurch Zeit für ein FreeSpace 3 finden würden, ich wäre sofort dabei.

Tolle Optik, tolles Gameplay, famose Weltraumschlachten. Das ist das, was Teil eins und zwei von FreeSpace auszeichnete, ohne dass es ein einfacher Klon von Wing Commander gewesen wäre. Zwar mangelte es FreeSpace im Vergleich zu Origins Weltraumabenteuern etwas an Persönlichkeit, dafür erzeugte es eine glaubwürdige militärische Atmosphäre. Es hat mich immer begeistert, zusammen mit zahlreichen anderen Jägern zwischen all den großen Raumschiffen herumzufliegen, die mit mächtigen Energiestrahlen, Raketen, Flakgeschützen und mehr um sich feuern. Das hat für mich mit am besten das Gefühl auf den Bildschirm gebracht, sich wie ein kleines Teil eines großen Ganzen inmitten einer groß angelegten Schlacht zu bewegen. Denkt an all die kleinen Jäger, die zwischen den größeren Schiffen in Star Wars (Episode 6) oder Babylon 5 umherschwirren. Etwas chaotisch, aber es war immer ein aufregendes Chaos. Ich denke, das trifft solche Weltraumschlachten am besten.

Nicht wahnsinnig charakterstark, aber absolut episch: FreeSpace 2.

So etwas noch einmal in moderner Technik erleben zu können, das wäre schon ein kleiner Traum für mich. Nicht, dass ich dem große Chancen einräumen würde, aber vielleicht kommt ja irgendwann jemand, der dahin gehend etwas zu sagen hat, auf den Gedanken, dass es eine gute Idee sein könnte. Eine Fortsetzung hätte eines der besten Wetraum-Actionspiele aller Zeiten in jedem Fall verdient, oder seht ihr das anders?

Über den Autor
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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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