Darksiders Features

In der Endzeit und Post-Apokalypse angesiedelte Spiele sind seit... eigentlich schon immer der letzte Schrei. Vielleicht, weil sie als demoliertes Zerrbild des Bekannten ein wenig breitenwirksamer und eindringlicher die Vorstellung ihrer Adressaten gefangen nehmen als komplette Fantasiekreationen? Vielleicht aber auch, weil es vor ihrem Hintergrund leichter fällt, die regelmäßig leicht soziopathischen Züge von Videospielinteraktionen zu rechtfertigen. Am Ende liegt die Wahrheit wohl in der Mitte.

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Links böser, mächtiger Bruder

Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen: Darksiders ist kein God-of-War-Klon, kein Devil-May-Cry-Abklatsch und auch kein Next-Generation-Final-Fight. Über weite Strecken hat das Werk des amerikanischen Entwicklers Vigil Games und ihres Masterminds Joe Madureira nicht einmal im Entferntesten etwas mit Sonys Über-Beat'em'Up und seinen vielen Konkurrenten gemeinsam. Vielmehr erinnern die verschachtelten Dungeons mit ihren komplexen Maschinen, Holzkonstruktionen und anspruchsvollen Sprungsequenzen an Nintendos Action-Adventure-Pionier Zelda.

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„Wer es spielt, wird es lieben.“

MIt einem letzten Schlag seines Schwerts Chaoseater trennt Krieg dem Dämonen die Arme ab, packt seinen Kopf und reißt ihn von seinen Schultern. Leichen pflastern den Boden. Die Hölle fordert den Reiter der Apokalypse heraus, doch noch gelingt es ihm, die Brut zurückzuschlagen. Er schreitet durch das leuchtende Tor, an dessen anderem Ende eine mächtige Gestalt wartet. Smite stürzt sich ohne zu fragen auf den verdutzten Kämpfer und wirft ihm schottische Flüche entgegen. Sein gigantischer Hammer holt immer wieder aus, um Krieg in den Boden zu rammen. Doch unser Held weiß sich zu wehren.

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Krieg und sein Ross

Wusstet ihr, dass Krieg in Darksiders eine gewisse Ähnlichkeit zum veränderten Arthas Menethil aus WarCraft III beziehungsweise World of WarCraft hat? Nein? Gut, dann wisst ihr es jetzt. Überhaupt kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Mannen von Vigil Games einen Teil ihrer Inspirationen - insbesondere der optischen - aus dem Blizzard'schen Fantasy-Universum geschöpft haben. Blauhäutige Kreaturen springen von kruden Holzgerüsten hinab, erinnern dabei an eine Meute von Trollen. Und auch der Held selbst passt, wie schon angedeutet, sehr treffend ins Bild. Dicke Panzerung, dickes Schwert, lange, weiß-gräuliche Haare, leuchtende Augen, leichter Comic-Touch.

Viel zu früh hat die Apokalypse die Menschheit dahingerafft. Himmel und Hölle, Dämonen und Engel haben mit ihrem Krieg unsere Zivilisation vom Antlitz der Erde gefegt. Was Atomwaffen, Virus-Pandemien und der Klimawandel nicht geschafft haben, wurde von den Heerscharen der erbitterten Erzfeinde in wenigen Tagen vollendet. Meteoriten brachten gewaltige Wesen auf die Erde, die mit ihren Klauen Hochhäuser zerlegten und nur Stunden für das große Schlachten benötigten. Die Erde, gepeinigt durch diese unwirklichen Kräfte, wurde durch das Zusammentreffen der Kriegsparteien geschunden, verzerrt und aufgerissen.

FeatureDarksiders: Wrath of War

Und ihm wurde die Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen...

„Wir wollen, dass Ihr wisst, dass es in unserem Spiel auch Puzzles gibt“. John Pearl, Lead Designer bei Vigil Games, weiß genau, warum er die Darksiders-Vorführung auf diese Weise eröffnet. Denn nach seiner Vorstellung auf der letzten E3 wurde der Actioner mit dem grimmigen Kapuzenträger am stumpfen Ende eines großzügig geschnittenen Schwertes in allen Ecken des Internets (jedenfalls dort wo man sich dafür interessierte) eilig als God of War-Klon abgestempelt.

FeatureDarksiders: Wrath of War

God of War May Cry

Manchmal sind Designer einfach so einfallslos. Der Protagonist in Darksiders: Wrath of War ist Krieg. Der Krieg schlechthin. Einer der vier Reiter der Apokalypse. Nicht nur der God des Krieges, der Sohn des Massakers oder sonst ein ferner Verwandter des Gemetzels, es ist Krieg selbst. Was hätte man nicht alles aus einer solch idealisierten Gestalt machen können.